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Grundlegende Prinzipien partnerschaftlicher Art:

 

 

Sie denken nun sicher: Was soll das? Ich mvchte doch bloss ein System lesen, und nun kommen hier Gedanken zur Bridge-Partnerschaft als solches. Doch glauben Sie mir: Es ist nicht Zufall, dass Sie diese Gedanken zu Beginn dieses Werkes finden. Denn wenn Sie Erfolg haben mvchten, m|ssen Sie einen positiven "Spirit" in Ihre Partnerschaft bringen. Ohne dies werden Sie nie - oder nur in Ausnahmefdllen - Erfolge feiern. Denn viel wichtiger als ein ausgefeiltes System und perfekte Technik zusammen ist der positive Geist in einer Partnerschaft. Er f|hrt dazu, dass auch schwdchere oder noch unerfahrene Spieler |ber sich hinaus wachsen kvnnen und plvtzlich "am Tisch" Dinge kvnnen, die Ihnen niemand zugetraut hat. Es ist kein Zufall, dass es gewisse Menschen gibt, die mit Ihren Teams immer wieder Erfolg haben. Sei es im Business oder eben am Bridgetisch.

 

 

We are a team

 

Wir streiten nie, wir kritisieren nie. Erkldrungen geben wir nur ab, wenn der Partner sie verlangt. Hingegen besprechen wir allfdllige Missverstdndnisse sofort, damit sie sich nicht wiederholen.

 

Wir schimpfen nicht

 

Es ist wenig hilfreich, mit dem Partner zu schimpfen, wenn er ein Problem nicht optimal (oder gar nicht) lvst. "Schimpfen" bewirkt meistens nur eine noch grvssere Verunsicherung - der ndchste Fehler ist praktisch schon programmiert.

 

`          Also muntern wir den Partner auf.

 

Und vergessen wir nie: Auch man selbst spielt nie fehlerfrei (und wenn das jemand von sich glaubt, sieht er die Fehler bloss nicht).

 

Der Partner ist nicht prdsent

 

Wie soeben erwdhnt: Wir streiten nicht.

 

Ist der Partner aber offensichtlich nicht prdsent, merkt er also gar nicht, dass er soeben schlecht gespielt hat, dann sitzen wir nicht einfach schicksalsergeben da. Tun Sie etwas, machen Sie z.B. einen kleinen Rundgang mit Ihrem Partner.

 

Manchmal merkt der Partner aber auch nicht, dass alles f|r uns lduft, und er unternimmt dennoch riskante Aktionen. Auch hier sollte man was tun, z.B. den Partner beruhigen und ihm zeigen, dass der Wettkampf aus Ihrer Sicht hervorragend verlduft.

 

Tempo des eigenen  Spiels

 

Egal welches Tempo man spielt: Immer gleichartig spielen, sonst wird man f|r routinierte Spieler zum offenen Buch. Nutzen Sie die Zeit, sich auf sich stellende Situationen vorzubereiten, wdhrend der Alleinspieler seinen Spielplan macht.

 

Haben Sie durch Zvgern dem Gegner gezeigt, dass Sie eine bestimmte Karte besitzen, legen Sie die Karten nieder und analysieren Sie die  Situation richtig. Nichts drgert den Partner mehr als wenn Sie jetzt auch noch die falsche Karte spielen.

 

Denken heisst, das sich stellende Problem lvsen

 

Wenn man wdhrend eines Spielablaufs zu studieren beginnt, dann muss man die Sache zu Ende  denken. Es gibt f|r den Partner nichts nervenaufreibenderes, als den Umstand, dass man sich Zeit zum Denken nimmt und dann das Problem nicht lvst. Lieber schnell und falsch spielen, als lange zu denken und dennoch einen Fehler machen. Wenn man also zu studieren beginnt, muss man sich alle Optionen |berlegen, die Hdnde auszdhlen und das angesagte Spiel erf|llen, respektive den gegnerischen Kontrakt down spielen.

 

Fairness

 

Wir kdmpfen immer mit voller Hdrte, aber stets ethisch und fair. Und wenn alles nichts n|tzt und wir ein schlechtes Resultat akzeptieren m|ssen, nehmen wir diesen Verlust mit guter Haltung entgegen.

 

Vorbereitung

 

Konzentriert beginnen/System regelmdssig repetieren/versuchen, "Bridge" zu denken.

 

Fl|chtigkeitsfehler sind zu vermeiden. Hat man dennoch einen Fl|chtigkeitsfehler gemacht, sollte man ihn nicht einfach als Ausrutscher behandeln und ad acta legen. Analysieren Sie vielmehr nach dem Turnier, wieso Sie den Fehler gemacht haben. Was hat Ihre Aufmerksamkeit abgelenkt? Weshalb haben Sie gedankenlos gespielt? Nur wenn Sie die Ursache eruieren, kvnnen Sie sicher stellen, dass Sie insk|nftig in dhnlichen Situationen fehlerfrei bleiben.

 

Der Umgang mit einer  Niederlage

 

Wir suchen kein Alibi f|r die Niederlage. Wir sind ehrlich zu uns selbst und suchen den wahren Grund der Niederlage. Nur durch eine kritische Haltung uns selbst gegen|ber kvnnen wir unsere Spielstdrke heben.

 

Never bid lazy und Fighting spirit

 

Nie aus Denkfaulheit nicht zeigen, was man hat!

 

Wir geben nie auf und kdmpfen immer weiter.

 

Spielt der Gegner gl|cklich, machen wir etwas (aufstehen, Spieltempo dndern, sich selber das Trinken holen, tief durchatmen etc.). Nicht sich  dem Schicksal einfach ergeben! Spielt der Gegner sehr gl|cklich und/oder erfolgreich, so verdndern wir den Spielfluss, wir nehmen uns z.B. mehr Zeit f|r unsere Gebote etc.

 

-->            Wichtig ist: Wir machen etwas, um das Gl|ck auf unsere Seite zu bringen.

 

Auch wenn man zuerst Pech hat, wenn man kdmpft, wird das Gl|ck schon kommen! 

 

Spielen wir erfolgreich: Rhythmus nicht brechen lassen!

 

Gewinnen heisst, Fehler vermeiden

 

Nicht filigrane Technik oder Kenntnis komplexester Konventionen machen einen Spieler stark. Wichtig ist viel mehr, Fehler zu vermeiden.

 

Eine "NL A - Meisterschaft" oder ein internationales Turnier gewinnt jenes Team, welches am wenigsten Fehler macht. Sie trauen dieser Aussage nicht? Beobachten Sie doch mal Ihre Umgebung: Es ist fast unglaublich, in wie vielen - ungezdhlten und verhdltnismdssig einfachen Situationen  unnvtige Fehler  gemacht werden. Reduzieren Sie die Zahl Ihrer Fehler und die Erfolge kommen postwendend. 

 

Fehler vermeiden heisst aber, daran zu arbeiten, weiter setzt es kvrperliche Fitness und menschliche Reife voraus. Alkoholgenuss oder schwere Speisen am Vorabend bieten  dabei schlechte Voraussetzungen. Aber auch das Absolvieren einer Runde Golf vor einem grvsseren Turnier am selben Tag f|hrt zu unnvtigen Konzentrationsverlusten. Wichtig ist weiter aber auch seelische Ausgeglichenheit.

 

Ein Fehler ist passiert

 

Macht nichts: Sofort auf die ndchste Hand konzentrieren. Am Verlust ldsst sich sowieso nichts mehr dndern. Entspannt bleiben und nie versuchen, den Fehler "mit Gewalt" zu kompensieren - sonst ist Ihnen das ndchste unerfreuliche Resultat schon fast sicher.

 

Selbstkritik ist gut, |bertriebener Perfektionismus schddlich. Fehler passieren nun mal jedem. Doch gerade in diesem Moment muss man mit seinen Nerven sparsam umgehen. Nicht diskutieren, aber eine allfdllige Entschuldigung des Partners wohlwollend akzeptieren!

 

Wir haben Spass

 

Bridge muss Spass machen. Bei allem Ehrgeiz vergessen wir nie, dass Bridge nur ein Spiel/Hobby ist, das Spass machen soll. Wir sind Amateure und d|rfen Fehler machen. Die meisten von uns arbeiten hart und sind daher nicht optimal auf ein Turnier vorbereitet.  Dennoch macht keiner gerne oder freiwillig Fehler. Jeder versucht, sein Bestes zu geben.  Wir sind daher zu unserem Partner immer freundlich. Wie in der Ehe ist nur so langfristig eine erfolgreiche Partnerschaft mvglich.

 

Der Gegner ist ein Schlitzohr

 

Erhalten wir wdhrend eines Handspiels eine unerwartete Information, die uns eigentlich zwingt, unseren Spielplan zu dndern, dann nehmen wir uns gen|gend Zeit zum Nachdenken, ob die neue Information auch wirklich den vorliegenden Gegebenheiten entspricht (oder ob uns der Gegner bloss auf eine falsche Fdhrte f|hren will). Oft hilfreich ist dabei das Auszdhlen der Hdnde.

 

Rivalitdt ist Gift

 

Partnerschaft heisst, zusammen Erfolge und Niederlagen zu erleben.

 

Hat ein Spieler den egoistischen Drang, |berall zu demonstrieren, dass er das eigentliche Genie und damit f|r allfdllige Erfolge verantwortlich, der Partner aber ein mehr oder weniger ahnungsloser Trottel sei, wird er einerseits bald einen neuen Partner suchen m|ssen, andererseits verhindert er  damit partnerschaftliche Harmonie und damit Erfolg.

 

Eine Partnerschaft ohne Vertrauensbasis hat keine Zukunft. Es ist eminent wichtig, eng zusammen zu stehen und sich gegenseitig zu  unterst|tzen.

 

Keep it simple

 

Machen Sie alles, dass der Partner ein "leichtes Leben" hat. Helfen Sie Ihrem Partner wo immer Sie kvnnen. Geben sie klare Signale, wenn dies sinnvoll ist. Auch die Reizung kann man einfach gestalten, wenn man merkt, dass der Partner gerade eine schwdchere Phase durchlebt.

 

Harmonie im Team - Bridge

 

Kritisieren Sie nie ihr Komplementdrpaar wdhrend eines Teamwettkampfs. Die wissen es meist selbst, wenn es nicht wie erhofft gelaufen ist.

 

Andererseits ist es aber auch gerade in einem Team wichtig, dass Fehler nicht beschvnigt werden. Nur bei gegenseitiger Aufrichtigkeit ist es mvglich, einen fruchtbaren Teamspirit zu erreichen.

 

Prisence ` la table

 

Vergessen Sie nie, dass auch der Gegner menschliche Z|ge hat. Er drgert oder freut sich - all dies d|rfen und sollten Sie ausnutzen. Es gibt Spieler, die dies beherrschen und dank dieses Umstandes erstaunlich oft die einzig gewinnbringende Spiellinie finden. Dies kann und muss man |ben.

 

Ein guter Psychologe ist auch ein guter Taktiker. Hat sich ein zaghafter Spieler beispielsweise eine Stufe zu hoch gewagt und wurde erfolgreich kontriert, kann man im ndchsten Spiel ruhig etwas riskant reizen: Oft wird der Gegner unkonzentriert spielen und Ihnen den nvtigen Stich schenken.

 

Andere Spieler verhindern mit allen Mittel, dass man Ihnen ein Spiel weg nimmt und reizen weiter. Versuchen Sie gegen eine solchen Gegner mal eine Barrage mit einem ativ starken Blatt: Ihr nachfogendes Strafkontra wird Ihnen Freude bereiten.

 

 

Advance Trance

 

Immer prdsent sein heisst auch, sich in einem mvglichst fr|hen Stadium des Spiels zu |berlegen, was man zu tun gedenkt. Spielt der Gegner z.B. in einem SA-Spiel seine lange Farbe ab, sollten Sie sich zu Beginn die Zeit nehmen, nachzudenken, welche Karten Sie (in welcher Reihenfolge) abwerfen werden. Lvsen Sie das Problem erst, wenn es eintritt, verraten Sie dem Handspieler zu viel von Ihrem Blatt.

 

Ruhe bewahren beim Anblick des Dummy

 

Egal ob Sie Gefallen finden am Dummy oder nicht: Verhalten Sie sich immer gleich! Unmutsdusserungen oder Kritik am Lizit des Partners sind nicht nur unhvflich, sondern vermitteln den Gegnern zusdtzlich wertvolle Informationen f|rs Gegenspiel.

 

"Arbitre!"

 

Rufen Sie nicht gleich bei jedem Problemchen den Schiedsrichter. Vorallem dann nicht, wenn die Situation unklar ist. Gerade dann f|hrt das Ganze ndmlich nur zu unangenehmen Diskussionen, man verliert unnvtig Energie und muss zudem die verlorene Zeit wieder aufholen, was die Gefahr einer Fehlentscheidung vergrvssert.

 

 

Und nie vergessen

 

Bridge ist nur ein Spiel, welches nur dann den Begriff "Hobby" verdient, wenn es Spass macht.

 

 

"We are a team"

 

 

 

Copyright by Dr. Jörg Zinsli & Marie-Louise Zinsli, Schweiz