Turnierreglement von 1997
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Artikel 1: Das Kartenpaket - Reihenfolge der Karten und Farben

Turnierbridge wird mit einem Kartenpaket von 52 Karten, bestehend aus jeweils 13 Karten in jeder von vier Farben, gespielt. Die Reihenfolge der Farben in absteigender Ordnung ist: Pik, Herz (Coeur), Karo, Treff. Die Reihen- respektive Rangfolge der Karten jeder Farbe in absteigender Ordnung sieht wie folgt aus: As, König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2.

Artikel 2: Die Turnierboards

Für jede Teilung, die im Laufe eines Durchganges gespielt werden soll, ist ein Turnierboard vorgesehen, das ein Kartenpaket enthält. Jedes Board ist nummeriert und hat vier Fächer, um die vier Hände aufzunehmen, bezeichnet mit Nord, Ost, Süd und West. Teiler und Gefahrenlage sind wie folgt festgelegt:

Teiler Nord:    Boards 1, 5, 9, 13

Teiler Ost:      Boards 2, 6, 10, 14

Teiler Süd:    Boards 3, 7, 11, 15

Teiler West:    Boards 4, 8, 12, 16

Gefahr keiner:    Boards 1, 8, 11, 14

Gefahr Nord-Süd:    Boards 2, 5, 12, 15

Gefahr Ost-West:    3, 6, 9, 16

Alle in Gefahr:    4, 7, 10, 13

Diese Reihenfolge wiederholt sich für die Boards 17-32 sowie für jede weitere Serie von 16 Boards.

Kein Board sollte verwendet werden, welches diesen Bedingungen nicht entspricht. Wird aber ein solches Board benutzt, so gelten die auf ihm festgelegten Bedingungen f|r diesen Durchgang.

Artikel 3: Anordnung der Tische

An jedem Tisch spielen vier Spieler. Die Tische sind in einer vom Turnierleiter festgelegten Reihenfolge nummeriert. Er bestimmt eine Richtung als Nord; die |brigen Himmelsrichtungen ergeben sich aus ihrem natürlichen Verhältnis zu Nord.

Artikel 4: Partnerschaften

Die vier Spieler an jedem Tisch bilden zwei Partnerschaften oder Seiten, Nord-Süd gegen Ost-West. Zu Paar- oder Teamturnieren melden die Partnerschaften als Paare oder Teams und behalten dieselben Partnerschaften wdhrend eines gesamten Durchganges bei (mit Ausnahme eines vom Turnierleiter gestatteten Einsatzes von Ersatzspielern). Zu Individualturnieren meldet jeder Spieler einzeln, und die Partnerschaften wechseln wdhrend eines Durchganges.

Artikel 5: Zuweisung der Plätze

A. Ausgangsplatz

Der Turnierleiter weist zu Beginn eines Durchganges jedem Teilnehmer (Einzelspieler, Paar oder Team) einen Ausgangsplatz zu. Falls nichts anderes angeordnet wird, dürfen die Mitglieder eines jeden Paares oder Teams im gegenseitigen Einverstdndnis unter den ihnen zugewiesenen Pldtzen auswdhlen. Hat ein Spieler einmal eine Himmelsrichtung gewählt, darf er sie innerhalb eines Durchganges nur nach Anweisung oder mit Erlaubnis des Turnierleiters wechseln.

B. Wechseln von Richtung oder Tisch

Die Spieler wechseln ihre Anfangsrichtung oder gehen zu einem anderen Tisch gemd_ den Anweisungen des Turnierleiters. Der Turnierleiter ist f|r die klare Bekanntgabe der Anweisungen verantwortlich; jeder Spieler ist daf|r verantwortlich, zum angeordneten Zeitpunkt und den Anweisungen entsprechend zu wechseln und nach dem Wechsel den richtigen Platz zu besetzen.

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Artikel 6: Mischen und Teilen

A. Das Mischen

Vor Spielbeginn wird jedes Kartenpaket gr|ndlich gemischt. Auf Verlangen eines jeden Gegners wird abgehoben.

B. Das Teilen

Die Karten m|ssen mit der Bildseite nach unten, eine nach der anderen in vier Hdnde mit jeweils dreizehn Karten geteilt werden; danach wird jede Hand mit der Bildseite nach unten in eine der vier Fdcher des Boards gesteckt. Als Verfahrensweise wird empfohlen, die Karten im Uhrzeigersinn auszuteilen.

C. Anwesenheit beider Paare

Wdhrend des Mischens und Teilens sollte, sofern der Turnierleiter nichts anderes anordnet, ein Mitglied jeder Seite anwesend sein.

D. Erneutes Mischen und Teilen

  1. Karten unkorrekt geteilt oder sichtbar gemacht

    Es muss neu gemischt und geteilt werden, wenn, bevor die Reizung f|r beide Seiten beginnt,  festgestellt wird, dass unkorrekt ausgeteilt worden ist, oder dass ein Spieler die Bildseite einer Karte, die zu einer anderen Hand gehvrt, mvglicherweise hat sehen kvnnen.
      

  2. Kein Mischen oder kein Teilen
      
    Kein Ergebnis darf bestehen bleiben, wenn die Karten ohne Mischen entweder von einem sortierten oder einem bereits in einem anderen Durchgang gespielten Kartenpaket ausgeteilt worden sind.
      

  3. Auf Anweisung des Turnierleiters
      
    Vorbehaltlich muss erneut gemischt und geteilt werden, wenn der Turnierleiter dieses aus irgendeinem Grund, der im Einklang mit den Regeln steht, anordnet (zu beachten aber Artikel 86).

E. Wahlmvglichkeit des Turnierleiters betreffend Mischen und Teilen

  1. Durch die Spieler

    Der Turnierleiter darf anordnen, dass das Mischen und Teilen an jedem Tisch unmittelbar vor Spielbeginn durchgef|hrt wird.
        

  2. Durch den Turnierleiter
      
    Der Turnierleiter darf das Mischen und Teilen im voraus persvnlich durchf|hren.
      

  3. Durch Vertreter oder Hilfskrdfte
      
    Der Turnierleiter darf das Mischen und Teilen im voraus von seinen Hilfskrdften oder anderen ernannten Vertretern vornehmen lassen.
      

  4. Andere Methoden des Teilens beziehungsweise des Teilens im Voraus
      
    Der Turnierleiter darf eine andere Methode des Teilens, wozu auch das Teilen im voraus gehvrt, anordnen.

F. Duplizieren von Boards

Wenn die Turnierorganisation dies erforderlich macht, d|rfen eine oder mehrere genaue Duplikate jeder Originalhand nach Anweisung des Turnierleiters hergestellt werden.

Artikel 7: Kontrolle von Board und Karten

A. Platzierung des Boards

Soll ein Board gespielt werden, wird es in die Mitte des Tisches gelegt, bis das Spiel beendet ist.

B. Entnehmen der Karten aus dem Board

Jeder Spieler entnimmt dem Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung entspricht, eine Hand.

  1. Zdhlen der gehaltenen Karten vor Spielbeginn
      
    Jeder Spieler zdhlt seine Karten mit der Bildseite nach unten, um sicher zu gehen, dass er genau dreizehn hat; danach muss er die Bildseite seiner Karten ansehen, bevor er eine Ansage macht.
      
  2. Kontrolle seiner Hand
      
    Wdhrend des Spiels behdlt jeder Spieler seine Karten in Besitz und achtet darauf, dass sie nicht mit den Karten eines anderen Spielers vermischt werden. Kein Spieler soll wdhrend oder nach dem Spiel andere Karten als seine eigenen anfassen (aber der Alleinspieler darf die Karten des Tisches gemdss Artikel 45 spielen), es sei denn mit Erlaubnis des Turnierleiters.

C. Zur|ckstecken der Karten in das Board

Jeder Spieler steckt nach dem Spiel seine urspr|nglichen 13 Karten wieder in das Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung entspricht. Danach soll keine Hand mehr aus dem Board genommen werden, ausser in Anwesenheit eines Spielers jeder Seite oder des Turnierleiters.

D. Verantwortung f|r den formalen Ablauf

Jeder Teilnehmer, der wdhrend des ganzen Durchganges an einem Tisch verbleibt, ist erstrangig f|r die Aufrechterhaltung korrekter Spielbedingungen am Tisch verantwortlich.

Artikel 8: Reihenfolge der Runden

A. Movement der Boards und der Spieler

  1. Anweisungen des Turnierleiters
      
    Der Turnierleiter weist die Spieler an, wie die Boards weitergegeben werden und wie die Spieler zu wechseln haben.
      

  2. Verantwortung f|r die Weitergabe der Boards
      
    Der Nordspieler jedes Tisches ist f|r die Weitergabe der soeben an seinem Tisch gespielten Boards an den richtigen Tisch f|r die ndchste Runde verantwortlich, sofern nicht der Turnierleiter etwas anderes anordnet.

B. Rundenende

Im allgemeinen endet eine Runde, wenn der Turnierleiter das Zeichen f|r den Beginn der ndchsten Runde gibt; ist aber das Spiel an einem Tisch zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet, dauert die Runde f|r diesen Tisch solange an, bis dort ein Spielerwechsel stattgefunden hat.

C. Ende der letzten Runde und Ende des Durchganges

Die letzte Runde eines Durchganges und der Durchgang selbst sind f|r jeden Tisch beendet, wenn alle an diesem Tisch zu spielenden Boards gespielt und alle Ergebnisse in die richtigen Scorezettel eingetragen worden sind, ohne dass ein Einwand erhoben wurde.

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Allgemeine bei Regelwidrigkeiten anzuwendende Regeln

 

Artikel 9: Verfahren nach einer Rechtswidrigkeit

A. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit

  1. Wdhrend der Reizung
      
    Sofern die Regeln dies nicht verbieten, darf jeder Spieler wdhrend der Reizung auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, ob er an der Reihe ist, anzusagen oder nicht.
      

  2. Wdhrend des Spiels

  1. Alleinspieler oder jeder Gegenspieler
      
    Sofern die Regeln dies nicht verbieten, d|rfen der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, die wdhrend des Spiels begangen wird.
      

  2. Dummy (die eingeschrdnkten Rechte des Dummy sind in de Artikeln 42 und 43 festgelegt)

aa.

Der Dummy darf wdhrend des Spiels nicht auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, aber er darf dies nach Beendigung des Spiels tun.

bb.

Der Dummy darf versuchen, den Alleinspieler vom Begehen einer Regelwidrigkeit abzuhalten (f|r Details vergleichen Sie Artikel 42 B 2).

B. Nach einem Hinweis auf eine Regelwidrigkeit

  1. Rufen des Turnierleiters 

  1. Wann rufen
      
    Der Turnierleiter muss sofort gerufen werden, wenn auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist.
      

  2. Wer darf rufen
      
    Jeder Spieler, einschlie_lich des Dummy, darf den Turnierleiter rufen, nachdem auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist.
      

  3. Wahrung von Rechten
      
    Das Rufen des Turnierleiters bewirkt f|r keinen Spieler den Verlust von irgendwelchen Rechten, die ihm ansonsten zustehen kvnnten.
         

  4. Rechte der Gegner
      
    Der Umstand, dass ein Spieler auf eine von der eigenen Seite begangene Regelwidrigkeit hinweist, ber|hrt nicht die Rechte der Gegner.
     

  1. Weitere Gebote oder Zugaben
      
    Kein Spieler soll irgend etwas unternehmen, bevor der Turnierleiter alle f|r die Berichtigung und die Verhdngung einer Strafe relevanten Erkldrungen abgegeben hat.

C. Vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit

Jede vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit durch den schuldigen Spieler kann f|r ihn eine weitere Strafe nach sich ziehen (beachten Sie auch die Ausspielstrafen in Artikel 26).

Artikel 10: Verhdngung einer Strafe

A. Das Recht, Strafen zu verhdngen

Nur der Turnierleiter ist berechtigt, gegebenenfalls Strafen zu verhdngen. Kein Spieler hat das Recht, von sich aus Strafen zu verhdngen oder auf sie zu verzichten.

B. Aufhebung von Strafen oder deren Erlassung

Der Turnierleiter darf jede Strafe oder jeden Verzicht auf Strafe, die die Spieler ohne seine Mitwirkung beschlossen haben, sowohl zulassen als auch aufheben.

C. Wahlrecht nach einer Regelwidrigkeit

  1. Erkldrung der Mvglichkeiten
      
    Falls diese Regeln nach einer Regelwidrigkeit ein Wahlrecht zwischen mehreren Mvglichkeiten gewdhren, soll der Turnierleiter alle zur Verf|gung stehenden Mvglichkeiten erkldren.
      

  2. Wahlrecht zwischen mehreren Mvglichkeiten
      
    Falls ein Spieler nach einer Regelwidrigkeit ein Wahlrecht zwischen mehreren Mvglichkeiten hat, muss er wdhlen, dabei darf er sich nicht mit seinem Partner beraten.

Artikel 11: Verlust des Rechts auf Bestrafung

A. Aktion der nicht schuldigen Seite

Das Recht auf Bestrafung einer Regelwidrigkeit kann verloren gehen, wenn ein Mitglied der nicht-schuldigen Seite vor dem Rufen des Turnierleiters irgend etwas unternimmt. Der Turnierleiter entscheidet in diesem Sinne, wenn die nicht schuldige Seite einen Vorteil dadurch erlangt haben kvnnte, dass ein Gegner in Unkenntnis der Strafe anschlie_end irgend etwas unternommen hat.

B. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit durch einen Zuschauer

  1. Nicht schuldige Seite ist f|r die Anwesenheit des Zuschauers verantwortlich
      
    Das Recht auf Bestrafung einer Regelwidrigkeit kann verloren gehen, wenn zuerst ein Zuschauer auf die Regelwidrigkeit hinweist, f|r dessen Anwesenheit am Tisch die nicht schuldige Seite verantwortlich ist.
      

  2. Schuldige Seite ist f|r die Anwesenheit des Zuschauers verantwortlich
      
    Das Recht, eine Regelwidrigkeit zu korrigieren, kann verloren gehen, wenn zuerst ein Zuschauer auf die Regelwidrigkeit hinweist, f|r dessen Anwesenheit am Tisch die schuldige Seite verantwortlich ist.

C. Strafe trotz Verlust des Rechts auf Bestrafung

Auch wenn das Recht auf Bestrafung nach den vorgenannten Regeln verloren gegangen ist, darf der Turnierleiter eine Verfahrensstrafe (vergleichen Sie hierf|r Artikel 90) verhdngen.

Artikel 12: Der Ermessensspielraum des Turnierleiters

A. Das Recht, einen berichtigten Score zuzuerkennen

Der Turnierleiter darf sowohl von sich aus als auch auf Antrag eines Spielers einen berichtigten Score (oder berichtigte Scores) zuerkennen, aber nur, wenn diese Regeln ihn dazu ermdchtigen, oder wenn seiner Meinung nach einer der nachstehenden Fdlle vorliegt:

  1. Regeln sehen keine Entschddigung vor
      
    Der Turnierleiter darf einen zugewiesenen berichtigten Score zuerkennen, wenn diese Regeln keine Entschddigung eines nicht schuldigen Teilnehmers f|r eine besondere Art von Regelverletzung, die ein Gegner begangen hat, vorsehen.
      

  2. Normales Spiel des Boards ist unmvglich
      
    Der Turnierleiter darf einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen, wenn keine Richtigstellung vorgenommen werden kann, die das normale Spiel des Boards ermvglicht (vergleichen Sie hierzu auch Artikel 88).
      

  3. Falsche Strafe ist verhdngt worden
      
    Der Turnierleiter darf einen berichtigten Score zuerkennen, wenn eine falsche Strafe verhdngt worden ist.

B. Keine Berichtigung f|r unangemessene Hdrte einer Bestrafung

Der Turnierleiter darf keinen berichtigten Score mit der Begr|ndung zuweisen, eine in diesen Regeln vorgesehene Strafe sei entweder unangemessen streng oder vorteilhaft f|r eine der beiden Seiten.

C. Zuerkennen eines berichtigten Scores

  1. K|nstlicher Score
      
    Wenn infolge einer Regelwidrigkeit kein Ergebnis erzielt werden kann, erkennt der Turnierleiter gemd_ der Verantwortlichkeit f|r die Regelwidrigkeit einen k|nstlichen berichtigten Score zu: Minusdurchschnitt (hvchstens 40% der erzielbaren Match-Punkte in Paarturnieren) f|r einen unmittelbar schuldigen Teilnehmer; Durchschnitt (50% in Paarturnieren) f|r einen nur teilweise schuldigen Teilnehmer; Plusdurchschnitt (mindestens 60% in Paarturnieren) f|r einen absolut schuldlosen Teilnehmer (vergleichen Sie auch Artikel 86 f|r Teamturniere oder Artikel 88 f|r Paarturniere). Die den beiden Seiten zuerkannten Scores m|ssen sich nicht gegenseitig zu 100% des Topscores ergdnzen.
      

  2. Zugewiesener Score
      
    Wenn der Turnierleiter anstelle eines nach einer Regelwidrigkeit tatsdchlich erzielten Ergebnisses einen zugewiesenen berichtigten Score zuerkennt, dann ist dieser Score f|r die nicht schuldige Seite das vorteilhafteste Ergebnis, das ohne die Regelwidrigkeit wahrscheinlich gewesen wdre, oder f|r die schuldige Seite das ung|nstigste Ergebnis, das gerade noch im Rahmen des Wahrscheinlichen gelegen hdtte, wenn die Regelwidrigkeit nicht stattgefunden hdtte. Die den beiden Seiten zuerkannten Scores m|ssen sich nicht gegenseitig zu 100% des Topscores ergdnzen und d|rfen entweder in Match-Punkten oder durch Dnderung des erzielten Resultats vor der Umrechnung in Match-Punkte zugewiesen werden.
      

  3. Sofern die zonalen Organisationen nichts anderes bestimmen, darf ein Schiedsgericht einen zugewiesenen berichtigten Score abdndern, um Billigkeit herzustellen.

Artikel 13: Falsche Kartenanzahl

Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fdcher des Boards eine falsche Anzahl Karten* enthielten, und hat ein Spieler mit einer unkorrekten Hand bereits eine Ansage gemacht, soll der Turnierleiter, wenn er meint, dass das Board berichtigt und normal ohne Dnderung von Ansagen gespielt werden kann, das berichtigte Board so spielen lassen, vorausgesetzt, alle vier Spieler sind damit einverstanden. Andernfalls soll der Turnierleiter einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen und darf den schuldigen Spieler bestrafen. Wurde keine solche Ansage gemacht, gilt folgendes:

* Wenn drei Hdnde korrekt sind und eine Hand unrichtig, findet anstelle dieser Regel Artikel 14             Anwendung.

A. Kein Spieler hat eine Karte eines anderen Spielers gesehen

Der Turnierleiter soll die Unstimmigkeit wie folgt korrigieren, und wenn dann kein Spieler eine Karte eines anderen Spielers gesehen haben wird, anordnen, dass das Board normal gespielt wird.

  1. Handaufzeichnungen
      
    Stehen Handaufzeichnungen zur Verf|gung, soll der Turnierleiter in \bereinstimmung mit diesen die richtige Kartenverteilung wiederherstellen.
      

  2. Befragen von Spielern, die das Board bereits gespielt haben
      
    Gibt es keine Handaufzeichnungen, soll der Turnierleiter durch Befragen von Spielern, die das Board bereits gespielt haben, die Korrektur vornehmen.
      

  3. Anordnen einer Neuteilung
      
    War das Board unkorrekt geteilt, soll der Turnierleiter eine Neuteilung anordnen (vergleiche auch Artikel 6).

B. Ein Spieler hat die Karte(n) eines anderen Spielers gesehen

Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fdcher des Boards eine falsche Kartenanzahl enthielten, und hat nach der Korrektur des Boards ein Spieler eine oder mehrere Karten der Hand eines anderen Spielers gesehen, bestehen folgende Entscheidungsmvglichkeiten:

  1. Die erhaltene Information ist unerheblich
      
    Meint der Turnierleiter, dass die gewonnene Information normales Reizen oder Spielen des Boards nicht beeintrdchtigen wird, darf er mit dem Einverstdndnis aller vier Spieler erlauben, dass das Board normal gespielt und gescort wird.
      

  2. Die Information wird Einfluss auf das normale Spiel haben
      
    Meint der Turnierleiter, dass die so gewonnene Information von hinreichender Bedeutung ist, um ein normales Spielen oder Reizen zu beeinflussen, oder lehnt es ein Spieler ab, das Board zu spielen, soll er einen k|nstlichen berichtigten Score zuweisen. Er darf den schuldigen Spieler bestrafen.

C. Nach Beendigung des Spiels

Wird nach Beendigung des Spiels festgestellt, dass die Hand eines Spielers urspr|nglich mehr als 13 Karten enthielt und die Hand eines anderen Spielers dementsprechend weniger, muss das Resultat gestrichen werden (wegen einer Verfahrensstrafe beachten Sie bitte Artikel 90).

Artikel 14: Fehlende Karte

A. Feststellung der Unvollstdndigkeit der Hand vor Beginn der Spielphase

Sind drei Hdnde korrekt und wird vor Beginn der Spielphase festgestellt, dass die vierte Hand unvollstdndig ist, sucht der Turnierleiter jede fehlende Karte und:

  1. Die Karte wird gefunden
      
    Wird die Karte gefunden, wird sie der unvollstdndigen Hand wieder zugef|gt.
      

  2. Keine Karte ist auffindbar
      
    Kann keine Karte gefunden werden, rekonstruiert der Turnierleiter die Teilung unter Verwendung eines Ersatzkartenpaketes so originalgetreu wie mvglich.

B. Spdtere Feststellung der Unvollstdndigkeit

Sind drei Hdnde korrekt und wird nach Beginn der Spielphase festgestellt, dass die vierte Hand unvollstdndig ist, sucht der Turnierleiter jede fehlende Karte und:

  1. Die Karte wird gefunden
      

    1. Wird die Karte unter den bereits gespielten Karten gefunden, gelangt Artikel67 zur Anwendung.
        

    2. Wird die Karte anderswo gefunden, wird sie der unvollstdndigen Hand wieder zugef|gt, und Strafen kvnnen verhdngt werden (vergleichen Sie nachfolgend Ziffer 3).
        

  2. Keine Karte ist auffindbar
      
    Kann keine Karte gefunden werden, wird die Teilung unter Verwendung eines Ersatzkartenpaketes so originalgetreu wie mvglich rekonstruiert, und Strafen kvnnen verhdngt werden (vergleichen Sie nachfolgend Ziffer 3).
      

  3. Mvgliche Strafen
      
    Eine Karte, die einer Hand gemd_ den Bestimmungen des Absatzes B dieser Regel wieder zugef|gt wurde, gilt als von Anfang an und durchgehend der unvollstdndigen Hand zugehvrig. Sie kann Strafkarte werden (Details hierzu in Artikel 50), und die Nichtzugabe dieser Karte kann den Tatbestand des Revoke verwirklichen.

Artikel 15: Spielen eines falschen Boards

A. Spieler haben das Board vorher noch nicht gespielt

Spielen Spieler ein Board, das in der betreffenden Runde nicht f|r sie bestimmt ist, hat der Turnierleiter folgende Mvglichkeiten:

  1. Das Board wird wie gespielt gewertet
      
    In der Regel ldsst der Turnierleiter den Score bestehen, falls keiner der Spieler das Board schon vorher gespielt hat.
      

  2. Nachspielen wird angeordnet
      
    Der Turnierleiter darf verlangen, dass beide Paare das richtige Board spdter gegeneinander spielen.

B. Ein oder mehrere Spieler haben das Board schon vorher gespielt

Spielt ein Spieler ein Board, welches er schon vorher gespielt hat, gleichg|ltig, ob gegen die richtigen Gegner oder nicht, wird sein zweites Ergebnis f|r dieses Board sowohl f|r seine Seite als auch f|r die der Gegner annulliert. Der Turnierleiter soll den Teilnehmern, die dadurch die Gelegenheit verloren haben, einen g|ltigen Score zu erzielen, einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen.

C. Feststellung wdhrend der Reizung

Stellt der Turnierleiter wdhrend der Reizung fest, dass ein Teilnehmer ein Board spielt, welches er in der betreffenden Runde nicht spielen sollte, soll er die Reizung annullieren, daf|r sorgen, dass die richtigen Teilnehmer an dem betreffenden Tisch Platz nehmen, und sie |ber ihre Rechte sowohl f|r die laufende als auch f|r k|nftige Runden informieren. Eine zweite Reizung beginnt. Die Spieler m|ssen die Ansagen wiederholen, die sie zuvor gemacht haben. Sollte irgendeine Ansage in irgendeiner Weise von der entsprechenden Ansage in der ersten Reizung abweichen, soll der Turnierleiter das Board annullieren. Andernfalls wird das Spiel normal fortgesetzt.

16: Unerlaubte Informationen

Die Spieler sind berechtigt, bei ihren Ansagen und Spielweisen auf Informationen zur|ck zu greifen, die sie aus legalen Ansagen oder Spielweisen beziehungsweise aus einer besonderen Verhaltensweise der Gegner erhalten. Macht man eine Ansage oder wdhlt man eine Spielweise, die auf eine andere, nicht regelkonforme Information zur|ck zu f|hren ist, kann dies einen Regelverstoss darstellen.

A. Nicht regelkonforme Information vom Partner

Nachdem ein Spieler seinem Partner eine nicht regelkonforme Information zugdnglich gemacht hat, die eine Ansage oder Spielweise nahe legen kvnnte - wie z.B. durch eine Bemerkung, eine Frage, eine Antwort auf eine Frage oder durch unmissverstdndliches Zvgern, ungewvhnliche Hast, besonderen Nachdruck, Tonfall, Gestik, Bewegungen, besondere Verhaltensweisen oder Dhnliches - darf der Partner zwischen mehreren logischen Alternativen keine wdhlen, die nachweislich durch die nicht regelkonforme Information ndhergelegt worden sein kvnnte als eine andere.

  1. Wenn eine solche Information gegeben wird
      
    Ist ein Spieler der Meinung, dass ein Gegner eine nicht regelkonforme Information zugdnglich gemacht hat und dass daraus leicht ein Schaden entstehen kvnnte, darf er - sofern die Bestimmungen des veranstaltenden Verbandes dies nicht verbieten - sofort ank|ndigen, dass er sich das Recht vorbehdlt, den Turnierleiter spdter zu rufen (die Gegner sollten den Turnierleiter sofort rufen, falls sie die Tatsache bestreiten, dass eine unerlaubte Information |bermittelt worden sein kvnnte).
        

  2. Wenn eine regelwidrige Alternative gewdhlt wird
        
    Hat ein Spieler wesentlichen Grund zu der Annahme*, dass ein Gegner, der eine logische Alternative hatte, eine Aktion gewdhlt hat, die durch eine solche Information ndhergelegt worden sein kvnnte als eine andere, sollte er unverz|glich den Turnierleiter rufen. Der Turnierleiter soll Reizung und Spiel fortsetzen lassen und sich vorbehalten, einen berichtigten Score zuzuweisen, wenn seiner Meinung nach ein Regelversto_ zu einem Schaden gef|hrt hat.

B. Nicht regelkonforme Information aus anderen Quellen

Erhdlt ein Spieler zufdllig eine unerlaubte Information |ber ein Board, das er gerade spielt oder noch zu spielen hat - indem er z.B. eine falsche Hand ansieht, Ansagen, Resultate oder Bemerkungen mithvrt, Karten an einem anderen Tisch sieht oder eine Karte eines anderen Spielers am eigenen Tisch vor Beginn der Reizung sieht - sollte der Turnierleiter unverz|glich verstdndigt werden, vorzugsweise vom Empfdnger der Information. Kommt der Turnierleiter zu der Auffassung, dass die Information ein normales Spiel beeintrdchtigen kvnnte, darf er:

  1. Die Positionen anpassen
      
    wenn die Art des Turniers und die Scoremethode es zulassen, die Positionen der Spieler am Tisch so anpassen, dass der Spieler, der |ber Informationen |ber eine Hand verf|gt, diese Hand halten wird, oder
      

  2. Einen Ersatzspieler benennen
      
    mit dem Einverstdndnis aller vier Spieler vor|bergehend einen Ersatzspieler f|r den Spieler ernennen, der die unerlaubte Information erhalten hat, oder
      

  3. Einen berichtigten Score zuerkennen
      
    unverz|glich einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen.

C. Information durch zur|ckgenommene Ansagen oder gespielte Karten

Eine Ansage oder eine gespielte Karte darf zur|ckgenommen und durch eine andere ersetzt werden, entweder von einer nicht schuldigen Seite nach einem Regelversto_ des Gegners oder von einer schuldigen Seite, um eine Regelwidrigkeit zu berichtigen*.

  1. Nicht schuldige Seite
      
    F|r die nicht schuldige Seite ist jede Information, die sie durch eine zur|ckgenommene Aktion erlangt, erlaubt, egal, ob es ihre eigene Aktion oder die des Gegners ist.
      

  2. Schuldige Seite
      
    F|r die schuldige Seite ist eine Information, die sie durch ihre eigene zur|ckgenommene Aktion oder durch zur|ckgenommene Aktionen der nicht schuldigen Seite erhdlt, unerlaubt. Ein Spieler der schuldigen Seite darf zwischen logischen alternativen Aktionen keine wdhlen, die nachweislich durch die unerlaubte Information ndher gelegt worden sein kvnnte als eine andere.
      

* nach Spielende, oder bez|glich der Hand des Dummy, wenn der Tisch runter gelegt wird.

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Die Reizung

Teil I - Das korrekte Verfahren

Abschnitt I - Die Reizphase

Artikel 17: Dauer der Reizung

A. Die Reizphase beginnt

Die Reizphase einer Teilung beginnt f|r eine Seite, sobald einer der beiden Partner die Bildseite seiner Karten ansieht.

B. Die erste Ansage

Der Spieler, der auf dem Board als Teiler bezeichnet ist, macht die erste Ansage.

C. Aufeinanderfolgende Ansagen

Der Spieler zur Linken des Teilers macht die zweite Ansage, und danach reizt jeder Spieler der Reihe nach im Uhrzeigersinn.

D. Karten aus einem falschen Board

Falls ein Spieler, der versehentlich Karten aus einem falschen Board aufgenommen hat, eine Ansage macht, wird die Ansage aufgehoben. Falls der linke Gegner des schuldigen Spielers nach der aufgehobenen Ansage angesagt hat, soll der Turnierleiter k|nstliche berichtigte Scores zuerkennen (f|r allfdllige Strafen beachte man Artikel 90), wenn die Ersatzansage des schuldigen Spielers in irgendeiner bedeutenden Weise von seiner aufgehobenen Ansage abweicht*. Wenn der schuldige Spieler spdter die aufgehobene Ansage in dem Board wiederholt, dem er irrt|mlich seine Karten entnommen hat, darf der Turnierleiter das Board normal spielen lassen, aber der Turnierleiter soll k|nstliche berichtigte Scores zuerkennen (auch hier ist aber wieder Artikel 90 zu beachten), wenn die Ansage des schuldigen Spielers in irgendeiner Weise von seiner aufgehobenen urspr|nglichen Ansage abweicht.

E. Ende der Reizphase

Die Reizphase endet, wenn alle vier Spieler passen, oder wenn, nachdem drei Pass in Reihenfolge irgendeiner Ansage gefolgt sind, das erste Ausspiel aufgedeckt wird (wenn ein Pass ausser Reihenfolge angenommen worden ist, ist Artikel 34 zu beachten).

* Der linke Gegner des schuldigen Spielers muss seine vorangegangene Ansage wiederholen.

Artikel 18: Gebote

A. Richtige Form

Ein Gebot bezeichnet eine Zahl von Stichen |ber dem Buch, dies von eins bis sieben, und eine Denomination (Pass, Kontra und Rekontra sind Ansagen, aber keine Gebote).

B. Ein Gebot |berbieten

Ein Gebot |berbietet ein vorhergegangenes Gebot, wenn es entweder

    - die gleiche Stichzahl |ber dem Buch in einer ranghvheren Denomination oder

    - eine hvhere Stichzahl |ber dem Buch in irgendeiner Denomination bezeichnet.

C. Gen|gendes Gebot

Ein Gebot, welches das unmittelbar vorhergegangene Gebot |berbietet, ist ein gen|gendes Gebot.

D. Ungen|gendes Gebot

Ein Gebot, welches das unmittelbar vorhergegangene Gebot nicht |berbietet, ist ein ungen|gendes Gebot.

E. Rangfolge der Denominationen

Die Rangfolge der Denominationen ist in absteigender Ordnung: Sans-Atout, Pik, Herz, Karo, Treff.

F. Abweichende Methoden

Zonale Organisationen d|rfen zulassen, dass Ansagen anders gemacht werden.

 

Artikel 19: Kontras und Rekontras

A. Kontras

  1. G|ltiges Kontra
      
    Ein Spieler darf nur das letzte vorhergegangene Gebot kontrieren. Dieses Gebot muss von einem Gegner abgegeben worden sein; andere Ansagen als Pass d|rfen dazwischen nicht abgegeben worden sein.
      

  2. Richtige Form f|r Kontra
      
    Ein Spieler sollte bei der Abgabe des Kontras nicht die Stichzahl |ber dem Buch oder die Denomination angeben. Die allein korrekte Form ist das einzige Wort "Kontra".
      

  3. Kontra eines falsch wiedergegebenen Gebotes
      
    Wenn ein Spieler bei der Abgabe des Kontras das Gebot, die Stichzahl |ber dem Buch oder die Denomination falsch wiedergibt, wird angenommen, er habe das Gebot so kontriert, wie es abgegeben worden ist (beachten Sie, das hier Artikel 16 - unerlaubte Information - zur Anwendung kommen kann).

B. Rekontras

  1. G|ltiges Rekontra
      
    Ein Spieler darf nur das letzte vorhergegangene Kontra rekontrieren. Dieses Kontra muss von einem Gegner abgegeben worden sein; andere Ansagen als Pass d|rfen dazwischen nicht abgegeben worden sein.
      

  2. Richtige Form f|r Rekontra
      
    Ein Spieler sollte bei der Abgabe des Rekontras nicht die Stichzahl |ber dem Buch oder die Denomination angeben. Die allein korrekte Form ist das einzige Wort "Rekontra".
      

  3. Rekontra eines falsch wiedergegebenen Gebotes
      
    Wenn ein Spieler bei der Abgabe des Rekontras das Gebot, die Stichzahl |ber dem Buch oder die Denomination falsch wiedergibt, wird angenommen, er habe das Gebot so rekontriert, wie es abgegeben worden ist (beachten Sie, das hier Artikel 16 - unerlaubte Information - zur Anwendung kommen kann).

C. Kontra oder Rekontra aufgehoben

Jedes Kontra oder Rekontra wird durch ein nachfolgendes g|ltiges Gebot aufgehoben.

D. Scoren eines kontrierten oder rekontrierten Kontraktes

Folgt auf ein kontriertes oder rekontriertes Gebot kein weiteres g|ltiges Gebot, erhvhen sich die Berechnungswerte gemdss Artikel 77.

 

Artikel 20: Wiederholung und Erkldrung von Ansagen

A. Ansage nicht deutlich gehvrt

Ein Spieler, der eine Ansage nicht deutlich gehvrt hat, darf unverz|glich verlangen, dass sie wiederholt wird.

B. Wiederholung der Reizung wdhrend der Reizphase

Wdhrend der Reizung hat ein Spieler das Recht, sich sdmtliche* vorhergegangenen Ansagen wiederholen zu lassen, wenn er an der Reihe ist anzusagen, es sei denn, er ist durch die Regeln verpflichtet zu passen. Alerts sollten zur Wiederholung gehvren.

C. Wiederholung nach dem abschliessenden Pass

  1. Frage wegen des ersten Ausspiels
      
    Nach dem abschlie_enden Pass hat jeder Gegenspieler das Recht, zu fragen, ob er zum ersten Stich auszuspielen hat (siehe auch Artikel 47E und 41).
      

  2. Wiederholung der Reizung
      
    Der Alleinspieler oder jeder der Gegenspieler darf, wenn er das erste Mal an der Reihe ist zu spielen, die Wiederholung sdmtlicher* vorhergegangenen Ansagen verlangen (siehe auch Artikel 41 B und 41 C).

D. Wer darf die Reizung wiederholen

Dem Verlangen nach Wiederholung der Reizung soll nur der Gegner nachkommen.

E. Korrektur eines Fehlers bei der Wiederholung

Alle Spieler, einschliesslich des Tisches/Dummy oder eines Spielers, der aufgrund der Regeln verpflichtet ist, zu passen, sind f|r eine unverz|gliche Korrektur eines Fehlers bei der Wiederholung verantwortlich (siehe Artikel 12 C 1, wenn eine unkorrigierte Wiederholung Schaden anrichtet).

F. Erkldrung von Ansagen

  1. Wdhrend der Reizung
      
    Wdhrend der Reizung und vor dem abschliessenden Pass darf jeder Spieler, wenn er an der Reihe ist anzusagen, eine vollstdndige Erkldrung der gegnerischen Reizung verlangen.** (es kvnnen sowohl Fragen hinsichtlich tatsdchlich gemachter Ansagen als auch bez|glich erheblicher verf|gbarer, aber nicht gemachter Ansagen gestellt werden); die Antworten sollten normalerweise vom Partner des Spielers gegeben werden, der eine zur Frage stehende Ansage gemacht hat (siehe hierzu Artikel 75 C).
      

  2. Wdhrend der Spielphase
      
    Nach dem abschliessenden Pass und wdhrend der gesamten Spielphase darf jeder Gegenspieler, wenn er an der Reihe ist, zu spielen, eine Erkldrung der gegnerischen Reizung verlangen.** Der Alleinspieler darf, wenn er oder der Tisch/Dummy an der Reihe ist, zu spielen, eine Erkldrung einer gegnerischen Ansage oder der Gegenspielkonventionen der Gegenspieler verlangen.

* Ein Spieler darf weder eine teilweise Wiederholung der Ansagen verlangen noch die Wiederholung abbrechen, bevor sie beendet ist.

** Artikel 16 kann zur Anwendung kommen; veranstaltende Verbdnde d|rfen Regeln betreffend schriftlicher Erkldrungen aufstellen.

Artikel 21: Ansage, die auf einer falschen Auskunft beruht

A. Ansage aufgrund eigenen Missverstdndnisses

Ein Spieler hat keinen Anspruch auf eine Berichtigung, wenn er eine Ansage aufgrund eines eigenen Missverstdndnisses gemacht hat.

B. Ansage aufgrund falscher Auskunft durch den Gegner

  1. Dnderung einer Ansage
      
    Bis zum Ende der Reizphase (siehe Artikel 17 E) darf ein Spieler straflos eine Ansage dndern, wenn es wahrscheinlich ist, dass er die Ansage aufgrund einer falschen Auskunft durch einen Gegner gemacht hat (das Unterbleiben eines unverz|glichen Alerts einer konventionellen Ansage oder einer besonderen Partnerschaftsvereinbarung, die gemdss den Bestimmungen des veranstaltenden Verbandes alertierpflichtig ist, gilt als falsche Auskunft), vorausgesetzt, sein Partner hat anschlie_end noch nicht angesagt.
      

  2. Dnderungsrecht des Gegners nach einer Dnderung
      
    Dndert ein Spieler eine aufgrund einer falschen Auskunft gemachte Ansage (wie vorstehend unter 1. vorgesehen), darf anschliessend auch sein linker Gegner, wenn er an der Reihe ist, straflos jede gegebenenfalls gemachte Ansage dndern (sofern nicht die zur|ckgenommene Ansage eine derartige Information |bermittelt hat, dass die nicht-schuldige Seite geschddigt ist, in welchem Fall der Turnierleiter einen berichtigten Score zuweisen darf). - (Wegen unerlaubter Information durch zur|ckgenommene Ansagen siehe Artikel 16 C.)
      

  3. Zu spdt f|r eine Dnderung der Ansage
      
    Ist es zu spdt, eine Ansage zu dndern, darf der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen (Artikel 40 C kvnnte zur Anwendung kommen).

 

Abschnitt II - Nach Ende der Reizung

 

Artikel 22: Verfahren nach Ende der Reizung

A. Kein Spieler hat geboten

Hat am Ende der Reizung kein Spieler geboten, werden die Hdnde ungespielt in das Board zur|ckgesteckt. Es soll keine Neuteilung stattfinden.

B. Ein oder mehrere Spieler haben geboten

Hat irgendein Spieler geboten, wird das abschliessende Gebot zum Kontrakt, und das Spiel beginnt.

 

Teil II - Regelwidrigkeiten beim Verfahren

 

Artikel 23: Schddigendes erzwungenes Pass

R|ckverweisungen auf diese Regel erfolgen von vielen anderen Regeln, die Strafen f|r Regelverletzungen wdhrend der Reizphase vorsehen.

Zwingt die in irgendeiner Regel f|r eine Regelwidrigkeit vorgesehene Strafe den Partner des schuldigen Spielers beim ndchsten Mal zu passen, und ist der Turnierleiter der Auffassung, dass der schuldige Spieler zum Zeitpunkt seiner Regelwidrigkeit gewusst haben kvnnte, dass das erzwungene Pass wahrscheinlich die nicht-schuldige Seite schddigen w|rde, soll er Reizung und Spiel fortsetzen lassen und die Zuerkennung eines berichtigten Scores erwdgen (vgl. hierzu Artikel 72 B 1).

 

Abschnitt I - Wdhrend der Reizung sichtbar gewordene Karte

 

Artikel 24: Wdhrend der Reizung sichtbar gewordene oder ausgespielte Karte

Stellt der Turnierleiter wdhrend der Reizung fest, dass infolge einer Aktion eines Spielers dessen Partner die Bildseite einer oder mehrerer Karten aus der Hand dieses Spielers hat sehen kvnnen, soll der Turnierleiter anordnen, dass jede solche Karte bis zum Ende der Reizung mit der Bildseite nach oben auf dem Tisch liegen bleibt, und (Strafe) wenn der schuldige Spieler anschliessend zum Gegenspieler wird, darf der Alleinspieler jede solche Karte als Strafkarte (vgl. hierzu Artikel 50) behandeln. Zusdtzlich gilt folgendes:

A. Kleine, nicht vorzeitig ausgespielte Karte

Handelt es sich um eine einzelne Karte unter dem Rang einer Figur, die auch nicht vorzeitig ausgespielt wurde, folgt keine weitere Strafe.

B. Einzelne Figur oder vorzeitig ausgespielte Karte

Handelt es sich um eine einzelne Karte im Range einer Figur oder um eine beliebige, vorzeitig ausgespielte Karte, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen (vgl. Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt).

C. Zwei oder mehr Karten sind sichtbar

Sind zwei oder mehr Karten in dieser Weise sichtbar, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen (vgl. Artikel 23, wenn das Pass die nichtschuldige Seite schddigt).

Abschnitt II - Dnderung von Ansagen

 

Artikel 25: G|ltige und ung|ltige Dnderungen von Ansagen

A. Unverz|gliche Korrektur eines Versehens

Bis sein Partner eine Ansage macht, darf ein Spieler seine versehentlich gemachte Ansage durch die von ihm beabsichtigte Ansage ersetzen, jedoch nur dann, wenn er dies ohne Gedankenpause tut oder zu tun versucht. Wenn g|ltig, bleibt seine letzte Ansage ohne Strafe bestehen; wenn ung|ltig, unterliegt sie der anzuwendenden Regel.

B. Verzvgerte oder absichtliche Korrektur

Bis der linke Gegner ansagt, darf eine Ansage ersetzt werden, wenn Absatz A nicht zur Anwendung kommt:

  1. Ersatzansage wird angenommen
      
    Der linke Gegner des schuldigen Spielers darf die Ersatzansage nach seinem Gutd|nken annehmen (als g|ltig behandeln)*, dann bleibt die Ersatzansage bestehen und die Reizung geht ohne Strafe weiter. Hat der linke Gegner des schuldigen Spielers eine Ansage gemacht, bevor auf die Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist, und stellt der Turnierleiter fest, dass der linke Gegner seine Ansage |ber die urspr|ngliche Ansage des schuldigen Spielers in der betreffenden Bietrunde hat machen wollen, bleibt die zweite Ansage des schuldigen Spielers straflos bestehen, und der linke Gegner darf seine Ansage straflos zur|cknehmen (siehe aber Artikel 16 C 2).
      

  2. Ersatzansage wird nicht angenommen
      
    Wird die Ersatzansage nicht angenommen, wird sie aufgehoben. Weiter gilt:

  1. Erste Ansage ung|ltig

War die erste Ansage ung|ltig, unterliegt der schuldige Spieler der anzuwendenden Regel (und die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen bez|glich der zweiten Ansage zur Anwendung kommen).

  1. Erste Ansage g|ltig

War die erste Ansage g|ltig, muss der schuldige Spieler entweder

aa.    die erste Ansage bestehen lassen
  
die erste Ansage bestehen lassen, in welchem Falle (Strafe) sein Partner passen muss, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt), oder

bb.     die erste Ansage durch eine andere Ansage ersetzen
  
jede beliebige andere g|ltige Ansage machen, in welchem Falle (Strafe) die Reizung normal fortgef|hrt wird (aber der Partner des schuldigen Spielers darf Ansagen nicht auf Informationen st|tzen, die er durch zur|ckgenommene Ansagen erhalten hat); die schuldige Seite** darf keinen besseren Score als Minusdurchschnitt erhalten (siehe Artikel 12 C 1).

  1. Ausspielstrafen
      
    In beiden vorstehend genannten Fdllen des Buchstaben b unterliegt der Partner des schuldigen Spielers einer Ausspielstrafe (siehe Artikel 26), falls er zum Gegenspieler wird.

* Wenn das urspr|ngliche Gebot ungen|gend war, ist Artikel 27 anzuwenden.

**Die nicht-schuldige Seite bekommt den am Tisch erzielten Score zuerkannt.

 

Artikel 26: Ausspielstrafen nach zur|ckgenommener Ansage

Wird ein schuldiger Spieler zum Gegenspieler, nachdem eine seiner Ansagen zur|ckgenommen worden ist und er eine abweichende* endg|ltige Ansage f|r die betreffende Bietrunde gewdhlt hat, dann gilt:

A. Ansage auf eine bestimmte Farbe bezogen

War die zur|ckgenommene Ansage auf eine bestimmte Farbe oder Farben bezogen und

  1. Farbe spezifiziert
      
    wurde die Farbe von demselben Spieler spezifiziert, gibt es keine Ausspielstrafe, siehe aber Artikel 16 C.
      

  2. Farbe nicht spezifiziert
      
    wurde die Farbe nicht von demselben Spieler in der g|ltigen Reizung spezifiziert, dann (Strafe) darf der Alleinspieler entweder vom Partner des schuldigen Spielers das Ausspiel der genannten Farbe (oder einer bestimmten spezifizierten Farbe) verlangen, wenn dieser das erste Mal auszuspielen hat, einschliesslich des ersten Ausspiels; oder dem Partner des schuldigen Spielers verbieten, die genannte Farbe (oder eine bestimmte spezifizierte Farbe) auszuspielen, wenn dieser das erste Mal auszuspielen hat, einschlie_lich des ersten Ausspiels. Dieses Verbot gilt, solange der Partner des schuldigen Spielers bei Stich bleibt.

B. Andere zur|ckgenommene Ansagen

Bei anderen zur|ckgenommenen Ansagen darf (Strafe) der Alleinspieler dem Partner des schuldigen Spielers verbieten, irgendeine Farbe** auszuspielen, wenn dieser das erste Mal auszuspielen hat, einschliesslich des ersten Ausspiels. Dieses Verbot gilt, solange der Partner des schuldigen Spielers bei Stich bleibt.

* Eine wiederholte Ansage mit einer sehr abweichenden Bedeutung gilt als abweichende Ansage.

** Der Alleinspieler benennt eine Farbe, wenn der Partner des schuldigen Spielers zum ersten Mal am Ausspiel ist.

 

Abschnitt III - Ungen|gendes Gebot

 

Artikel 27: Sonstige Turniere

A. Ungen|gendes Gebot angenommen

Jedes ungen|gende Gebot darf vom linken Gegner des schuldigen Spielers nach seinem Gutd|nken angenommen (als g|ltig behandelt) werden. Es ist angenommen, wenn dieser Spieler ansagt.

B. Ungen|gendes Gebot nicht angenommen

Wird ein ungen|gendes Gebot, das in der richtigen Reihenfolge abgegeben wurde, nicht angenommen, muss es entweder durch ein gen|gendes Gebot oder ein Pass ersetzt werden.

  1. Nat|rliches Gebot ersetzt durch niedrigstes gen|gendes Gebot in derselben Denomination
      

    1. Keine Strafe
        
      Waren sowohl das ungen|gende Gebot als auch das Ersatzgebot zweifellos nicht konventionell, und wird das Gebot durch das niedrigste gen|gende Gebot in derselben Denomination ersetzt, geht die Reizung so weiter, als habe die Regelwidrigkeit nicht stattgefunden (Artikel 16 C 2 findet auf diesen Fall keine Anwendung, aber siehe folgend b)).
        

    2. Zuerkennen eines berichtigten Scores
        
      Wenn nach Meinung des Turnierleiters das ungen|gende Gebot eine derartige Information |bermittelt hat, dass die nicht-schuldige Seite geschddigt wird, soll er einen berichtigten Score zuweisen.
        

  2. Entweder Gebot konventionell oder ersetzt durch irgendein anderes gen|gendes Gebot oder Pass
      
    Kvnnte entweder das ungen|gende Gebot oder das niedrigste gen|gende Gebot in derselben Denomination konventionell gewesen sein, oder wird das Gebot durch irgendein anderes gen|gendes Gebot oder durch ein Pass ersetzt, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers jedes Mal passen, wenn er an der Reihe ist anzusagen (Artikel 10 C 1 findet Anwendung und siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt; und die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen Anwendung finden).
      

  3. Versuch der Korrektur durch Kontra oder Rekontra
      
    Wenn der schuldige Spieler versucht, sein ungen|gendes Gebot durch ein Kontra oder Rekontra zu ersetzen, wird diese versuchte Ansage aufgehoben und (Strafe) sein Partner muss jedesmal passen, wenn er an der Reihe ist anzusagen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt; und die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen Anwendung finden).

C. Ungen|gendes Gebot au_er Reihenfolge

Gibt ein Spieler ein ungen|gendes Gebot ausser Reihenfolge ab, kommt Artikel 31 zur Anwendung.

 

Abschnitt IV - Ansage au_er Reihenfolge

 

Artikel 28: Ansagen, die als in Reihenfolge gemacht gelten

A. Rechter Gegner musste passen

Eine Ansage gilt als in Reihenfolge, wenn sie von einem Spieler gemacht wird, wdhrend dessen rechter Gegner an der Reihe ist anzusagen, sofern dieser Gegner aufgrund der Regeln verpflichtet ist zu passen.

B. Ansage des an der Reihe befindlichen Spielers hebt Ansage ausser Reihenfolge auf

Eine Ansage gilt als in Reihenfolge, wenn sie von einem Spieler gemacht wird, der an der Reihe war anzusagen, bevor die Strafe f|r eine von einem Gegner ausser Reihenfolge gemachte Ansage verhdngt worden ist; eine solche Ansage verwirkt die Strafe f|r die ausser Reihenfolge gemachte Ansage, und die Reizung wird fortgesetzt, als ob dieser Gegner in dieser Bietrunde keine Ansage gemacht hdtte, aber Artikel 16 C 2 findet Anwendung.

 

Artikel 29: Verfahren nach einer Ansage au_er Reihenfolge

A. Verwirkung des Rechts auf Bestrafung

Nach einer ausser Reihenfolge gemachten Ansage darf der linke Gegner des schuldigen Spielers sich daf|r entscheiden anzusagen, wodurch er das Recht auf Bestrafung verwirkt.

B. Ansage ausser Reihenfolge aufgehoben

Andernfalls wird eine Ansage ausser Reihenfolge aufgehoben (siehe jedoch vorstehend A), und die Reizung geht an den Spieler zur|ck, der an der Reihe war anzusagen. Der schuldige Spieler darf jede g|ltige Ansage innerhalb der richtigen Reihenfolge machen, aber seine Seite kvnnte den Strafen nach den Artikeln 30, 31 oder 32 unterliegen.

C. Ansage ausser Reihenfolge ist konventionell

Wenn eine Ansage ausser Reihenfolge konventionell ist, sollen die Bestimmungen der Artikel 30, 31 und 32 auf die implizierten Denominationen anstatt auf die genannten Denominationen Anwendung finden.

 

Artikel 30: Pass ausser Reihenfolge

Hat ein Spieler ausser Reihenfolge gepasst (und wird diese Ansage aufgehoben, weil die Option, die Ansage anzunehmen, nicht wahrgenommen worden ist - siehe Artikel 29), gilt folgendes:

A. Bevor irgendein Spieler geboten hat

Hat ein Spieler ausser Reihenfolge gepasst, bevor irgendein Spieler geboten hat, muss (Strafe) der schuldige Spieler passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen und Artikel 72 B 1 kvnnte zur Anwendung kommen.

B. Nachdem irgendein Spieler geboten hat

  1. Wdhrend sein rechter Gegner an der Reihe ist anzusagen
      
    Passt ein Spieler ausser Reihenfolge, nachdem irgendein Spieler geboten hat, und wdhrend sein rechter Gegner an der Reihe ist anzusagen, muss (Strafe) der schuldige Spieler passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen (bezieht sich das Pass ausser Reihenfolge konventionell auf eine bestimmte Farbe oder Farben und |bermittelt dadurch eine Information, kvnnen die Ausspielstrafen des Artikels 26 zur Anwendung kommen).
      

  2. Wdhrend sein Partner an der Reihe ist anzusagen
      

    1. Vom schuldigen Spieler gefordertes Verhalten
        
      Passt ein Spieler ausser Reihenfolge, nachdem irgendein Spieler geboten hat und wdhrend sein Partner an der Reihe ist anzusagen, muss (Strafe) der schuldige Spieler wdhrend der gesamten Reizung passen; und Artikel 72 B 1 kvnnte zur Anwendung kommen.
        

    2. Optionen f|r den Partner des schuldigen Spielers
        
      Der Partner des schuldigen Spielers darf jedes beliebige gen|gende Gebot abgeben oder passen, aber er darf in dieser Bietrunde weder kontrieren noch rekontrieren, und Artikel 72 B 1 kvnnte zur Anwendung kommen.
        

  3. Wdhrend sein linker Gegner an der Reihe ist anzusagen
      
    Passt ein Spieler ausser Reihenfolge, nachdem irgendein Spieler geboten hat, und wdhrend sein linker Gegner an der Reihe ist anzusagen, wird dies als Dnderung einer Ansage behandelt, und ARtikel 25 kommt zur Anwendung.

C. Wenn das Pass eine Konvention ist

Wenn das Pass ausser Reihenfolge eine Konvention ist, kommt Artikel 31 und nicht diese Regel zur Anwendung. Ein Pass ist eine Konvention, wenn es aufgrund einer besonderen Vereinbarung mehr als eine bestimmte Punktstdrke verspricht, oder wenn es k|nstlich Werte in einer anderen als der letztgenannten Farbe verspricht oder verneint.

 

Artikel 31: Gebot ausser Reihenfolge

Hat ein Spieler ausser Reihenfolge geboten (und wird diese Ansage aufgehoben, weil die Option, die Ansage anzunehmen, nicht wahrgenommen worden ist - siehe Artikel 29), gilt folgendes:

A. Rechter Gegner ist an der Reihe

Hat der schuldige Spieler geboten (oder auf seines Partners Ansage konventionell gepasst, in welchem Fall Absatz A 2. b) zur Anwendung kommt), wdhrend sein rechter Gegner an der Reihe war anzusagen, dann gilt:

  1. Rechter Gegner passt
      
    Wenn dieser Gegner passt, muss der schuldige Spieler die Ansage ausser Reihenfolge wiederholen, und wenn diese g|ltig ist, gibt es keine Strafe.
      

  2. Rechter Gegner agiert
      
    Wenn dieser Gegner ein g|ltiges* Gebot abgibt, kontriert oder rekontriert, darf der schuldige Spieler jede g|ltige Ansage machen; wenn diese Ansage
      

    1. die Denomination wiederholt
        
      die Denomination seines Gebotes ausser Reihenfolge wiederholt, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen (siehe Artikel 23).
        

    2. nicht die Denomination wiederholt
        
      nicht die Denomination seines Gebotes au_er Reihenfolge wiederholt, kvnnen die Ausspielstrafen des Artikels 26 zur Anwendung kommen, und (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers muss wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23).

B. Partner oder linker Gegner ist an der Reihe
  
Hat der schuldige Spieler geboten, wdhrend sein Partner an der Reihe war anzusagen, oder wdhrend sein linker Gegner an der Reihe war anzusagen und der schuldige Spieler vorher noch keine Ansage gemacht hat**, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt), und die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen.

* Eine ung|ltige Ansage des rechten Gegners wird wie |blich bestraft.

** Spdtere Gebote, wenn der linke Gegner an der Reihe ist anzusagen, werden als Dnderung von Ansagen behandelt und Artikel 25 findet Anwendung.
  

 

Artikel 32: Kontra oder Rekontra ausser Reihenfolge

Ein Kontra oder Rekontra ausser Reihenfolge darf nach Gutd|nken des Gegners, der als ndchster an der Reihe ist anzusagen, angenommen werden (siehe Artikel 29), mit der Ausnahme, dass ein unzuldssiges Kontra oder Rekontra niemals angenommen werden darf (siehe Artikel 35 A, wenn der ndchste Gegner dennoch ansagt). Wird die ung|ltige Ansage nicht angenommen, wird sie aufgehoben, und die Ausspielstrafen des Artikels 26 B kvnnen zur Anwendung kommen. Weiter gilt:

A. Wdhrend der Partner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen

Ist ausser Reihenfolge kontriert oder rekontriert worden, wdhrend der Partner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt).

B. Wdhrend der rechte Gegner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen

Ist ausser Reihenfolge kontriert oder rekontriert worden, wdhrend der rechte Gegner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen, gilt:

  1. Rechter Gegner passt
      
    Passt der rechte Gegner des schuldigen Spielers, muss der schuldige Spieler sein Kontra oder Rekontra wiederholen, und es gibt keine Strafe, es sei denn, das Kontra oder Rekontra ist unzuldssig, dann findet Artikel 36 Anwendung.
      

  2. Rechter Gegner bietet
      
    Bietet der rechte Gegner des schuldigen Spielers, darf der schuldige Spieler in Reihenfolge jede beliebige g|ltige Ansage machen, und (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers muss wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt).

 

Artikel 33: Gleichzeitige Ansagen

Eine Ansage, die gleichzeitig mit der des Spielers, der an der Reihe war anzusagen gemacht wird, gilt als nachfolgende Ansage.

 

Artikel 34: Bewahrung des Rechts, anzusagen

Sind auf eine Ansage drei Pass gefolgt, endet die Reizung nicht, wenn eines dieser Pass ausser Reihenfolge war und dadurch einem Spieler das Recht genommen hat, in dieser Bietrunde anzusagen. Die Reizung geht an den Spieler zur|ck, der |bergangen worden ist. Alle nachfolgenden Pass werden aufgehoben, und die Reizung geht weiter, als ob keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.
  

Artikel 35: Unzuldssige Ansage angenommen

Macht der linke Gegner des schuldigen Spielers nach einer der unten angef|hrten unzuldssigen Ansagen eine Ansage, bevor eine Strafe verhdngt worden ist, bleibt die unzuldssige Ansage straflos (die Ausspielstrafen des Artikels 26 kommen nicht zur Anwendung), und:

A. Kontra oder Rekontra

War die unzuldssige Ansage ein gemdss Artikel 19 nicht erlaubtes Kontra oder Rekontra, werden diese Ansage und alle folgenden Ansagen aufgehoben. Die Reizung geht an den Spieler zur|ck, der an der Reihe ist anzusagen, und geht weiter, als ob keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.

B. Aktion eines zum Passen verpflichteten Spielers

War die unzuldssige Ansage ein Gebot, Kontra oder Rekontra eines Spielers, der aufgrund einer Regel zum Passen verpflichtet war, bleiben diese Ansage und alle folgenden g|ltigen Ansagen bestehen. Jedoch muss der schuldige Spieler, falls er f|r den Rest der Reizung passen musste, immer noch in den folgenden Bietrunden passen.

C. Gebot von mehr als Sieben

War die unzuldssige Ansage ein Gebot von mehr als Sieben, werden diese Ansage und alle folgenden Ansagen aufgehoben; der schuldige Spieler muss passen und die Reizung geht weiter, als ob keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.

D. Ansage nach dem die Reizung abschliessenden Pass

War die unzuldssige Ansage eine Ansage nach dem die Reizung abschliessenden Pass, werden diese Ansage und alle folgenden Ansagen ohne Strafe aufgehoben.

 

Abschnitt V - Unzuldssige Ansagen

 

Artikel 36: Unzuldssiges Kontra und Rekontra

Jedes Kontra oder Rekontra, das nicht gemdss Artikel 19 erlaubt ist, wird aufgehoben. Der schuldige Spieler muss es durch eine g|ltige Ansage ersetzen, und (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers muss wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt); die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (War das unzuldssige Kontra oder Rekontra ausser Reihenfolge, siehe Artikel 32; wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 A).

 

Artikel 37: Verletzung der Passpflicht

Ein Gebot, Kontra oder Rekontra eines Spielers, der aufgrund einer Regel verpflichtet ist, zu passen, wird aufgehoben, und (Strafe) beide Mitglieder der schuldigen Seite m|ssen wdhrend der gesamten Reizung passen (vergleiche aber auch Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt). Die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 B.)

 

Artikel 38: Gebot von mehr als Sieben

Kein Spiel oder Score in einem Kontrakt von mehr als Sieben ist jemals zuldssig. Ein Gebot von mehr als Sieben wird aufgehoben, und (Strafe) jedes Mitglied der schuldigen Seite muss wdhrend der restlichen Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt). Die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 C.)

 

Artikel 39: Ansage nach dem abschliessenden Pass

Eine Ansage, die nach dem die Reizung abschliessenden Pass gemacht wurde, wird aufgehoben, und:

A. Pass, oder Ansage der Seite des Alleinspielers

Handelt es sich um ein Pass eines Gegenspielers oder um jede beliebige Ansage des k|nftigen Alleinspielers oder Dummy, gibt es keine Strafe.

B. Andere Aktion eines Gegenspielers

Handelt es sich um ein Gebot, Kontra oder Rekontra eines Gegenspielers, kvnnen die Ausspielstrafen des Artikels 26 zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, vergleiche Artikel 35 D.)

 

Artikel 40: Partnerschafts|bereink|nfte

A. Recht, eine Ansage oder Spielweise zu wdhlen

Ein Spieler darf ohne vorherige Ank|ndigung jede beliebige Ansage oder Spielweise wdhlen (einschliesslich einer absichtlich irref|hrenden Ansage - wie z.B. eines Bluffgebots - oder eine Ansage oder Spielweise, die vom |blichen oder vorher bekannt gegebenen Gebrauch einer Konvention abweicht), aber nur unter der Voraussetzung, dass eine solche Ansage oder Spielweise nicht auf einer Partnerschafts|bereinkunft beruht.

B. Verborgene Partnerschafts|bereink|nfte verboten

Kein Spieler darf eine auf einer besonderen Partnerschafts|bereinkunft beruhende Ansage oder Spielweise wdhlen, ausser wenn von einem gegnerischen Paar vern|nftigerweise erwartet werden kann, ihre Bedeutung zu verstehen, oder wenn seine Seite den Gebrauch einer solchen Ansage oder Spielweise gemdss den Bestimmungen des veranstaltenden Verbandes offen legt.

C. Wahlmvglichkeit des Turnierleiters

Kommt der Turnierleiter zu dem Ergebnis, dass eine Seite dadurch geschddigt worden ist, dass die Gegenseite nicht die volle Bedeutung einer Ansage oder Spielweise erkldrt hat, darf er einen berichtigten Score zuerkennen.

D. Regelung von Konventionen

Der veranstaltende Verband darf die Anwendung von Reiz- oder Spielkonventionen regeln. Zonale Organisationen d|rfen zusdtzlich Partnerschafts|bereink|nfte (sogar, wenn diese nicht konventionell sind) regeln, die es einer Partnerschaft erlauben, ihre Erstaktionen auf der Einerstufe mit einer Hand zu machen, die um wenigstens einen Kvnig schwdcher als eine Durchschnittshand sind. Die zonalen Organisationen d|rfen diese Zustdndigkeit delegieren.

E. Konventionskarte

  1. Anordnungsbefugnis
      
    Der veranstaltende Verband darf eine Konventionskarte vorschreiben, auf der die Partner ihre Konventionen und andere Vereinbarungen aufzuf|hren haben und er darf Vorschriften hinsichtlich ihres Gebrauchs erlassen, einschliesslich einer Auflage, dass beide Mitglieder einer Partnerschaft dasselbe System spielen m|ssen (solch eine Bestimmung darf keinesfalls Stil und Beurteilungsspielraum einschrdnken, sondern nur die Methode).
      

  2. Einsichtnahme in die gegnerische Konventionskarte
      
    Wdhrend der Reizung und des Spiels darf jeder Spieler, mit Ausnahme des Tisches/Dummy, Einblick in die gegnerische Konventionskarte nehmen, wenn er an der Reihe ist, anzusagen oder zu spielen, aber nicht in die eigene.*

* Kein Spieler ist wdhrend der Reizung oder des Spiels berechtigt, irgendwelche Hilfsmittel zur Unterst|tzung seines Geddchtnisses, seiner Berechnungen oder seiner Technik in Anspruch zu nehmen. Jedoch d|rfen veranstaltende Verbdnde ungewvhnliche Methoden bezeichnen und die Einsichtnahme am Tisch in schriftlich ausgearbeitete Verteidigungssysteme gegen vom Gegner angewendete ungewvhnliche Methoden gestatten.

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KAPITEL VI

Das Spiel

Teil I - Das Verfahren

Abschnitt I - Das korrekte Verfahren

 

Artikel 41: Beginn des Spiels

A. Verdecktes erstes Ausspiel

Nachdem auf ein Gebot, Kontra oder Rekontra drei Pass in Reihenfolge gefolgt sind, spielt der Gegenspieler links vom vermeintlichen Alleinspieler verdeckt aus*. Das verdeckte Ausspiel darf nur auf Anweisung des Turnierleiters nach einer Regelwidrigkeit zur|ckgenommen werden (siehe Artikel 47 F 2); die zur|ckgenommene Karte muss der Hand des Gegenspielers wieder zugef|hrt werden.

B. Wiederholung der Reizung und Fragen

Bevor das erste Ausspiel aufgedeckt wird, d|rfen sowohl der Partner des Ausspielers als auch der vermeintliche Alleinspieler eine Wiederholung der Reizung oder eine Erkldrung einer gegnerischen Ansage verlangen (siehe Artikel 20). Der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler darf, wenn er das erste Mal an der Reihe ist zu spielen, eine Wiederholung der Reizung verlangen; dieses Recht erlischt, sobald er eine Karte spielt. Die Gegenspieler (vorbehaltlich Artikel 16) und der Alleinspieler behalten das Recht, Erkldrungen zu verlangen wdhrend der gesamten Spielphase, jeweils wenn er an der Reihe ist zu spielen.

C. Aufdecken des ersten Ausspiels

Nach dieser Frageperiode wird das erste Ausspiel aufgedeckt, die Spielphase beginnt und der Tisch wird aufgelegt. Ist es f|r eine Wiederholung vorangegangener Ansagen zu spdt (siehe vorstehend B), sind der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler, jeweils wenn er an der Reihe ist zu spielen, berechtigt zu erfahren, wie der Kontrakt lautet, und ob - jedoch nicht von wem - dieser kontriert oder rekontriert worden ist.

D. Dummy's Hand

Nachdem das erste Ausspiel aufgedeckt wurde, breitet der Dummy seine Hand vor sich auf dem Tisch aus, und zwar mit der Bildseite nach oben, nach Farben geordnet, die Karten in Rangfolge, in der Ldnge nach zum Alleinspieler hin ausgerichteten Spalten, mit der Trumpffarbe vom Dummy aus gesehen rechts. Der Alleinspieler spielt sowohl seine eigenen Karten als auch die des Tisches.

*Veranstaltende Verbdnde d|rfen bestimmen, dass das Ausspiel offen zu machen ist.

 

Artikel 42: Die Rechte des Dummy

A. Unbedingte Rechte

  1. Auskunft geben
      
    Der Dummy hat das Recht, in Gegenwart des Turnierleiters Auskunft |ber Tatsachen oder bez|glich der Regeln zu geben.
      

  2. Stiche mitzdhlen
      
    Er darf die gewonnenen und verlorenen Stiche mitzdhlen.
      

  3. Im Auftrag des Alleinspielers spielen
      
    Er spielt die Karten des Tisches als Beauftragter des Alleinspielers nach dessen Anordnungen (siehe Artikel 45 F, wenn der Dummy eine Spielweise vorschldgt).

B. Bedingte Rechte

Der Dummy darf andere Rechte vorbehaltlich der in Artikel 43 aufgef|hrten Einschrdnkungen aus|ben.

  1. Fragen nach Revoke
      
    Der Dummy darf den Alleinspieler (jedoch nicht einen Gegenspieler) fragen, ob er eine Karte der ausgespielten Farbe besitzt, wenn dieser bei einem Stich nicht Farbe bekannt hat.
      

  2. Versuchen, eine Regelwidrigkeit zu verhindern
      
    Er darf versuchen, jede Regelwidrigkeit seitens des Alleinspielers zu verhindern.
      

  3. Auf eine Regelwidrigkeit hinweisen
      
    Er darf auf jede Regelwidrigkeit aufmerksam machen, jedoch erst nach Beendigung des Spiels.

 

Artikel 43: Eingeschrdnkte Rechte des Dummy

Ausgenommen diejenigen, welche in Artikel 42 aufgef|hrt sind:

A. Einschrdnkungen, denen der Dummy unterliegt

  1. Generelle Einschrdnkungen
     

    1. Rufen des Turnierleiters
        
      Sofern nicht durch einen anderen Spieler auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist, sollte der Dummy wdhrend des Spiels kein Rufen des Turnierleiters initiieren.
        

    2. Auf eine Regelwidrigkeit hinweisen
        
      Wdhrend des Spiels darf der Dummy nicht auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen.
        

    3. Am Spiel teilnehmen oder Kommentare zum Spiel abgeben
        
      Der Dummy darf keinesfalls am Spiel teilnehmen, noch darf er dem Alleinspieler irgend etwas |bermitteln, das mit dem Spiel zusammenhdngt.
        

  2. Einschrdnkungen mit bestimmten Straffolgen
     

    1. Hdnde austauschen
        
      Der Dummy darf nicht mit dem Alleinspieler die Hdnde austauschen.
        

    2. Seinen Platz verlassen, um dem Alleinspieler zuzuschauen
        
      Der Dummy darf nicht seinen Platz verlassen, um dem Alleinspieler beim Abspiel zuzusehen.
        

    3. Die Hand eines Gegenspielers ansehen
        
      Der Dummy darf nicht von sich aus die Bildseite einer Karte in der Hand eines der beiden Gegenspieler ansehen.

B. Strafen f|r Regelverletzungen

  1. Generelle Strafen
      
    Der Dummy unterliegt den Strafbestimmungen des Artikels 90 f|r jede Nichteinhaltung der vorstehend in A 1 oder A 2 aufgef|hrten Einschrdnkungen.
      

  2. Spezifische Strafen
      
    Hdlt der Dummy die vorstehend in A 2 aufgef|hrten Einschrdnkungen nicht ein, und:

  1. Warnt den Alleinspieler vor falschem Ausspiel
      
    Warnt er den Alleinspieler, nicht von der falschen Hand auszuspielen, darf (Strafe) jeder Gegenspieler die Hand bestimmen, von der der Alleinspieler ausspielen soll.
      

  2. Befragt den Alleinspieler bez|glich mvglicher Regelwidrigkeit
      
    Ist er der erste, der den Alleinspieler fragt, ob dieser ein Revoke begangen hat, muss der Alleinspieler eine den Regeln entsprechende Karte spielen, wenn sein Spiel regelwidrig war, und die Strafbestimmungen des Artikels 64 kommen so zur Anwendung, als ob das Revoke vollendet worden wdre.

  1. Dummy weist als erster auf eine Regelwidrigkeit eines Gegenspielers hin
      
    Macht der Dummy nach Nichteinhaltung seiner sich aus vorstehend A 2 ergebenden Beschrdnkungen als erster auf eine Regelwidrigkeit eines Gegenspielers aufmerksam, soll keine Strafe verhdngt werden. Wenn die Gegenspieler unmittelbar von ihrer Regelwidrigkeit profitieren, soll der Turnierleiter beiden Seiten zwecks Wiederherstellung der Billigkeit einen berichtigten Score zuerkennen.

 

Artikel 44: Reihenfolge und Verfahren beim Spiel

A. Ausspiel zu einem Stich

Der Spieler, der zu einem Stich ausspielt, darf jede beliebige Karte aus seiner Hand spielen (es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite begangenen Regelwidrigkeit einer Einschrdnkung unterworfen).

B. Folgende Zugaben zu einem Stich

Nach dem Ausspiel gibt jeder andere Spieler der Reihe nach eine Karte zu, und die vier so gespielten Karten ergeben einen Stich. (Bez|glich der Art und Weise, in der Karten gespielt und Stiche abgelegt werden, siehe Artikel 65.)

C. Pflicht, Farbe zu bekennen

Beim Spielen zu einem Stich muss jeder Spieler, wenn mvglich, Farbe bekennen. Diese Verpflichtung hat gegen|ber allen anderen Regeln Vorrang.

D. Unmvglichkeit, Farbe zu bekennen

Kann ein Spieler nicht Farbe bekennen, darf er jede beliebige Karte spielen (es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite begangenen Regelwidrigkeit einer Einschrdnkung unterworfen).

E. Stiche, die Trumpfkarten enthalten

Ein Stich, der einen Trumpf enthdlt, wird von dem Spieler gewonnen, der zu ihm den hvchsten Trumpf zugegeben hat.

F. Stiche, die keine Trumpfkarten enthalten

Ein Stich, der keine Trumpfkarten enthdlt, wird von dem Spieler gewonnen, der zu ihm die hvchste Karte der ausgespielten Farbe zugegeben hat.

G. Ausspiel zu den dem ersten Stich nachfolgenden Stichen

Der Spieler, der den Stich gewonnen hat, spielt zum ndchsten Stich aus.

 

Artikel 45: Gespielte Karte

A. Spiel einer Karte aus einer Hand

Jeder Spieler mit Ausnahme des Dummy spielt eine Karte, indem er sie aus seiner Hand nimmt und offen* unmittelbar vor sich auf den Tisch legt.

B. Spiel einer Karte vom Tisch

Der Alleinspieler spielt eine Karte vom Tisch, indem er sie benennt, woraufhin der Dummy die Karte aufnimmt und sie vor sich auf den Tisch legt. Beim Spielen vom Tisch darf der Alleinspieler, wenn erforderlich, die gew|nschte Karte selbst aufnehmen.

C. Zwangsweises Spielen einer Karte

  1. Karte eines Gegenspielers
      
    Eine Karte eines Gegenspielers, die so gehalten wird, dass es seinem Partner mvglich ist, deren Bildseite zu sehen, muss zum laufenden Stich gespielt werden (wenn der Gegenspieler bereits eine g|ltige Karte zum laufenden Stich zugegeben hat, siehe Artikel 45 E).
      

  2. Karte des Alleinspielers
      
    Der Alleinspieler muss eine mit der Bildseite nach oben gehaltene Karte aus seiner Hand spielen, die den Tisch ber|hrt oder fast ber|hrt, oder die in einer Art und Weise gehalten wird, die anzeigen soll, dass sie gespielt worden ist.
      

  3. Karte des Tisches
      
    Eine Karte des Tisches muss gespielt werden, wenn der Alleinspieler sie absichtlich ber|hrt hat, au_er er wollte die Karten des Tisches ordnen oder eine Karte |ber oder unter der oder den ber|hrten Karten spielen.
      

  4. Genannte oder bezeichnete Karte
      

    1. Spiel einer genannten Karte
        
      Eine Karte muss gespielt werden, wenn ein Spieler sie als diejenige Karte nennt oder auf andere Weise bezeichnet, die er zu spielen beabsichtigt.
        

    2. Berichtigung einer unbeabsichtigten Bezeichnung
        
      Ein Spieler darf ohne Straffolge eine unbeabsichtigte Bezeichnung dndern, wenn er dies ohne Gedankenpause tut; hat jedoch ein Gegner, als er an der Reihe war, eine Karte gespielt, die vor der Dnderung der Bezeichnung g|ltig war, darf dieser Gegner die so gespielte Karte straflos zur|cknehmen und an ihrer Stelle eine andere spielen (siehe Artikel 47 E).
        

  5. Strafkarte
      
    Eine Artikel 50 unterworfene Haupt- oder Nebenstrafkarte muss mvglicherweise gespielt werden.

D. Der Dummy spielt falsche Karte

Bringt der Dummy eine Karte, die der Alleinspieler nicht genannt hat, in die Position einer gespielten Karte, muss sie zur|ckgenommen werden, wenn darauf hingewiesen wird, bevor jede Seite zum ndchsten Stich gespielt hat, und ein Gegenspieler darf (straflos) eine Karte zur|cknehmen, die er nach dem Irrtum, aber vor dem Hinweis darauf gespielt hat; wenn der rechte Gegner des Alleinspielers seine Karte zur|cknimmt, darf der Alleinspieler eine Karte, die er danach zu diesem Stich zugegeben hatte zur|cknehmen (siehe Artikel 16 C 2).

E. F|nfte Karte zu einem Stich gespielt

  1. Durch einen Gegenspieler
      
    Eine f|nfte Karte, die von einem Gegenspieler zu einem Stich zugegeben wird, wird zu einer Artikel 50 unterworfenen Strafkarte, es sei denn, der Turnierleiter kommt zu der Auffassung, sie sei ausgespielt worden, in welchem Falle Artikel 53 oder Artikel 56 zur Anwendung kommen.
      

  2. Durch den Alleinspieler
      
    Gibt der Alleinspieler eine f|nfte Karte aus seiner Hand oder vom Tisch zu einem Stich zu, folgt keine Strafe, es sei denn, der Turnierleiter kommt zu der Auffassung, sie sei ausgespielt worden, in welchem Falle Artikel 55 zur Anwendung kommt.

F. Dummy deutet Karte an

Nachdem der Tisch aufgedeckt ist, darf der Dummy ohne Anweisung des Alleinspielers keine Karte ber|hren oder andeuten (ausser zum Ordnen der Karten). Falls er dies tut, sollte unverz|glich der Turnierleiter gerufen werden. Der Turnierleiter soll entscheiden, ob die Handlungsweise des Dummy tatsdchlich einen Vorschlag f|r den Alleinspieler beinhaltete. Entscheidet der Turnierleiter, dass dies der Fall war, ldsst er das Spiel fortsetzen und behdlt sich das Recht vor, einen berichtigten Score zuzuweisen, wenn die Gegenspieler durch die so vorgeschlagene Spielweise geschddigt worden sind.

G. Umdrehen des Stiches

Kein Spieler sollte seine Karten umdrehen, bevor alle vier Spieler zu dem Stich gespielt haben.

* Das erste Ausspiel erfolgt zundchst verdeckt (es sei denn, der veranstaltende Verband trifft eine andere Regelung).

 

Abschnitt II - Regelwidrigkeit beim Verfahren

 

Artikel 46: Unvollstdndige oder irrt|mliche Bezeichnungen einer Karte des Tisches

A. Richtige Form der Bezeichnung einer Karte des Tisches

Bei der Benennung einer Karte, die vom Dummy gespielt werden soll, sollte der Alleinspieler deutlich sowohl die Farbe als auch den Rang der gew|nschten Karte benennen.

B. Unvollstdndige oder irrt|mliche Benennung

Im Falle einer unvollstdndigen oder irrt|mlichen Benennung der vom Tisch zu spielenden Karte durch den Alleinspieler finden folgende Einschrdnkungen Anwendung (es sei denn, der Alleinspieler hatte zweifellos eine andere Absicht):

  1. Unvollstdndige Bezeichnung des Ranges
      
    Wenn der Alleinspieler beim Spielen vom Tisch "hoch" oder gleichbedeutende Worte gebraucht, wird angenommen, er habe die hvchste Karte gefordert; in vierter Position darf angenommen werden, er habe die niedrigste gewinnende Karte der benannten Farbe verlangt; weist er den Dummy an, den Stich zu gewinnen, wird angenommen, er habe die niedrigste gewinnende Karte gefordert; wenn er "klein" oder gleichbedeutende Worte gebraucht, wird angenommen, er habe die niedrigste Karte verlangt.
      

  2. Bezeichnet die Farbe, aber nicht den Rang
      
    Bezeichnet der Alleinspieler eine Farbe, aber keinen Rang, wird angenommen, er habe die niedrigste Karte der benannten Farbe gefordert.
      

  3. Bezeichnet den Rang, aber nicht die Farbe
      
    Bezeichnet der Alleinspieler einen Rang, aber keine Farbe:
       

    1. Beim Ausspiel
        
      Es wird angenommen, dass der Alleinspieler die Farbe weitergespielt hat, in welcher der Tisch den vorhergehenden Stich gewonnen hat, vorausgesetzt eine Karte des bezeichneten Ranges ist in dieser Farbe vorhanden.
        

    2. Alle anderen Fdlle
        
      In allen anderen Fdllen muss der Alleinspieler eine Karte des bezeichneten Ranges vom Tisch spielen, wenn er dies nach den Regeln tun kann; gibt es jedoch zwei oder mehrere solcher Karten, die den Regeln entsprechend gespielt werden kvnnen, muss der Alleinspieler diejenige bezeichnen, welche er zu spielen beabsichtigt.
        

  4. Bezeichnet Karte, die nicht auf dem Tisch vorhanden ist
      
    Fordert der Alleinspieler eine nicht auf dem Tisch vorhandene Karte, ist diese Forderung ung|ltig und der Alleinspieler darf jede g|ltige Karte benennen.
      

  5. Weder Farbe noch Rang bezeichnet
      
    Deutet der Alleinspieler ein Spiel an, ohne eine Farbe oder einen Rang zu bezeichnen (indem er z.B. "Spielen Sie irgend etwas" oder gleichbedeutende Worte benutzt), darf jeder Gegenspieler bestimmen, was vom Tisch gespielt werden soll.

 

Artikel 47: Zur|cknahme einer gespielten Karte

A. Um einer Strafe nachzukommen

Eine einmal gespielte Karte darf zur|ckgenommen werden, um einer Strafe nachzukommen (jedoch kann eine von einem Gegenspieler zur|ckgenommene Karte zur Strafkarte werden, siehe Artikel 49).

B. Um ein regelwidriges Spiel zu korrigieren

Eine gespielte Karte darf zur|ckgenommen werden, um ein regelwidriges oder gleichzeitiges Spiel zu korrigieren (siehe Artikel 58 wegen gleichzeitigen Spiels und Artikel 49, Strafkarte bez|glich der Gegenspieler).

C. Um eine versehentliche Bezeichnung zu dndern

Eine gespielte Karte darf nach einer Dnderung der Bezeichnung, wie sie von Artikel 45 C 4 b gestattet wird, straflos zur|ckgenommen werden.

D. Im Anschluss an ein gedndertes Spiel eines Gegners

Im Anschluss an ein gedndertes Spiel eines Gegners darf eine gespielte Karte straflos zur|ckgenommen (siehe aber Artikel 62 C 2) und durch eine andere ersetzt werden.

E. Dnderung eines Spiels aufgrund falscher Information

  1. Ausspiel au_er der Reihe
      
    Ein Ausspiel ausser der Reihe darf straflos zur|ckgenommen werden, wenn der Ausspielende von einem Gegner irrt|mlicherweise informiert wurde, dass er am Ausspiel sei (der linke Gegner sollte das Ausspiel nicht annehmen).
      

  2. Zur|cknahme eines Spiels
     

    1. Niemand hat anschliessend gespielt
        
      Ein Spieler darf die Karte, die er aufgrund einer falschen Erkldrung einer konventionellen Ansage oder Spielweise und vor deren Berichtigung gespielt hat, zur|cknehmen, aber nur, wenn keine weitere Karte zu diesem Stich zugegeben worden ist. Ein erstes Ausspiel darf nicht zur|ckgenommen werden, nachdem der Tisch irgendeine Karte aufgedeckt hat.
        

    2. Eine oder mehrere anschlie_ende Zugaben sind erfolgt
        
      Wenn es zu spdt ist, ein Spiel gemd_ vorstehend a zu dndern, kommt Artikel 40 C zur Anwendung.

F. Ung|ltige Zur|cknahme
  
Mit Ausnahme der in oben A bis E aufgef|hrten Tatbestdnde darf keine einmal gespielte Karte zur|ckgenommen werden.

 

Teil II - Strafkarte

 

Artikel 48: Sichtbarmachen der Karten des Alleinspielers

A. Alleinspieler macht eine Karte sichtbar

Der Alleinspieler unterliegt keiner Strafe, wenn er eine Karte sichtbar macht, und keine Karte des Alleinspielers oder des Dummy wird jemals zur Strafkarte. Der Alleinspieler ist nicht verpflichtet, eine von ihm unbeabsichtigt fallen gelassene Karte zu spielen.

B. Alleinspieler deckt seine Hand auf

  1. Nach erstem Ausspiel ausser der Reihe
      
    Deckt der Alleinspieler seine Karten nach einem ersten Ausspiel au_er Reihenfolge auf, kommt Artikel 54 zur Anwendung.
      

  2. Zu irgendeinem anderen Zeitpunkt
      
    Deckt der Alleinspieler seine Karten zu irgendeinem anderen Zeitpunkt als sofort nach einem ersten Ausspiel ausser Reihenfolge auf, darf angenommen werden, er habe entweder Stiche beansprucht oder konzediert, und Artikel 68 kommt zur Anwendung.

 

Artikel 49: Sichtbarmachen der Karten eines Gegenspielers

Wenn sich eine Karte eines Gegenspielers in einer Position befindet, in welcher sein Partner ihre Bildseite mvglicherweise sehen kvnnte, wird (Strafe) jede solche Karte zur Strafkarte (Artikel 50), ausser dies geschieht im normalen Spielverlauf oder bei der Anwendung der Regeln; siehe aber die Fu_note zu Artikel 68, wenn ein Gegenspieler zu einem unvollstdndigen, gerade gespielten Stich Stellung nimmt.

 

Artikel 50: Behandlung einer Strafkarte

Eine von einem Gegenspieler vorzeitig sichtbar gemachte (aber nicht ausgespielte, siehe Artikel 57) Karte ist eine Strafkarte, es sei denn, der Turnierleiter entscheidet anders. Der Turnierleiter soll anstelle der nachfolgend aufgef|hrten Berichtigungsmvglichkeiten einen berichtigten Score zuerkennen, wenn er der Auffassung ist, dass Artikel 72 B 1 Anwendung findet.

A. Strafkarte bleibt aufgedeckt

Eine Strafkarte muss mit der Bildseite nach oben unmittelbar vor dem Spieler, dem sie gehvrt, auf dem Tisch liegen bleiben, bis eine andere Strafe gewdhlt worden ist.

B. Haupt- oder Nebenstrafkarte?

Eine einzelne, versehentlich sichtbar gemachte Karte (wenn z.B. zwei Karten zu einem Stich gespielt werden oder wenn eine Karte unbeabsichtigt fallengelassen wird) unter dem Range einer Figur wird zur Nebenstrafkarte. Jede beliebige Karte im Range einer Figur oder jede beliebige durch absichtliches Spiel (z.B. durch Ausspiel au_er Reihenfolge oder nach der Korrektur eines begangenen Revokes) sichtbar gemachte Karte wird zur Hauptstrafkarte; wenn ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten hat, werden alle diese Karten zu Hauptstrafkarten.

C. Behandlung einer Nebenstrafkarte

Hat ein Gegenspieler eine Nebenstrafkarte, darf er keine andere Karte in der gleichen Farbe unter dem Range einer Figur spielen, bevor er die Strafkarte gespielt hat (er ist jedoch berechtigt, stattdessen eine Figur zu spielen). Der Partner des schuldigen Spielers unterliegt keiner Ausspielstrafe, jedoch ist eine durch das Sehen der Strafkarte erhaltene Information nicht regelkonform und unerlaubt (siehe Artikel 16 A).

D. Behandlung einer Hauptstrafkarte

Hat ein Gegenspieler eine Hauptstrafkarte, kvnnen sowohl der schuldige Spieler als auch sein Partner Beschrdnkungen unterliegen, der schuldige Spieler, wenn er an der Reihe ist zu spielen, sein Partner, wenn er an der Reihe ist auszuspielen.

  1. Schuldiger Spieler ist an der Reihe zu spielen
      
    Eine Hauptstrafkarte muss bei der ersten legalen Gelegenheit gespielt werden, sei es durch Ausspiel, Farbe bekennen, Abwerfen oder Trumpfen (die Bedingung, dass der schuldige Spieler die Karte spielen muss, ist eine erlaubte Information f|r seinen Partner. Jedoch ist eine andere Information, die durch das Aufgedecktsein der Strafkarte |bermittelt wird, f|r den Partner unerlaubt). Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten, die legal gespielt werden kvnnen, bezeichnet der Alleinspieler diejenige, welche zu spielen ist. Die Pflicht, Farbe zu bekennen oder einer Ausspiel- oder Spielstrafe Folge zu leisten, hat Vorrang vor der Pflicht, eine Hauptstrafkarte zu spielen, aber die Strafkarte muss weiterhin mit der Bildseite nach oben auf dem Tisch liegen bleiben und bei der ndchsten legalen Gelegenheit gespielt werden.
      

  2. Partner des schuldigen Spielers am Ausspiel
      
    Ist ein Gegenspieler an der Reihe auszuspielen, wdhrend sein Partner eine Hauptstrafkarte hat, darf er nicht ausspielen, bevor der Alleinspieler erkldrt hat, f|r welche der untenstehenden Mvglichkeiten er sich entscheidet (spielt der Gegenspieler vorzeitig aus, unterliegt er einer Strafe gemdss Artikel 49). Der Alleinspieler darf wdhlen:
      

    1. Das Ausspiel der Farbe verlangen oder verbieten
        
      V
      om Gegenspieler zu verlangen*, die Farbe der Strafkarte auszuspielen, oder ihm zu verbieten*, diese Farbe auszuspielen, solange er bei Stich bleibt (wegen zwei oder mehrerer Strafkarten siehe Artikel 51); wdhlt der Alleinspieler diese Mvglichkeit, ist die Karte keine Strafkarte mehr und wird aufgenommen.
        

    2. Keine Ausspielbeschrdnkung
        
      K
      ein Ausspiel zu verlangen oder zu verbieten, in welchem Fall der Gegenspieler jede beliebige Karte spielen darf; die Strafkarte bleibt eine Strafkarte.
        

* Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe Artikel 59

 

Artikel 51: Zwei oder mehrere Strafkarten

A. Schuldiger Spieler ist an der Reihe zu spielen

Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten, die legal gespielt werden kvnnen, bezeichnet der Alleinspieler die Karte, die zu diesem Stich zu spielen ist.

B. Partner des schuldigen Spielers hat auszuspielen

  1. Strafkarten in derselben Farbe
       

    1. Alleinspieler verlangt Ausspiel dieser Farbe
        
      Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten in einer Farbe, und verlangt der Alleinspieler vom Partner des Gegenspielers, diese Farbe auszuspielen, sind die Karten in dieser Farbe keine Strafkarten mehr und werden aufgenommen; der Gegenspieler darf jede legale Karte zu dem Stich zugeben.
        

    2. Alleinspieler verbietet Ausspiel dieser Farbe
        
      Verbietet der Alleinspieler das Ausspiel dieser Farbe, nimmt der Gegenspieler jede Strafkarte in dieser Farbe auf und darf jede legale Karte zu dem Stich zugeben.
        

  2. Strafkarten in mehr als einer Farbe
      

    1. Alleinspieler verlangt Ausspiel einer bestimmten Farbe
        
      Hat ein Gegenspieler Strafkarten in mehr als einer Farbe, darf der Alleinspieler vom Partner des Gegenspielers verlangen, eine der Farben auszuspielen, in denen der Gegenspieler eine Strafkarte hat (aber vorstehender Absatz B 1 a) findet Anwendung).
        

    2. Alleinspieler verbietet Ausspiel bestimmter Farben
        
      Hat ein Gegenspieler Strafkarten in mehr als einer Farbe, darf der Alleinspieler dem Partner des Gegenspielers verbieten, eine oder mehrere dieser Farben auszuspielen; aber der Gegenspieler nimmt dann jede Strafkarte in jeder Farbe auf, deren Ausspiel der Alleinspieler verboten hat, und gibt irgendeine legale Karte zu dem Stich zu.

     

Artikel 52: Unterlassen des Ausspiels oder Zugebens einer Strafkarte

A. Gegenspieler unterldsst, Strafkarte zu spielen

Unterldsst ein Gegenspieler, eine Strafkarte gemdss Artikel 50 auszuspielen oder zuzugeben, darf er von sich aus keine andere Karte zur|cknehmen, die er gespielt hat.

B. Gegenspieler spielt eine andere Karte

  1. Spiel der Karte wird angenommen
      

    1. Alleinspieler darf Spiel annehmen
        
      Hat ein Gegenspieler eine andere Karte ausgespielt oder zugegeben, obwohl er aufgrund der Regeln verpflichtet war, eine Strafkarte zu spielen, darf der Alleinspieler ein solches Ausspiel oder Zugeben annehmen.
        

    2. Alleinspieler muss Spiel annehmen
        
      Der Alleinspieler muss ein solches Ausspiel oder Zugeben annehmen, wenn er danach aus seiner Hand oder vom Tisch gespielt hat.
        

    3. Strafkarte bleibt Strafkarte
        
      Wird die gespielte Karte gemd_ vorstehend a) oder b) angenommen, bleibt die ungespielte Strafkarte eine Strafkarte.

     

  2. Spiel der Karte wird abgelehnt
      
    Der Alleinspieler darf vom Gegenspieler verlangen, dass er die regelwidrig zugegebene oder ausgespielte Karte durch die Strafkarte ersetzt. Jede von dem Gegenspieler im Verlauf des Regelverstosses ausgespielte oder zugegebene Karte wird zur Hauptstrafkarte.

*Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe Artikel 59.

 

Teil III - Regelwidrige Ausspiele und Zugaben

Abschnitt I - Ausspiel ausser Reihenfolge

 

Artikel 53: Ausspiel ausser Reihenfolge angenommen

A. Ausspiel ausser Reihenfolge wird als korrektes Ausspiel behandelt

Jedes aufgedeckte Ausspiel ausser Reihenfolge darf als korrektes Ausspiel behandelt werden. Es wird ein korrektes Ausspiel, wenn - je nachdem - der Alleinspieler oder einer der Gegenspieler es annimmt (indem er eine entsprechende Erkldrung abgibt) oder, wenn der als ndchster an der Reihe befindliche Spieler eine Karte zu dem regelwidrigen Ausspiel zugibt*, siehe aber Artikel 47 E 1. Erfolgt weder eine Erkldrung noch ein Zugeben, das das Ausspiel annimmt, wird der Turnierleiter verlangen, dass das Ausspiel von der richtigen Hand gemacht wird.

B. Falscher Gegenspieler gibt Karte zu einem regelwidrigen Ausspiel des Alleinspielers zu

Gibt der Gegenspieler zur Rechten der Hand, von der das Ausspiel ausser Reihenfolge erfolgt ist, zu dem regelwidrigen Ausspiel eine Karte zu**, bleibt das Ausspiel bestehen und Artikel 57 findet Anwendung.

C. Ordnungsgemdsses Ausspiel wird nach regelwidrigem Ausspiel gemacht

War ordnungsgemd_ ein Gegenspieler jenes Spielers am Ausspiel, der au_er Reihenfolge ausgespielt hat, darf dieser Gegner sein ordnungsgemdsses Ausspiel zu dem Stich machen, in dem der Regelverstoss begangen wurde, ohne dass seine Karte als zu dem regelwidrigen Ausspiel zugegeben angesehen wird. Wenn dies geschieht, bleibt das ordnungsgemd_e Ausspiel bestehen, und alle irrt|mlich zu diesem Stich gespielten Karten d|rfen straflos zur|ckgenommen werden. (Artikel 16 C 2 findet auf einen Gegenspieler Anwendung.)

* aber siehe untenstehend C.

** Aber siehe untenstehend C.

 

Artikel 54: Aufgedecktes erstes Ausspiel ausser Reihenfolge

Wird ein erstes Ausspiel ausser Reihenfolge aufgedeckt, und spielt der Partner des schuldigen Spielers verdeckt aus, verlangt der Turnierleiter, dass das verdeckte Ausspiel zur|ckgenommen wird, und die folgenden Absdtze finden Anwendung.

A. Alleinspieler deckt seine Hand auf

Nach einem aufgedeckten ersten Ausspiel ausser Reihenfolge darf der Alleinspieler seine Hand aufdecken; er wird zum Dummy und der Dummy wird zum Alleinspieler. Beginnt der Alleinspieler seine Hand aufzudecken und macht er dabei eine oder mehrere Karten sichtbar, muss er seine gesamte Hand aufdecken.

B. Alleinspieler nimmt Ausspiel an

Spielt ein Gegenspieler ausser Reihenfolge offen aus, darf der Alleinspieler das regelwidrige Ausspiel gemdss Artikel 53 annehmen, und der Dummy deckt seine Hand entsprechend Artikel 41 auf.

  1. Alleinspieler spielt zweite Karte
      
    Die zweite Karte zu dem Stich wird von der Hand des Alleinspielers gespielt.
      

  2. Dummy hat zweite Karte gespielt
      
    Spielt der Alleinspieler die zweite Karte zu dem Stich vom Dummy, darf die Karte des Dummy nicht zur|ckgenommen werden, ausser um ein Revoke zu berichtigen.

C. Alleinspieler muss Ausspiel annehmen

Kvnnte der Alleinspieler irgendwelche Karten des Tisches gesehen haben (ausgenommen Karten, die der Tisch gegebenenfalls wdhrend der Reizung sichtbar gemacht hat und die Artikel 24 unterworfen wurden), muss er das Ausspiel annehmen.

D. Alleinspieler lehnt erstes Ausspiel ab

Verlangt der Alleinspieler vom Gegenspieler, dass dieser sein offenes erstes Ausspiel zur|cknimmt, findet Artikel 56 Anwendung.

 

Artikel 55: Ausspiel des Alleinspielers ausser Reihenfolge

A. Ausspiel des Alleinspielers wird angenommen

Hat der Alleinspieler von seiner Hand oder vom Tisch ausser Reihenfolge ausgespielt, darf jeder Gegenspieler das Ausspiel gemdss Artikel 53 annehmen oder seine R|cknahme verlangen (nach falscher Auskunft siehe Artikel 47 E 1).

B. Vom Alleinspieler wird die R|cknahme des Ausspiels gefordert

  1. Gegenspieler hat das Ausspiel
      
    Hat der Alleinspieler von seiner Hand oder vom Tisch ausgespielt, obwohl ein Gegenspieler an der Reihe war auszuspielen, und verlangt einer der beiden Gegenspieler, dass er ein solches Ausspiel zur|cknimmt, f|gt der Alleinspieler die irrt|mlich ausgespielte Karte straflos wieder der richtigen Hand zu.
      

  2. Alleinspieler oder Tisch hat das Ausspiel
      
    Hat der Alleinspieler von der falschen Seite ausgespielt, wenn er an der Reihe war, von seiner Hand oder vom Tisch auszuspielen, dann nimmt er die irrt|mlich ausgespielte Karte zur|ck, falls einer der Gegenspieler dies verlangt. Er muss von der richtigen Seite ausspielen.

C. Alleinspieler kvnnte eine Information erhalten

Wdhlt der Alleinspieler eine Spieldurchf|hrung, die auf einer durch die Regelwidrigkeit erhaltenen Information beruht haben kvnnte, darf der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen.

 

Artikel 56: Ausspiel eines Gegenspielers ausser Reihenfolge

Verlangt der Alleinspieler von einem Gegenspieler, dass er sein offenes Ausspiel ausser Reihenfolge zur|cknimmt, wird die regelwidrig ausgespielte Karte zur Hauptstrafkarte und Artikel 50 D findet Anwendung.
 

Abschnitt II - Andere regelwidrige Ausspiele oder Zugaben

 

Artikel 57: Vorzeitiges Ausspiel oder Zugeben durch einen Gegenspieler

A. Vorzeitiges Zugeben oder Ausspiel zum ndchsten Stich

Spielt ein Gegenspieler zum ndchsten Stich aus, bevor sein Partner zum laufenden Stich zugegeben hat, oder gibt er ausser Reihenfolge zu, bevor sein Partner zugegeben hat, wird (Strafe) die so ausgespielte Karte zur Strafkarte und der Alleinspieler wdhlt eine der folgenden Mvglichkeiten. Er darf:

  1. Hvchste Karte
      
    Vom Partner des schuldigen Spielers verlangen, seine hvchste Karte in der ausgespielten Farbe zuzugeben.
      

  2. Kleinste Karte
      
    Vom Partner des schuldigen Spielers verlangen, seine niedrigste Karte in der ausgespielten Farbe zuzugeben.
      

  3. Karte einer anderen Farbe
      
    Dem Partner des schuldigen Spielers verbieten, eine Karte einer anderen Farbe, die der Alleinspieler benennt, zuzugeben.

B. Partner des schuldigen Spielers kann der Strafe nicht nachkommen

Ist der Partner des schuldigen Spielers nicht in der Lage, der vom Alleinspieler gewdhlten Strafe nachzukommen, darf er gemdss Artikel 59 irgendeine Karte spielen.

C. Alleinspieler hat vor der Regelwidrigkeit von beiden Hdnden gespielt

Ein Gegenspieler unterliegt keiner Strafe f|r das Zugeben vor seinem Partner, wenn der Alleinspieler von beiden Hdnden gespielt hat, oder wenn der Dummy eine Karte gespielt hat oder regelwidrig vorgeschlagen hat, diese zu spielen. Ein Single am Tisch oder eine Karte einer Sequenz gilt nicht als automatisch gespielt.

 

Artikel 58: Gleichzeitige Ausspiele oder Zugaben

A. Zwei Spieler spielen gleichzeitig

Ein gleichzeitig mit dem ordnungsgemd_en Ausspiel oder Zugeben erfolgtes Ausspiel oder Zugeben gilt als im Anschluss daran gemacht.

B. Gleichzeitig gespielte Karten aus einer Hand

Spielt ein Spieler gleichzeitig zwei oder mehrere Karten aus oder gibt er sie zu, gilt:

  1. Eine Karte sichtbar
      
    Ist nur eine Karte sichtbar, wird diese Karte gespielt; alle anderen Karten werden straflos aufgenommen.
      

  2. Mehrere Karten sichtbar
      
    Ist mehr als eine Karte sichtbar, benennt der Spieler die Karte, die er spielen will; ist er ein Gegenspieler, wird jede andere sichtbar gemachte Karte zur Strafkarte (siehe Artikel 50).
      

  3. Nach R|cknahme einer sichtbaren Karte
      
    Nachdem ein Spieler eine sichtbare Karte zur|ckgenommen hat, darf ein Gegner, der anschliessend zu diesem Stich gespielt hat, seine Karte zur|cknehmen und sie straflos durch eine andere ersetzen (siehe Artikel 16 C).
      

  4. Irrtum nicht entdeckt
      
    Bleibt das gleichzeitige Spielen unentdeckt, bis beide Seiten zum ndchsten Stich gespielt haben, kommt Artikel 67 zur Anwendung.

 

Artikel 59: Unvermvgen, wie verlangt auszuspielen oder zuzugeben

Ein Spieler darf jede im |brigen ordnungsgemdsse Karte spielen, wenn er nicht vermag, wie verlangt, einer Ausspiel- oder Zugabeverpflichtung in Erf|llung einer Strafe nachzukommen, egal, ob deshalb, weil er keine Karte in der verlangten Farbe hat oder weil er nur Karten in einer Farbe hat, die auszuspielen ihm verboten ist oder weil er verpflichtet ist, Farbe zu bekennen.

 

Artikel 60: Spiel nach einem regelwidrigen Spiel

A. Spiel einer Karte nach Regelwidrigkeit

  1. Verlust des Rechts, zu bestrafen
      
    Ein Spiel eines Mitglieds der nicht schuldigen Seite, nachdem sein rechter Gegner ausser Reihenfolge oder vorzeitig ausgespielt oder zugegeben hat und bevor eine Strafe verhdngt worden ist, f|hrt zum Verlust des Rechts auf Bestrafung dieses Regelverstosses.
      

  2. Regelwidrigkeit legalisiert
      
    Ist das Recht auf Bestrafung einmal verwirkt, gilt das regelwidrige Spiel als in Reihenfolge gemacht (aber Artikel 53 C kommt f|r den Spieler zur Anwendung, der an der Reihe war).
      

  3. Andere Strafverpflichtungen bleiben bestehen
      
    Besteht f|r die schuldige Seite eine fr|here Verpflichtung, eine Strafkarte zu spielen oder einer Ausspiel- oder Zugabeverpflichtung nachzukommen, bleibt die Verpflichtung f|r zuk|nftige Stiche bestehen.

B. Gegenspieler spielt, bevor Alleinspieler einer Ausspielverpflichtung nachgekommen ist

Spielt ein Gegenspieler eine Karte, nachdem vom Alleinspieler verlangt worden ist, sein Ausspiel ausser Reihenfolge von einer der beiden Hdnde zur|ckzunehmen, aber bevor der Alleinspieler von der richtigen Hand ausgespielt hat, wird die Karte des Gegenspielers zur Strafkarte (Artikel 50).

C. Spiel der schuldigen Seite vor Verhdngung der Strafe

Ein Spiel eines Mitglieds der schuldigen Seite, bevor eine Strafe verhdngt worden ist, ber|hrt nicht die Rechte der Gegner und kann seinerseits einer Strafe unterworfen sein.

 

Abschnitt III - Das Revoke

 

Artikel 61: Nichtbekennen einer Farbe - Fragen bez|glich eines Revokes

A. Definition des Revokes

Das Nichtbekennen einer Farbe gemdss Artikel 44 oder das Nichtausspielen oder Nichtzugeben, obwohl mvglich, einer Karte oder Farbe, die aufgrund einer Regel verlangt oder von einem Gegner in \bereinstimmung mit einer verhdngten Strafe benannt worden ist, stellt ein Revoke dar (aber siehe Artikel 59, wenn die Verpflichtung nicht eingehalten werden kann).

B. Recht, bez|glich eines mvglichen Revokes nachzufragen

Der Alleinspieler darf einen Gegenspieler, der nicht Farbe bekannt hat, fragen, ob er eine Karte der ausgespielten Farbe hat (aber eine Behauptung eines Revokes gewdhrt nicht automatisch das Recht auf Einsichtnahme in bereits abgelegte Stiche - siehe Artikel 66 C). Der Dummy darf den Alleinspieler fragen (aber siehe Artikel 43 B 2 b). Die Gegenspieler d|rfen den Alleinspieler, aber, sofern nicht die zonale Organisation dies gestattet, nicht sich gegenseitig befragen.

 

Artikel 62: Berichtigung eines Revokes

A. Revoke muss berichtigt werden

Ein Spieler muss sein Revoke berichtigen, wenn er die Regelwidrigkeit bemerkt, bevor es vollendet ist.

B. Berichtigung eines Revokes

Um ein Revoke zu berichtigen, nimmt der schuldige Spieler die Karte zur|ck, die er zum Revokestich gespielt hat und bekennt mit irgendeiner Karte Farbe.

  1. Karte eines Gegenspielers
      
    Eine so zur|ckgenommene Karte wird zur Strafkarte (Artikel 50), wenn sie von der verdeckten Hand eines Gegenspielers gespielt wurde.
      

  2. Karte des Alleinspielers oder des Tisches, offene Karte eines Gegenspielers
      
    Die Karte darf straflos ersetzt werden, wenn sie von der Hand des Alleinspielers oder vom Tisch* gespielt wurde, oder wenn sie eine bereits aufgedeckte Karte eines Gegenspielers war.

C. Nachfolgend zum Stich zugegebene Karten

  1. Von nicht-schuldiger Seite
      
    Jedes Mitglied der nicht schuldigen Seite darf straflos jede Karte zur|cknehmen, die es nach dem Revoke, aber bevor darauf aufmerksam gemacht wurde, gespielt hat (siehe Artikel 16 C).
      

  2. Vom Partner des schuldigen Spielers
      
    Nachdem ein nicht schuldiger Spieler eine Karte so zur|ckgenommen hat, darf der danach an der Reihe befindliche Spieler der schuldigen Seite seine gespielte Karte zur|cknehmen, welche zur Strafkarte wird, wenn der Spieler ein Gegenspieler ist (siehe Artikel 16 C).

D. Revoke im zwvlften Stich

  1. Muss berichtigt werden
      
    Ein Revoke im zwvlften Stich muss, auch wenn es vollendet ist, berichtigt werden, wenn es entdeckt wird, bevor alle vier Hdnde in das Board zur|ckgesteckt worden sind.
      

  2. Partner des schuldigen Spielers hatte noch nicht zum zwvlften Stich gespielt
      
    Wurde ein Revoke von einem Gegenspieler begangen, bevor sein Partner an der Reihe war, zum zwvlften Stich zuzugeben, und hat der Partner des schuldigen Spielers Karten in zwei Farben, darf (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers keine Spielweise wdhlen, die mvglicherweise durch das Sehen der Revokekarte nahegelegt worden sein kvnnte.

* Vorbehaltlich Artikel 43 B 2 b, wenn der Dummy seine Rechte verwirkt hat. Die Behauptung eines Revokes gewdhrt kein Recht auf Einsichtnahme in abgelegte Stiche, ausser Artikel 66 C erlaubt dies.

 

Artikel 63: Vollendung eines Revokes

A. Revoke wird vollendet

Ein Revoke wird vollendet:

  1. Schuldige Seite spielt zum ndchsten Stich aus oder gibt zu
      
    Wenn der schuldige Spieler oder sein Partner zum ndchsten Stich ausspielt oder zugibt (jedes solche Spiel, ob ordnungsgemdss oder regelwidrig, vollendet das Revoke);
      

  2. Ein Mitglied der schuldigen Seite deutet ein Ausspiel oder Zugeben an
      
    Wenn der schuldige Spieler oder sein Partner eine Karte benennt oder auf andere Weise als die Karte bezeichnet, die zum ndchsten Stich gespielt werden soll;
      

  3. Mitglied der schuldigen Seite beansprucht oder konzediert Stiche
      
    Ein Mitglied der schuldigen Seite m|ndlich oder durch Aufdecken seiner Hand (oder in jeder anderen Weise) Stiche beansprucht oder konzediert bzw. einem Anspruch oder einer Konzession von Stichen zustimmt.

B. Auf das Revoke wird illegal aufmerksam gemacht

Wurde Artikel 61 B verletzt, muss der Spieler, der das Revoke begangen hat, die Karte, die zum Revokestich gespielt wurde, durch eine ordnungsgemdsse Karte ersetzen und die Strafvorschriften des Artikels 64 finden Anwendung, als ob das Revoke vollendet worden wdre.

C. Revoke darf nicht berichtigt werden

Ist ein Revoke einmal vollendet worden, darf es nicht mehr berichtigt werden (ausser gemdss Artikel 62 D bei einem Revoke im zwvlften Stich), und der Stich, in dem das Revoke begangen wurde, bleibt wie gespielt bestehen (siehe aber Artikel 43 B 2 b).

 

Artikel 64: Verfahren nach Vollendung eines Revokes

A. Strafe verhdngt

Wenn ein Revoke vollendet wurde:

  1. Schuldiger Spieler gewann Revokestich
      
    und der Stich, in dem das Revoke stattfand, vom schuldigen Spieler gewonnen wurde, werden (Strafe) nach Beendigung des Spiels der Revokestich und ein weiterer der von der schuldigen Seite anschlie_end gewonnenen Stiche der nichtschuldigen Seite zugesprochen;
      

  2. Schuldiger Spieler gewann Revokestich nicht
      
    und der Stich, in dem das Revoke stattfand, nicht vom schuldigen Spieler gewonnen wurde, dann wird (Strafe), wenn die schuldige Seite diesen oder irgendeinen nachfolgenden Stich gewinnt, nach Beendigung des Spiels ein Stich der nicht schuldigen Seite zugesprochen; ebenso wird, wenn nachfolgend ein weiterer Stich vom schuldigen Spieler mit einer Karte gewonnen wurde, die er ordnungsgemd_ zum Revokestich hdtte zugeben kvnnen, ein solcher Stich der nicht schuldigen Seite zugesprochen.

B. Keine Strafe verhdngt

Die Strafvorschriften f|r ein vollendetes Revoke finden keine Anwendung:

  1. Schuldige Seite gewinnt weder Revokestich noch einen nachfolgenden Stich
      
    Wenn die schuldige Seite weder den Revokestich noch einen nachfolgenden Stich gewonnen hat;
      

  2. Zweites Revoke in derselben Farbe durch den schuldigen Spieler
      
    Auf ein weiteres Revoke in derselben Farbe durch denselben Spieler;
      

  3. Revoke durch Versdumnis, eine aufgedeckte Karte zu spielen
      
    Wenn das Revoke durch das Versdumnis begangen wurde, eine offen auf dem Tisch liegende oder einer aufgedeckten Hand zugehvrige Karte zu spielen, einschlie_lich einer Karte des Tisches;
      

  4. Nach Ansage der nicht-schuldigen Seite zur ndchsten Teilung
      
    Wenn auf das Revoke aufmerksam gemacht wurde, nachdem ein Mitglied der nicht schuldigen Seite in der folgenden Teilung angesagt hat;
      

  5. Nach dem Rundenende
      
    Wenn auf das Revoke aufmerksam gemacht wurde, nachdem die Runde beendet ist;
      

  6. Revoke im zwvlften Stich
      
    Auf ein Revoke im zwvlften Stich.

C. Turnierleiter f|r Billigkeit verantwortlich

Kommt der Turnierleiter nach einem beliebigen vollendeten Revoke, einschliesslich der nicht strafbedrohten, zu der Auffassung, dass die nicht schuldige Seite durch diese Regel f|r den verursachten Schaden ungen|gend entschddigt worden ist, soll er einen berichtigten Score zuweisen.

 

Teil IV - Stiche

 

Artikel 65: Anordnung der Stiche

A. Vervollstdndigter Stich

Sind vier Karten zu einem Stich gespielt worden, legt jeder Spieler seine eigene Karte verdeckt direkt vor sich auf den Tisch.

B. Mitverfolgen der Besitzverhdltnisse an Stichen

  1. Gewonnene Stiche
      
    Hat die Seite eines Spielers den Stich gewonnen, wird die Karte der Ldnge nach in Richtung seines Partners abgelegt.
      

  2. Verlorene Stiche
      
    Haben die Gegner den Stich gewonnen, wird die Karte der Ldnge nach in Richtung der Gegner abgelegt.

C. Anordnung der abgelegten Karten

Jeder Spieler legt seine eigenen Karten so ab, dass sie eine wohlgeordnete Reihe bilden, in der jede Karte die vorher gespielte |berlappt, so dass es mvglich ist, das Spiel nach seiner Beendigung nachzuspielen, sofern dies notwendig ist, um die Anzahl der von jeder Seite gewonnenen Stiche oder die Reihenfolge, in der die Karten gespielt worden sind, festzustellen.

D. Einvernehmen |ber das Ergebnis des Spiels

Ein Spieler sollte die Anordnung seiner gespielten Karten nicht durcheinander bringen, bevor Einvernehmen |ber die Anzahl der gewonnenen Stiche erzielt worden ist. Ein Spieler, der die Bestimmungen dieser Regel nicht einhdlt, gefdhrdet sein Recht, den Besitz zweifelhafter Stiche zu beanspruchen oder zu behaupten, es sei ein Revoke begangen worden.

 

Artikel 66: Einsichtnahme in Stiche

A. Laufender Stich

Solange eine Seite nicht zum ndchsten Stich ausgespielt oder zugegeben hat, darf der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler, sofern er seine eigene Karte noch nicht verdeckt abgelegt hat, verlangen, dass alle soeben zu dem Stich gespielten Karten aufgedeckt werden.

B. Eigene letzte Karte

Bis eine Karte zum ndchsten Stich ausgespielt wird, darf der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler seine eigene zuletzt gespielte Karte ansehen, sie aber nicht aufdecken.

C. Abgelegte Stiche

Danach d|rfen abgelegte Stiche bis zum Spielende nicht mehr angesehen werden (ausser nach besonderer Anordnung des Turnierleiters, z.B. um die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu |berpr|fen).

D. Nach Spielende

Nach Spielende d|rfen die gespielten und ungespielten Karten angesehen werden, um die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu |berpr|fen oder um die Anzahl der gewonnenen oder verlorenen Stiche zu ermitteln; aber kein Spieler sollte andere Karten als seine eigenen anfassen. Vermischt ein Spieler, nachdem eine solche Behauptung aufgestellt worden ist, seine Karten derartig, dass der Turnierleiter den Sachverhalt nicht mehr ermitteln kann, soll der Turnierleiter zugunsten der anderen Seite entscheiden.

 

Artikel 67: Fehlerhafter Stich

A. Bevor beide Seiten zum ndchsten Stich gespielt haben

Hat ein Spieler unterlassen, zu einem Stich zu spielen oder hat er zu viele Karten zu einem Stich gespielt, muss der Fehler berichtigt werden, wenn auf die Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht wird, bevor ein Spieler jeder Seite zum ndchsten Stich gespielt hat.

  1. Spieler hat unterlassen, Karte zu spielen
      
    Um das unterlassene Zugeben zu einem Stich zu berichtigen, gibt der Spieler eine Karte zu, die er ordnungsgemdss spielen kann.
      

  2. Spieler hat zu viele Karten zugegeben
      
    Um das Zugeben zu vieler Karten zu einem Stich zu berichtigen, sollen Artikle 45 E (F|nfte Karte zu einem Stich gespielt) oder Artikel 58 B (Gleichzeitig gespielte Karten aus einer Hand) angewandt werden.

B. Nach Spiel beider Seiten zum ndchsten Stich

Wird auf einen fehlerhaften Stich aufmerksam gemacht oder stellt der Turnierleiter fest, dass ein fehlerhafter Stich vorgelegen hat (weil ein Spieler zu wenige oder zu viele Karten in seiner Hand und dementsprechend eine unrichtige Anzahl abgelegter Karten hat), nachdem beide Seiten zum ndchsten Stich gespielt haben, ermittelt der Turnierleiter, welcher Stich fehlerhaft war. Um die Kartenanzahl zu berichtigen, sollte er wie folgt vorgehen:

  1. Schuldiger Spieler hat zu viele Karten
      
    Hat der schuldige Spieler versdumt, zu dem fehlerhaften Stich eine Karte zuzugeben, soll der Turnierleiter von ihm verlangen, sofort eine Karte hinzulegen und sie an passender Stelle seinen abgelegten Karten hinzuzuf|gen (diese Karte ber|hrt die Besitzverhdltnisse an diesem Stich nicht); wenn:
      

    1. Schuldiger Spieler hat Karte der ausgespielten Farbe
        
      der schuldige Spieler eine Karte der zum fehlerhaften Stich ausgespielten Farbe hat, muss er eine solche ablegen, und es folgt keine Strafe;
        

    2. Hat keine Karte der ausgespielten Farbe
        
      der schuldige Spieler keine Karte der ausgespielten Farbe hat, legt er eine beliebige Karte ab, und (Strafe) es wird angenommen, dass er in dem fehlerhaften Stich ein Revoke begangen hat - er kann der Ein-Stich-Strafe des Artikels 64 unterliegen.
        

  2. Schuldiger Spieler hat zu wenige Karten
      
    Hat der Spieler mehr als eine Karte zum fehlerhaften Stich gespielt, nimmt der Turnierleiter Einsicht in die gespielten Karten und verlangt vom schuldigen Spieler, alle |berzdhligen Karten wieder aufzunehmen* und unter den abgelegten Karten diejenige zu belassen, die er offen zu dem fehlerhaften Stich zugegeben hat (ist der Turnierleiter nicht in der Lage festzustellen, welche Karte offen gespielt wurde, beldsst der schuldige Spieler die hvchste der Karten, die er ordnungsgemd_ zu dem Stich hdtte spielen kvnnen, unter seinen abgelegten Karten). Es wird angenommen, dass eine wieder aufgenommene Karte der Hand des schuldigen Spielers dauerhaft zugehvrig war und das Unterlassen, sie zu einem fr|heren Stich zugegeben zu haben, kann den Tatbestand eines Revoke erf|llen.

* Der Turnierleiter sollte mvglichst vermeiden, die abgelegten Karten eines Gegenspielers aufzudecken; aber wenn eine |berzdhlige Karte, die wieder der Hand des Gegenspielers hinzugef|gt werden muss, sichtbar gemacht wurde, wird sie zur Strafkarte (siehe Artikel 50).
   

 

Teil V - Anspr|che und Konzessionen

 

Artikel 68: Beanspruchung oder Konzession von Stichen

Damit eine Erkldrung oder Handlung eine Beanspruchung oder Konzession von Stichen im Sinne dieser Regeln darstellt, muss sie sich auf andere als den laufenden Stich beziehen.* Nimmt sie Bezug auf nachfolgende Stiche, gilt:

A. Definition des Anspruchs

Jede Erkldrung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine bestimmte Anzahl von Stichen gewinnen wird, ist die Erhebung eines Anspruchs auf diese Stiche. Ein Teilnehmer erhebt auch dann einen Anspruch, wenn er vorschldgt, das Spiel abzuk|rzen oder wenn er seine Karten zeigt (ausser wenn er nachweislich nicht beabsichtigte, einen Anspruch zu erheben).

B. Definition der Konzession

Jede Erkldrung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine bestimmte Anzahl von Stichen verlieren wird, ist eine Konzession dieser Stiche; eine Erhebung eines Anspruchs auf eine bestimmte Anzahl von Stichen ist eine Konzession der restlichen Stiche, sofern solche |brig bleiben. Ein Spieler konzediert alle restlichen Stiche, wenn er seine Hand aufgibt. Ungeachtet des Vorstehenden hat keine Konzession stattgefunden, wenn ein Gegenspieler versucht, einen oder mehrere Stiche zu konzedieren und sein Partner unverz|glich widerspricht; Artikel 16, Unerlaubte Information, kann zur Anwendung kommen, weshalb der Turnierleiter sofort gerufen werden sollte.

C. Klarstellung f|r die Erhebung eines Anspruchs erforderlich

Eine Erhebung eines Anspruchs sollte sofort von einer Erkldrung oder Klarstellung bez|glich der Reihenfolge, in der die Karten gespielt werden und des Spielplans oder Gegenspiels mittels dessen der Beanspruchende die beanspruchten Stiche zu gewinnen vorschldgt, begleitet sein.

D. Spiel endet

Nach jeder Erhebung eines Anspruchs oder jeder Konzession endet das Spiel. Jegliches Weiterspielen nach der Erhebung eines Anspruchs oder einer Konzession soll vom Turnierleiter f|r ung|ltig erkldrt werden. Wird dem Anspruch oder der Konzession zugestimmt, findet Artikel 69 Anwendung; wird ihm/ihr durch irgendeinen Spieler (einschliesslich des Dummy) widersprochen, muss der Turnierleiter sofort gerufen werden, um Artikel 70 oder Artikel 71 anzuwenden, und bis zum Erscheinen des Turnierleiters darf nichts unternommen werden.

* Bezieht sich eine Erkldrung oder Handlung nur auf den Gewinn oder Verlust eines laufenden, unvollstdndigen Stiches, geht das Spiel normal weiter; Karten, die von einem Gegenspieler sichtbar oder anders bekannt gemacht werden, werden nicht zu Strafkarten, aber Artikel 16, Unerlaubte Information, kvnnte zur Anwendung kommen, und siehe Artikel 57 A, Vorzeitiges Spiel.

 

Artikel 69: Einwilligung in Anspruch oder Konzession

A. Wenn eine Einwilligung vorliegt

Eine Einwilligung liegt vor, wenn ein Teilnehmer einem von einem Gegner erhobenen Anspruch oder einer gegnerischen Konzession zustimmt und keinen Einwand erhebt, bevor seine Seite in einem nachfolgenden Board ansagt oder bevor die Runde endet. Das Board wird so gescort, als ob die beanspruchten oder konzedierten Stiche wdhrend des Spiels gewonnen oder verloren worden wdren.

B. Einwilligung in erhobenen Anspruch wird widerrufen

Innerhalb des gemdss Artikel 79 C festgelegten Berichtigungszeitraums darf ein Teilnehmer die Einwilligung in einen von einem Gegner erhobenen Anspruch widerrufen, aber nur, wenn er in den Verlust eines Stiches, den seine Seite in Wirklichkeit gewonnen hat oder in den Verlust eines Stiches, der nach Meinung des Turnierleiters durch keine normale* Spielweise der restlichen Karten hdtte verloren gehen kvnnen, eingewilligt hat. Das Board wird neu gescort, indem ein solcher Stich der zuvor einwilligenden Seite zugesprochen wird.

* F|r die Zielsetzung der Artikel 69, 70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.

 

Artikel 70: Bestrittene Anspr|che

A. Generelle Zielsetzung

Bei seiner Entscheidung |ber einen bestrittenen Anspruch beurteilt der Turnierleiter das Ergebnis einer Teilung f|r beide Seiten so gerecht wie mvglich, aber jeder zweifelhafte Punkt soll zu Lasten des Anspruchstellers gehen. Der Turnierleiter geht wie folgt vor:

B. Klarstellende Erkldrung wird wiederholt

  1. Wiederholung der Erkldrung des Anspruchstellers verlangen
      
    Der Turnierleiter verlangt vom Anspruchsteller, dass er die klarstellende Erkldrung, die er bei der Erhebung seines Anspruchs abgegeben hat, wiederholt.
      

  2. Aufdecken aller Hdnde verlangen
      
    Als ndchstes verlangt der Turnierleiter von allen Spielern, dass sie ihre restlichen Karten offen auf den Tisch legen.
      

  3. Einwdnde hvren
      
    Dann hvrt sich der Turnierleiter die gegnerischen Einwdnde gegen den Anspruch an.

C. Es gibt einen ausstehenden Trumpf

Gibt es in einer der Gegnerhdnde noch eine Trumpfkarte, soll der Turnierleiter den Gegnern einen oder mehrere Stiche zusprechen, wenn:

  1. Trumpf wurde nicht erwdhnt
      
    Der Anspruchsteller keine Erkldrung bez|glich dieser Trumpfkarte abgegeben hat und
      

  2. War sich wahrscheinlich des Trumpfes nicht bewusst
      
    Es gerade noch im Rahmen des Wahrscheinlichen liegt, dass sich der Anspruchsteller zum Zeitpunkt der Erhebung seines Anspruchs nicht bewusst war, dass eine Trumpfkarte in der Hand eines Gegners verblieben ist und
      

  3. Kvnnte einen Stich an diese Trumpfkarte verlieren
      
    Ein Stich an diese Trumpfkarte infolge irgendeiner normalen* Spielweise verloren gehen kvnnte.

D. Anspruchsteller schldgt neue Spieldurchf|hrung vor

Der Turnierleiter soll keine erfolgreiche Spieldurchf|hrung des Anspruchstellers gelten lassen, die nicht von der urspr|nglichen klarstellenden Erkldrung umfasst ist, wenn es eine andere normale* Spieldurchf|hrung gibt, die weniger erfolgreich sein w|rde.

E. Unerwdhnte Spieldurchf|hrung (Schnitt oder Schlagen)

Der Turnierleiter soll keine vom Anspruchsteller unerwdhnte Spieldurchf|hrung gelten lassen, deren Erfolg davon abhdngt, dass eher ein Gegner als der andere eine bestimmte Karte hdlt, es sei denn, ein Gegner hat schon vor der Ansprucherhebung nicht in der Farbe dieser Karte bedient oder w|rde anschliessend im Verlaufe jeder normalen* Spieldurchf|hrung nicht Farbe bekennen oder sofern es vernunftwidrig wdre, diese Spieldurchf|hrung nicht zu wdhlen.

*F|r die Zielsetzung der Artikel 69, 70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.

 

Artikel 71: Aufgehobene Konzession

Eine einmal gemachte Konzession muss bestehen bleiben mit der Ausnahme, dass der Turnierleiter innerhalb des gemdss Artikel 79 C festgelegten Berichtigungszeitraumes eine Konzession aufheben soll, wenn:

A. Stich kann nicht verloren gehen

Ein Spieler einen Stich konzediert hat, den seine Seite in Wirklichkeit gewonnen hatte, oder einen Stich, den seine Seite durch keine ordnungsgemdsse Spielweise der restlichen Karten hdtte verlieren kvnnen;

B. Kontrakt bereits erf|llt oder geschlagen

Der Alleinspieler den Verlust eines Kontraktes, den er bereits erf|llt hatte, oder ein Gegenspieler die Erf|llung eines Kontraktes, den seine Seite bereits geschlagen hatte, konzediert hat;

C. Nicht einleuchtende Konzession

Ein Spieler einen Stich konzediert hat, der durch keine normale* Spielweise der restlichen Karten hdtte verloren gehen kvnnen.

* F|r die Zielsetzung der Artikel 69, 70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.

 

 

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KAPITEL VII

Die Verhaltensregeln

 

Artikel 72: Allgemeine Grundsdtze

A. Einhaltung der Regeln

  1. Allgemeine Verpflichtung der Teilnehmer
      
    Bridgeturniere sollten in strikter \bereinstimmung mit den Regeln gespielt werden.
      

  2. Scoren von gewonnenen Stichen
      
    Ein Spieler darf wissentlich weder den Score f|r einen Stich, den seine Seite nicht gewonnen hat, noch die Konzession eines Stiches, den seine Gegner nicht verlieren konnten, annehmen.
      

  3. Verzicht auf Strafen
      
    Im Turnierbridge darf ein Spieler nicht aus eigener Initiative auf eine Strafe f|r einen gegnerischen Regelverstoss verzichten, selbst wenn er der Meinung ist, er sei nicht geschddigt worden (aber er darf den Turnierleiter darum ersuchen - siehe Artikel 81 C 8).
      

  4. Aus|bung legaler Wahlmvglichkeiten durch die nicht-schuldige Seite
      
    Geben diese Regeln der nicht-schuldigen Seite eine Wahlmvglichkeit nach einem gegnerischen Regelverstoss, so ist es nicht zu beanstanden, wenn sie die vorteilhafteste Wahl trifft.
      

  5. Optionen des schuldigen Spielers
      
    Vorbehaltlich Artikel 16 C 2 und nachdem die schuldige Seite f|r einen versehentlich begangenen Regelverstoss bestraft worden ist, ist es aus der Sicht der schuldigen Spieler nicht zu beanstanden, wenn sie eine f|r ihre Seite vorteilhafte Ansage oder Spielweise wdhlen, selbst wenn sie dadurch von ihrem Regelverstoss zu profitieren scheinen.
      

  6. Verantwortung f|r die Durchsetzung der Regeln
      
    Die Verantwortung, Regelwidrigkeiten zu ahnden und Schdden wieder gutzumachen, obliegt ausschliesslich dem Turnierleiter und diesen Regeln, nicht den Spielern selbst.

B. Regelverstoss

  1. Berichtigter Score
      
    Wann immer der Turnierleiter meint, dass ein Spieler zum Zeitpunkt seines Regelverstosses gewusst haben kvnnte, dass der Regelverstoss wahrscheinlich die nicht-schuldige Seite schddigen w|rde, soll er die Reizung und das Spiel fortsetzen lassen und nachfolgend einen berichtigten Score zuerkennen, wenn er der Auffassung ist, dass die schuldige Seite durch den Regelverstoss einen Vorteil erlangt hat.
      

  2. Absichtlicher Regelverstoss
      
    Ein Spieler darf keinesfalls absichtlich gegen die Regeln verstossen, selbst wenn daf|r eine Strafe vorgesehen ist, die auf sich zu nehmen er bereit ist.
      

  3. Versehentlicher Regelverstoss
      
    Es besteht keine Verpflichtung, auf einen von der eigenen Seite begangenen versehentlichen Regelverstoss aufmerksam zu machen (aber siehe die Fu_note zu Artikel 75 wegen einer falschen Erkldrung).
      

  4. Verbergen eines Regelverstosses
      
    Ein Spieler darf nicht versuchen, einen versehentlichen Regelverstoss zu verbergen, indem er z.B. ein zweites Revoke begeht, eine in ein Revoke verstrickte Karte verbirgt oder vorzeitig die Karten vermischt.

 

Artikel 73: Verstdndigung

A. Korrekte Verstdndigung zwischen Partnern

  1. Wie bewirkt
      
    Die Verstdndigung zwischen Partnern wdhrend der Reizung und des Spiels soll nur durch die Ansagen und Spiele selbst erfolgen.
      

  2. Korrekte Art und Weise, Ansagen und Spiele zu machen
      
    Ansagen und Spiele sollten ohne besonderen Nachdruck, Gehabe oder Modulation der Stimme gemacht werden, und ohne |bertriebenes Zvgern oder |bermdssige Hast (veranstaltende Verbdnde d|rfen aber Zwangspausen anordnen, etwa wdhrend der ersten Bietrunde oder nach einem angek|ndigten Sprunggebot oder im ersten Stich).
      

B. Ungehvrige Verstdndigung zwischen Partnern

  1. \berfl|ssige Information
      
    Die Partner sollen sich nicht durch die Art und Weise, in der Ansagen oder Spiele gemacht werden, durch |berfl|ssige Bemerkungen oder Gesten oder durch an die Gegner gestellte oder nicht gestellte Fragen, durch Alerts und den Gegnern gegebene oder nicht gegebene Erkldrungen verstdndigen.
      

  2. Vorher abgesprochene Verstdndigung
      
    Der schwerstmvgliche Verstoss besteht f|r eine Partnerschaft darin, Informationen durch vorher abgemachte Verstdndigungsmethoden, die von diesen Regeln nicht gebilligt werden, auszutauschen. Eine schuldige Partnerschaft riskiert den Ausschluss.

C. Spieler erhdlt vom Partner unerlaubte Information

Verf|gt ein Spieler |ber eine unerlaubte Information, die er durch seines Partners Bemerkung, Frage, Erkldrung, Geste, Gehabe, besonderen Nachdruck, Modulation der Stimme, Hast oder Zvgern erhalten hat, muss er sorgfdltig vermeiden, dies zum Vorteil f|r seine Seite auszunutzen.

D. Abweichungen im Tempo oder in der Verhaltensweise

  1. Versehentliche Abweichungen
      
    Es ist w|nschenswert, wenn auch nicht immer gefordert, dass die Spieler ein gleich bleibendes Tempo und eine unverdnderte Verhaltensweise beibehalten. Jedoch sollten die Spieler in Situationen, in denen sich Abweichungen zu Gunsten ihrer Seite auswirken kvnnen, besonders vorsichtig sein. Ansonsten verletzt eine versehentliche Abweichung im Tempo oder in der Art, in welcher eine Ansage oder ein Spiel gemacht wird als solche nicht die Anstandsregeln, aber R|ckschl|sse aus solchen Abweichungen d|rfen korrekterweise nur von einem Gegner und auf dessen eigenes Risiko gezogen werden.
      

  2. Absichtliche Abweichungen
      
    Ein Spieler darf nicht versuchen, einen Gegner durch Bemerkungen oder Gesten, durch Hast oder Zvgern bei einer Ansage oder einem Spiel (z.B. Zvgern, bevor man ein Singleton spielt), oder durch die Art und Weise, in welcher die Ansage oder das Spiel gemacht wird, irrezuf|hren.

E. Tduschung

Ein Spieler darf korrekterweise versuchen, einen Gegner durch eine Ansage oder ein Spiel zu tduschen (solange die Tduschung nicht durch eine geheime Partnerschafts|bereinkunft oder durch Erfahrung abgesichert ist). Es ist vvllig korrekt, zu vermeiden, den Gegnern Informationen zugdnglich zu machen, indem man alle Ansagen und Spielweisen in gleich bleibendem Tempo und gleich bleibender Art und Weise macht.

F. Verletzung der Anstandsregeln

F|hrt eine Verletzung der in dieser Regel beschriebenen Anstandsregeln zu einem Schaden f|r einen unschuldigen Gegner, so gilt:

  1. Spieler agiert aufgrund unerlaubter Information
      
    Stellt der Turnierleiter fest, dass ein Spieler zwischen logischen alternativen Aktionen eine gewdhlt hat, die nachweislich durch seines Partners Bemerkung, Verhaltensweise, Tempo oder dhnliches ndher als eine andere gelegt worden sein kvnnte, soll er einen berichtigten Score zuerkennen (siehe Artikel 16).
      

  2. Spieler durch eine regelwidrige Tduschung benachteiligt
      
    Stellt der Turnierleiter fest, dass ein unschuldiger Spieler einen falschen R|ckschluss aus eines Gegners Bemerkung, Verhaltensweise, Tempo oder dergleichen gezogen hat, der keinen nachweisbaren Bridge-Grund f|r die Aktion besitzt und der zum Zeitpunkt der Aktion gewusst haben kvnnte, dass die Aktion zu seinem Vorteil gedeihen kvnnte, soll der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen (siehe Artikel 12 C).

 

Artikel 74: Benehmen und Umgangsformen

A. Korrekte Einstellung

  1. Hvflichkeit
      
    Ein Spieler sollte jederzeit eine hvfliche Einstellung beibehalten.
      

  2. Gute Umgangsformen in Wort und Tat
      
    Ein Spieler sollte sorgfdltig jede Bemerkung oder Handlung vermeiden, die bei einem anderen Spieler Verdrgerung oder Verlegenheit hervorrufen oder seine Freude am Spiel beeintrdchtigen kvnnte.
      

  3. Befolgung des korrekten Verfahrens
      
    Jeder Spieler sollte beim Ansagen und Spielen gleichmdssig und korrekt verfahren.

B. Umgangsformen

Aus Hvflichkeit sollte ein Spieler es unterlassen:

  1. Dem Spiel nicht gen|gend Aufmerksamkeit zu widmen.
      

  2. \berfl|ssige Kommentare wdhrend der Reizung und des Spiels abzugeben.
      

  3. Eine Karte zu ziehen, bevor er an der Reihe ist zu spielen.
      

  4. Das Spiel unnvtig zu verldngern (etwa weiterzuspielen, obwohl er weiss, dass er sicher alle Stiche gewinnen wird), zu dem Zweck, einen Gegner aus der Fassung zu bringen.
      

  5. Den Turnierleiter in einer Art und Weise zu rufen oder anzusprechen, die ihm oder anderen Teilnehmern gegen|ber unhvflich ist.

C. Verfahrensverstvsse

Folgende Verhaltensweisen gelten als Verfahrensverstv_e:

  1. Verschiedene Bezeichnungen f|r dieselbe Ansage zu verwenden.
      

  2. Billigung oder Missbilligung einer Ansage oder eines Spiels anzudeuten.
      

  3. Die Erwartung oder Absicht anzudeuten, einen Stich, der noch nicht vollstdndig ist, zu gewinnen oder zu verlieren.
      

  4. Einen Kommentar abzugeben oder eine Aktion zu unternehmen, wodurch auf einen bedeutsamen Vorfall oder auf die Anzahl der f|r den Erfolg noch benvtigten Stiche aufmerksam gemacht wird.
      

  5. Absichtlich einen anderen Spieler wdhrend der Reizung oder des Spiels anzuschauen, um seine Karten zu sehen oder um zu beobachten, von welcher Stelle er eine Karte zieht (jedoch ist es korrekt, aufgrund einer Information zu handeln, die man durch versehentliches Sehen einer Karte des Gegners erhalten hat*).
      

  6. Einen offensichtlichen Mangel weiteren Interesses an einer Teilung zu bekunden (indem man etwa seine Karten zusammenschiebt).
      

  7. Die normale Biet- oder Spielgeschwindigkeit unterschiedlich zu gestalten, um einen Gegner aus der Fassung zu bringen.
      

  8. Unnvtig den Tisch vor Aufruf der ndchsten Runde zu verlassen.

* Siehe Artikel 73 D 2, wenn ein Spieler seine Karten absichtlich gezeigt haben kvnnte.
 

 

Artikel 75: Partnerschaftsvereinbarungen

A. Besondere Partnerschaftsvereinbarungen

Besondere Partnerschaftsvereinbarungen, seien sie ausdr|cklich oder stillschweigend, m|ssen vollstdndig und uneingeschrdnkt den Gegnern zur Verf|gung stehen (siehe Artikel 40). Eine dem Partner aufgrund solcher Vereinbarungen |bermittelte Information muss sich aus Ansagen, Spielen und den f|r das laufende Board geltenden Bedingungen ergeben.

B. Bruch von Partnerschaftsvereinbarungen

Ein Spieler darf eine angek|ndigte Partnerschaftsvereinbarung brechen, solange sein Partner sich des Bruches nicht bewusst ist (aber gewohnheitsmdssige Br|che innerhalb einer Partnerschaft kvnnen stillschweigende Vereinbarungen begr|nden, die offen gelegt werden m|ssen). Kein Spieler hat die Pflicht, den Gegnern zu offenbaren, dass er eine angek|ndigte Vereinbarung gebrochen hat; werden die Gegner anschliessend geschddigt, etwa, weil sie einen falschen R|ckschluss aus einem solchen Bruch gezogen haben, haben sie keinen Anspruch auf Entschddigung.

C. Beantwortung von Fragen |ber Partnerschaftsvereinbarungen

Erkldrt ein Spieler die Bedeutung einer Ansage oder Spielweise des Partners in Beantwortung einer Frage des Gegners (siehe Artikel 20), soll er alle besonderen Informationen offen legen, die ihm aufgrund Partnerschaftsvereinbarung oder -erfahrung |bermittelt worden sind; er braucht aber R|ckschl|sse, die er aus seiner allgemeinen Bridgekenntnis und Erfahrung gezogen hat, nicht zu offenbaren.

D. Berichtigung falscher Erkldrungen

  1. Erkldrender bemerkt eigenen Fehler
      
    Bemerkt ein Spieler anschliessend, dass seine eigene Erkldrung falsch oder unvollstdndig war, muss er sofort den Turnierleiter rufen (der Artikel 21 oder Artikel 40 C anwenden wird).
      

  2. Partner des Erkldrenden bemerkt Fehler
      
    Ein Spieler, dessen Partner eine falsche Erkldrung abgegeben hat, darf weder den Fehler vor dem abschliessenden Pass berichtigen noch darf er in irgendeiner Weise zu erkennen geben, dass ein Fehler begangen worden ist; ein Gegenspieler darf den Fehler nicht berichtigen, bevor das Spiel endet. Nachdem er den Turnierleiter bei der ersten legalen Gelegenheit (nach dem abschliessenden Pass, wenn er Alleinspieler oder Dummy ist; nach Spielende, wenn er Gegenspieler ist) gerufen hat, muss der Spieler den Gegnern mitteilen, dass seiner Meinung nach die Erkldrung seines Partners falsch war.**

** Zwei Beispiele mvgen die Pflichten der Spieler (und des Turnierleiters) verdeutlichen, nachdem den Gegnern eine irref|hrende Erkldrung gegeben worden ist. In beiden folgenden Beispielen hat Nord 1 SA ervffnet und S|d, der eine schwache Hand mit langen Karos hdlt, hat 2 Karo in der Absicht geboten, damit abzuschliessen; Nord erkldrt aber in Beantwortung der Nachfrage von West, dass S|ds Gebot stark und k|nstlich sei und nach Oberfarben frage.
  

Beispiel 1 - Falsche Erkldrung

Die tatsdchliche Partnerschaftsvereinbarung ist die, dass 2 Karo ein nat|rliches Abschlussgebot ist; der Fehler lag in Nords Erkldrung. Diese Erkldrung ist ein Regelverstoss, da Ost-West einen Anspruch darauf haben, eine zutreffende Beschreibung der Nord-S|d-Vereinbarungen zu erhalten (f|hrt dieser Versto_ zu einem Schaden f|r Ost-West, soll der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen). Bemerkt Nord anschliessend seinen Fehler, muss er sofort den Turnierleiter benachrichtigen. S|d darf keinesfalls etwas unternehmen, um die falsche Erkldrung zu berichtigen, solange die Reizung im Gange ist; nach dem abschliessenden Pass sollte S|d, wenn er Alleinspieler oder Dummy ist, den Turnierleiter rufen und muss freiwillig eine Berichtigung der Erkldrung abgeben. Wird S|d ein Gegenspieler, ruft er den Turnierleiter nach Spielende und berichtigt die Erkldrung dann.

Beispiel 2 - Falsches Gebot

Die Partnerschaftsvereinbarung ist wie erkldrt - 2 Karo ist stark und k|nstlich; der Fehler lag in S|ds Gebot. Hier liegt kein Regelverstoss vor, da Ost-West eine zutreffende Beschreibung der Nord-S|d-Vereinbarung erhalten haben; sie haben keinen Anspruch auf eine zutreffende Beschreibung der Nord-S|d-Hdnde.

(Ungeachtet eines Schadens soll der Turnierleiter das Resultat aufrechterhalten; der Turnierleiter hat jedoch "Falsche Erkldrung" eher als "Falsches Gebot" anzunehmen, falls das Gegenteil nicht bewiesen wird.) S|d darf auf keinen Fall Nords Erkldrung sofort berichtigen (oder den Turnierleiter benachrichtigen) und ihn trifft keine Pflicht, dies anschliessend zu tun.

In beiden Beispielen wei_ S|d, nachdem er Nords Erkldrung gehvrt hat, dass sein eigenes Zwei-Karo-Gebot missverstanden worden ist. Diese Kenntnis ist eine "Unerlaubte Information" (siehe Artikel 16 A), so dass S|d sorgfdltig vermeiden muss, nachfolgende Aktionen auf diese Information zu gr|nden (tut er dies, soll der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen). Gibt z.B. Nord ein R|ckgebot von zwei Sans-Atout ab, verf|gt S|d |ber die unerlaubte Information, dass dieses Gebot nur eine Vierer-Oberfarbe verneint; aber S|ds Pflicht besteht darin, so zu handeln, als habe Nord Maximum gezeigt und damit einen starken Partieversuch gegen|ber einer schwachen Antwort gemacht.

 

Artikel 76: Zuschauer

A. Benehmen wdhrend Reizung oder Spiel

  1. Nur eine Hand
      
    Ein Zuschauer sollte ohne Erlaubnis nicht in die Hdnde von mehr als einem Spieler sehen.
      

  2. Persvnliche Reaktion
      
    Ein Zuschauer darf wdhrend einer laufenden Teilung keine Reaktion bez|glich der Reizung oder des Spiels zeigen.
      

  3. Gehabe oder Bemerkungen
      
    Wdhrend der Runde muss sich ein Zuschauer jeglichen Gehabes oder irgendwelcher Bemerkungen enthalten (einschliesslich Unterhaltung mit einem Spieler).
      

  4. R|cksichtnahme auf Spieler
      
    Ein Zuschauer darf in keiner Weise einen Spieler stvren.

B. Beteiligung eines Zuschauers

Ein Zuschauer darf weder die Aufmerksamkeit auf eine Regelwidrigkeit lenken, noch zu irgendeiner Frage bez|glich Tatsachen oder Regeln Stellung nehmen, au_er auf Aufforderung des Turnierleiters.

 

KAPITEL VIII

Der Score

 

Artikel 77: Score-Tabelle f|r Turnierbridge

 

Stich Score

Der Seite des Alleinspielers gutzuschreibende Stich-Wertungspunkte, wenn der Kontrakt erf|llt wird  

und die Trumpffarbe ist:                        Treff        Karo        Herz        Pik

f|r jeden gebotenen und

gemachten Stich |ber

dem Buch, sofern der Kontrakt

- unkontriert gespielt wurde:                   20            20                30        30

- kontriert wurde:                                    40            40                60        60

- rekontriert wurde:                                80            80                120        120

 

In einem Sans-Atout-Kontrakt verhdlt es sich wie folgt:

F|r den ersten gebotenen und gemachten Stich |ber dem Buch

- ohne Kontra:    40

- mit Kontra:        80

. mit Rekontra:    160

F|r jeden weiteren Stich erhdlt man

- ohne Kontra:    30

- mit Kontra:        60

. mit Rekontra:    120

 

Ein in einem Board erreichtes Stich-Wertungspunkt-Ergebnis von 100 oder mehr Punkten ergibt ein Vollspiel, ein erzieltes Stich-Wertungspunkt-Ergebnis von weniger als 100 Punkten ist ein Teilkontrakt.

 

Prdmien

Kleinschlemm (12 Stiche) geboten und erf|llt:

- ungefdhrlich:    500

- gefdhrlich:        750

Grossschlemm (13 Stiche) geboten und erf|llt:

- ungefdhrlich:    1000

- gefdhrlich:        1500

 

\berstiche

F|r jeden \berstich (|ber den Kontrakt hinausgehend gemachte Stiche):

- ohne Kontra:    identisch mit dem Stichwert (vgl. oben)

- Kontra / ungefdhrlich:    100

- Kontra / gefdhrlich:        200

- Rekontra / ungefdhrlich:    200

- Rekontra / gefdhrlich:    400

 

Prdmien f|r Vollspiel, Teilkontrakt und erf|llten Kontrakt

- F|r den Gewinn eines Vollspiels, ungefdhrlich:    300

- F|r den Gewinn eines Vollspiels, gefdhrlich:        500

- F|r Gewinn irgendeines kontrierten, aber nicht rekontrierten Kontrakts:     50

- F|r Gewinn irgendeines rekontrierten Kontrakts:        100

 

Strafen f|r Faller 

(Stiche, um die der Alleinspieler die Erf|llung des Kontraktes verfehlt)

   

In Nichtgefahr

   

In Gefahr

 
  Unkontriert Kontriert Rekontriert   Unkontriert Kontriert Rekontriert

F|r den ersten Faller

50 100 200 100 200 400
Jeder weitere Faller 50 200 400 100 300 600
Bonus f|r den vierten und jeden weiteren Faller  0 100 200 0 0 0

 

Artikel 78: Score-Verfahren

A. Matchpunkt-Verfahren

Im Matchpunkt-Verfahren erhdlt jeder Teilnehmer f|r die von anderen Teilnehmern im gleichen Board erzielten Ergebnisse, die mit seinem Ergebnis verglichen werden, folgende Gutschriften: Zwei Score-Einheiten (Matchpunkte oder halbe Matchpunkte) f|r jedes Ergebnis, das schlechter als seines ist, eine Score-Einheit f|r jedes Ergebnis, das gleich seinem eigenen ist und null Score-Einheiten f|r jedes Ergebnis, das besser als sein eigenes ist.

B. Internationales Matchpunkt-Verfahren

Im Internationalen Matchpunkt-Verfahren wird in jedem Board die Differenz der Gesamtpunkte zwischen zwei Ergebnissen verglichen und nach folgender Tabelle in IMP umgewandelt:

Punktdifferenz

IMP Punktdifferenz IMP
           
20 - 40 1 750 - 890 13
50 - 80 2 900 - 1090 14
90 - 120 3 1100 - 1290 15
130 - 160 4 1300 - 1490 16
170 - 210 5 1500 - 1740 17
220 - 260 6 1750 - 1990 18
270 - 310 7 2000 - 2240 19
320 - 360 8 2250 - 2490 20
370 - 420 9 2500 - 2990 21
430 - 490 10 3000 - 3490 22
500 - 590 11 3500 - 4000 23
600 - 740 12 4000   und mehr 24

C. Gesamtpunkt-Verfahren

Im Gesamtpunkt-Verfahren ist der in allen gespielten Boards insgesamt erzielte Netto-Score der Score f|r jeden Teilnehmer.

D. Besondere Score-Methoden

Besondere Score-Methoden sind zuldssig, wenn sie vom veranstaltenden Verband genehmigt sind. Vor jedem Wettbewerb sollte der veranstaltende Verband die Wettbewerbsbedingungen vervffentlichen, die die Teilnahmebedingungen, Score-Verfahren, Ermittlung der Sieger, Entscheidung bei Punktgleichheit und dhnliches beinhalten.

 

Artikel 79: Gewonnene Stiche

A. Einigung |ber gewonnene Stiche

\ber die Anzahl der gewonnenen Stiche soll Einigung erzielt werden, bevor alle vier Hdnde in das Board zur|ckgesteckt werden.

B. Uneinigkeit |ber gewonnene Stiche

Entsteht anschliessend eine Uneinigkeit, muss der Turnierleiter gerufen werden. Eine Erhvhung des Scores braucht nicht gewdhrt zu werden, wenn nicht der Turnierleiter gerufen wird, bevor gemdss Artikel 8 die Runde endet (aber Artikel 69 oder Artikel 71 kvnnen diese Bestimmung verdrdngen, wenn eine Einwilligung erfolgt oder eine Konzession gemacht worden ist).

C. Irrtum beim Scoren

Ein Irrtum bei der Berechnung oder beim Eintragen des Scores, |ber den Einigung erzielt worden war, gleichg|ltig, ob er von einem Spieler oder einem Scorer begangen worden ist, darf bis zum Ablauf des vom veranstaltenden Verband festgelegten Zeitraums berichtigt werden. Wenn der veranstaltende Verband keinen spdteren* Zeitpunkt bestimmt, lduft dieser Berichtigungszeitraum 30 Minuten, nachdem das offizielle Ergebnis zur Einsichtnahme zugdnglich gemacht worden ist, aus.

* Ein fr|herer Zeitpunkt darf festgelegt werden, wenn dies aufgrund der besonderen Bedingungen eines Wettbewerbs notwendig ist.

 

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KAPITEL IX

Veranstaltung von Turnieren

 

Artikel 80: Veranstaltender Verband

Ein veranstaltender Verband, der ein Turnier nach diesen Regeln durchf|hrt, hat die folgenden Pflichten und Rechte:

A. Turnierleiter

Den Turnierleiter zu bestellen. Gibt es keinen Turnierleiter, sollten die Spieler einen unter ihnen mit der Wahrnehmung seiner Aufgaben betrauen.

B. Vorbereitungen

Die Vorbereitungen f|r das Turnier zu treffen, einschliesslich des Spiellokals, der Versorgung der Teilnehmer und der Bereitstellung des Spielmaterials.

C. Spielzeiten f|r jeden Durchgang

Datum und Zeit f|r jeden Durchgang festzulegen.

D. Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmebedingungen festzulegen.

E. Besondere Bedingungen

Besondere Bedingungen f|r Reizung und Spiel festzulegen (wie z.B. schriftliche Reizung, Bidding-Boxes, Screens - Strafvorschriften f|r Aktionen, die nicht mittels Benutzung eines Screens unternommen werden, d|rfen ausser Kraft gesetzt werden).

F. Zusdtzliche Durchf|hrungsbestimmungen

Durchf|hrungsbestimmungen zu vervffentlichen oder anzuk|ndigen, die diese Regeln ergdnzen, aber nicht im Widerspruch zu ihnen stehen.

G. Proteste

Geeignete Vorkehrungen zu treffen, damit Proteste verhandelt werden kvnnen.

 

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KAPITEL X

Turnierleiter

Abschnitt I - Verantwortlichkeiten

Artikel 81: Pflichten und Rechte

A. Offizieller Status

Der Turnierleiter ist der offizielle Vertreter des veranstaltenden Verbandes.

B. Einschrdnkungen und Verantwortlichkeiten

  1. Technische Leitung
      
    Der Turnierleiter ist f|r die technische Leitung des Turniers verantwortlich.
      

  2. Einhaltung der Regeln und Durchf|hrungsbestimmungen
      
    Der Turnierleiter ist diesen Regeln und den zusdtzlichen Durchf|hrungsbestimmungen, die der veranstaltende Verband angek|ndigt hat, unterworfen.

C. Pflichten und Rechte des Turnierleiters

Die Pflichten und Rechte des Turnierleiters schliessen |blicherweise die folgenden ein:

  1. Hilfskrdfte
      
    Nach Bedarf Hilfskrdfte zu ernennen, um seine Pflichten zu erf|llen.
      

  2. Anmeldungen
      
    Anmeldungen anzunehmen und aufzulisten.
      

  3. Spielbedingungen
      
    Geeignete Spielbedingungen zu schaffen und diese den Teilnehmern bekannt zugeben.
      

  4. Disziplin
      
    Die Disziplin aufrechtzuerhalten und den ordnungsgemd_en Verlauf des Spiels sicherzustellen.
      

  5. Regeln
      
    Diese Regeln anzuwenden und auszulegen und die Spieler |ber ihre sich hieraus ergebenden Rechte und Pflichten zu belehren.
      

  6. Irrt|mer
      
    Einen Irrtum oder eine Regelwidrigkeit innerhalb des gemdss Artikel 79 C festgelegten Berichtigungszeitraumes zu korrigieren, egal, auf welche Weise er darauf aufmerksam wird.
      

  7. Strafen
      
    Strafen zu verhdngen, wenn diese verwirkt sind.
      

  8. Erlass von Strafen
      
    Strafen nach seinem Ermessen auf Antrag der nicht-schuldigen Seite zu erlassen, wenn hierf|r ein Grund besteht.
      

  9. Streitigkeiten
      
    Streitigkeiten zu schlichten; dem zustdndigen Gremium eine Streitfrage zur Entscheidung vorzulegen.
      

  10. Scores
      
    Scores einzusammeln und Ergebnisse zu vervffentlichen.
      

  11. Meldungen
      
    Dem veranstaltenden Verband Ergebnisse zu melden, damit sie offiziell registriert werden kvnnen.

D. Delegation von Pflichten

Der Turnierleiter darf jede der unter C aufgef|hrten Pflichten an Hilfskrdfte delegieren, dies entbindet in jedoch nicht von seiner Verantwortung f|r ihre korrekte Erf|llung.

 

Artikel 82: Berichtigung von Verfahrensfehlern

A. Pflicht des Turnierleiters

Es ist die Pflicht des Turnierleiters, Verfahrensfehler zu berichtigen und den Fortlauf des Spiels in einer Weise sicherzustellen, die nicht im Widerspruch zu diesen Regeln steht.

B. Berichtigung von Fehlern

Um einen Verfahrensfehler zu berichtigen, darf der Turnierleiter:

  1. Zuerkennen eines berichtigten Scores
      
    Nach Massgabe dieser Regeln einen berichtigten Score zuerkennen.
      

  2. Spielzeit festsetzen
      
    Das Spielen oder Nachspielen eines Boards anordnen.

C. Fehler des Turnierleiters

Hat der Turnierleiter eine Entscheidung getroffen, die er selbst oder der Hauptturnierleiter anschlie_end f|r falsch hdlt und erlaubt keine Berichtigungsmethode, das Board normal zu scoren, soll er einen berichtigten Score zuerkennen, wobei er zu diesem Zweck beide Seiten als nicht-schuldig ansieht.
  

Artikel 83: Hinweis auf das Protestrecht

Glaubt der Turnierleiter, dass eine \berpr|fung seiner betreffend einer im Tatsdchlichen angesiedelten Frage oder einer Aus|bung seines Ermessens getroffenen Entscheidung angebracht sein kvnnte (etwa wenn er einen berichtigten Score gemdss Artikel 12 zuerkennt), soll er einen Teilnehmer auf sein Recht hinweisen, Protest zu erheben. Er darf die Streitfrage auch von sich aus einem zustdndigen Gremium zur Entscheidung vorlegen.

 

Abschnitt II - Entscheidungen

 

Artikel 84: Entscheidungen bei unstreitigem Sachverhalt

Wird der Turnierleiter gerufen, um eine die Regeln oder die zusdtzlichen Durchf|hrungsbestimmungen betreffende Frage zu entscheiden, bei der |ber die Tatsachen Einigkeit herrscht, soll er wie folgt entscheiden:

A. Keine Strafe

Ist in den Regeln keine Strafe vorgesehen und besteht keine Veranlassung f|r die Aus|bung seines Ermessens, weist er die Spieler an, mit der Reizung oder dem Spiel fortzufahren.

B. Regeln sehen Strafe vor

Erf|llt ein Sachverhalt klar den Tatbestand einer Regel, die f|r die Regelwidrigkeit eine Strafe vorsieht, verhdngt er diese Strafe und sorgt daf|r, dass sie vollzogen wird.

C. Wahlrecht eines Spielers

Gibt eine Regel einem Spieler ein Wahlrecht zwischen mehreren Strafen, erkldrt der Turnierleiter die Wahlmvglichkeiten und sorgt daf|r, dass eine Strafe gewdhlt und vollzogen wird.

D. Wahlrecht des Turnierleiters

Gibt eine Regel dem Turnierleiter ein Wahlrecht zwischen einer bestimmten Strafe und der Zuerkennung eines berichtigten Scores, versucht er, Billigkeit herzustellen, entscheidet aber jeden zweifelhaften Punkt zu Gunsten der nicht-schuldigen Seite.

E. Strafe aufgrund Ermessensentscheidung

Ist eine Regelwidrigkeit vorgekommen, f|r die in den Regeln keine Strafe vorgesehen ist, erkennt der Turnierleiter einen berichtigten Score zu, wenn eine auch nur vern|nftige Mvglichkeit besteht, dass die nicht-schuldige Seite geschddigt worden ist, und weist die schuldige Seite auf ihr Recht zum Protest hin (siehe Artikel 81 C 9).

 

Artikel 85: Entscheidungen bei streitigem Sachverhalt

Wird der Turnierleiter gerufen, um eine die Regeln oder die zusdtzlichen Durchf|hrungsbestimmungen betreffende Frage zu entscheiden, bei der |ber die Tatsachen keine Einigkeit herrscht, soll er wie folgt vorgehen:

A. Einschdtzung des Turnierleiters

Ist der Turnierleiter davon |berzeugt, dass er den Sachverhalt festgestellt hat, entscheidet er gemdss Artikel 84.

B. Sachverhalt nicht festgestellt

Ist der Turnierleiter nicht in der Lage, den Sachverhalt zu seiner \berzeugung festzustellen, soll er eine Entscheidung treffen, die den Fortgang des Spiels ermvglicht, und die Spieler auf ihr Recht zum Protest hinweisen.

 

Abschnitt III - Berichtigung von Regelwidrigkeiten

 

Artikel 86: Im Team-Turnier

A. Durchschnitt im Team-Turnier

Entschlie_t sich der Turnierleiter dazu, im Team-Turnier einen k|nstlichen berichtigten Score in Form eines Plus- oder Minusdurchschnitts zuzuerkennen, so sind das entweder + 3 IMP oder - 3 IMP.

B. Sich nicht ausgleichende Scores, K.O.-Wettbewerb

Weist der Turnierleiter in einem Knock-out-Wettbewerb sich nicht ausgleichende Scores (siehe Artikel 12 C) zu, wird der Score jedes Teilnehmers f|r das Board gesondert berechnet. Der Durchschnitt der beiden Scores wird dann beiden Teilnehmern zugewiesen.

C. Ersatzboard

Der Turnierleiter soll seine Befugnis nach Artikel 6, ein Ersatzboard spielen zu lassen, nicht aus|ben, wenn das Endergebnis eines Kampfes ohne dieses Board einem Teilnehmer bekannt sein kvnnte. Statt dessen erkennt er einen berichtigten Score zu.

 

Artikel 87: Verfdlschtes Board

A. Definition

Ein Board gilt als verfdlscht, wenn der Turnierleiter feststellt, dass eine oder mehrere Karten so vertauscht worden sind, dass Teilnehmer, die einen direkten Scorevergleich in dem Board gehabt haben sollten, das Board nicht in identischer Form gespielt haben.

B. Scoren des verfdlschten Boards

Beim Scoren eines verfdlschten Boards stellt der Turnierleiter so genau wie mvglich fest, welche Scores mit dem Board in seiner urspr|nglichen Form und welche Scores in der gednderten Form erzielt worden sind. Er teilt auf dieser Grundlage die Ergebnisse in zwei Gruppen und scort jede Gruppe getrennt entsprechend den Bestimmungen des veranstaltenden Verbandes.

In manchen Arten von Team-Turnieren darf der veranstaltende Verband eine Neuteilung anordnen (siehe Artikel 6).

 

Abschnitt IV - Strafen

 

Artikel 88: Zuerkennung von Entschddigungspunkten

Muss sich in einem Paar- oder Individualturnier ein nicht-schuldiger Teilnehmer mit einem k|nstlichen berichtigten Score zufrieden geben, obwohl er weder einen Fehler begangen noch eine entsprechende Wahl getroffen hat, sollen einem solchen Teilnehmer mindestens 60% der Matchpunkte, die er in diesem Board erzielen konnte, oder der Prozentsatz der Matchpunkte, die er in den wdhrend des Durchgangs tatsdchlich gespielten Boards erzielt hat, zuerkannt werden, wenn dieser Prozentsatz grv_er als 60% war.

 

Artikel 89: Strafen im Individualturnier

In einem Individualturnier soll der Turnierleiter die in diesen Regeln vorgesehenen Strafbestimmungen und die Bestimmungen, die die Zuerkennung eines berichtigten Scores anordnen, gleichermassen auf beide Mitglieder der schuldigen Seite anwenden, auch wenn nur einer von ihnen f|r die Regelwidrigkeit verantwortlich sein mag. Der Turnierleiter soll aber bei der Zuerkennung berichtigter Scores gegen den Partner des schuldigen Spielers keine Verfahrens-Strafpunkte verhdngen, wenn jener nach Ansicht des Turnierleiters in keiner Weise f|r den Regelverstoss verantwortlich war.

 

Artikel 90: Verfahrensstrafen

A. Befugnis des Turnierleiters

Der Turnierleiter darf zusdtzlich zur Anwendung der in diesen Regeln vorgesehenen Strafvorschriften auch Strafen f|r jeden Verstoss verhdngen, der das Spiel |ber Geb|hr verzvgert oder stvrt, anderen Teilnehmern Unannehmlichkeiten bereitet, dem korrekten Ablauf zuwiderlduft oder die Zuerkennung eines berichtigten Scores an einem anderen Tisch erforderlich macht.

B. Verstvsse, die einer Strafe unterliegen

Strafbewehrte Verstvsse sind unter anderem:

  1. Verspdtung
      
    Ankunft eines Teilnehmers nach der festgelegten Startzeit.
      

  2. Langsames Spiel
      
    \ber Geb|hr langsames Spiel eines Teilnehmers.
      

  3. Laute Diskussion
      
    Unterhaltung |ber die Reizung, das Spiel oder Ergebnis eines Boards, die an einem anderen Tisch mitgehvrt werden kvnnten.
      

  4. Vergleichen von Scores
      
    Unerlaubtes Vergleichen von Scores mit einem anderen Teilnehmer.
      

  5. Ber|hren der Karten eines anderen Spielers
      
    Karten, die einem anderen Spieler gehvren, zu ber|hren oder aufzunehmen (Artikel 7).
      

  6. Falsches Stecken in das Board
      
    Eine oder mehrere Karten in ein falsches Fach des Boards zu stecken.
      

  7. Verfahrensverstösse
      
    Verfahrensfehler (wie etwa das Versäumnis, seine Karten zu zdhlen, das falsche Board zu spielen usw.), die die Zuerkennung eines berichtigten Scores f|r irgendeinen Teilnehmer zur Folge haben.
      

  8. Nichtbefolgung von Anweisungen
      
    Nicht unverz|glich die f|r das Turnier geltenden Durchf|hrungsbestimmungen oder die Anweisungen des Turnierleiters zu befolgen.
      

Artikel 91: Disziplinarstrafen oder Ausschluss

A. Befugnis des Turnierleiters

In Ausübung seiner Pflicht, Ordnung und Disziplin aufrechtzuerhalten, ist der Turnierleiter insbesondere ermächtigt, Disziplinarstrafen in Form von Punktabzügen aufzuerlegen oder einen Teilnehmer vom laufenden Durchgang oder von irgendeinem Teil desselben auszuschliessen (die gemäss dieser Bestimmung vom Turnierleiter getroffene Entscheidung ist unanfechtbar).

B. Recht zu disqualifizieren

Der Turnierleiter ist insbesondere ermächtigt, einen Teilnehmer, wenn hierfür ein Grund besteht, zu disqualifizieren, vorbehaltlich der Einwilligung des Schiedsgerichts oder des veranstaltenden Verbandes.

 

KAPITEL XI

Proteste

Artikel 92: Recht zum Protest

A. Recht eines Teilnehmers

Ein Teilnehmer oder sein Kapitdn darf gegen jede an seinem Tisch getroffene Entscheidung des Turnierleiters zwecks \berpr|fung derselben Protest einlegen.*

B. Protestfrist

Das Recht, eine Entscheidung des Turnierleiters zu verlangen oder gegen eine solche Entscheidung Protest einzulegen, erlischt 30 Minuten, nachdem das offizielle Ergebnis zur Einsichtnahme zugdnglich gemacht worden ist, sofern nicht der veranstaltende Verband eine abweichende Zeitspanne festgelegt hat.

C. Form des Protestes

Alle Proteste sollen |ber den Turnierleiter eingelegt werden.

D. \bereinstimmung der Protestierenden

Ein Protest soll nicht verhandelt werden, wenn nicht beide Mitglieder eines Paares (ausser in einem Individualturnier) oder der Kapitdn eines Teams mit der Einlegung des Protestes einverstanden sind. Ein abwesendes Mitglied soll als einverstanden gelten.

 

Artikel 93: Protestverfahren

A. Kein Schiedsgericht

Der Hauptturnierleiter soll alle Proteste verhandeln und entscheiden, wenn es kein Turnier- oder übergeordnetes Schiedsgericht gibt oder wenn ein Schiedsgericht nicht zusammentreten kann, ohne den geordneten Verlauf des Turniers zu stören.

B. Schiedsgericht vorhanden

Ist ein Schiedsgericht vorhanden,

  1. Protest betrifft Regeln
      
    soll der Hauptturnierleiter den Teil des Protestes verhandeln und entscheiden, der ausschliesslich die Regeln oder Durchführungsbestimmungen betrifft. Gegen seine Entscheidung darf beim Schiedsgericht* Protest eingelegt werden.
      

  2. Alle anderen Proteste
      
    Der Hauptturnierleiter soll alle anderen Proteste an das Schiedsgericht* zur Entscheidung verweisen.
      

  3. Entscheidung von Protesten
      
    Bei der Entscheidung von Protesten darf das Schiedsgericht** alle Rechte ausüben, die dem Turnierleiter aufgrund dieser Regeln zustehen, mit der Ausnahme, dass das Schiedsgericht den Turnierleiter nicht in einer die Regeln oder die Zusatzbestimmungen betreffenden Frage oder in der Ausübung seiner Disziplinargewalt überstimmen darf. Das Schiedsgericht darf dem Turnierleiter empfehlen, seine Entscheidung zu ändern.

C. Protest bei der nationalen Instanz

Wurden die oben aufgef|hrten Rechtsmittel erschöpft, darf bei der durch den nationalen Verband bestimmten Instanz Berufung eingelegt werden.

* Veranstaltende Verbdnde d|rfen Strafvorschriften f|r unbegr|ndete Proteste erlassen. In der Schweiz beispielsweise verfdllt die Protestgeb|hr und wird der Juniorenfvrderung zur Verf|gung gestellt.

** Zonale Organisationen d|rfen abweichende Protestbedingungen f|r besondere Turniere aufstellen.

 

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