Barragen
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Sperrgebote / Barragen

 

 

Die Eröffnungen „3 in Farbe“

 

Hinweis: Sie können das Thema "Sperrgebote" hier als Dokument runterladen.

 

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Allgemeines zum Thema „Sperrgebote“:

 

 

Das Ziel einer Sperransage (= Barrage) ist es, dem Gegner dessen Lizit zu erschweren, indem man ihm möglichst viel Lizitraum wegnimmt. Konservativ spielende Paare geben dem Partner damit auch genauen Aufschluss über die Struktur des eigenen Blattes und die Anzahl Stiche; sie wenden dir „Regel 500“ (auch „Regel 2-3“ genannt) an, indem sie je nach Gefahrenlage auf zwei oder drei Faller ansagen, ungefährlich (grün) wird auf (2 ½ -) 3 Faller lizitiert, gefährlich (rot) nur auf zwei. Dies stellt sicher, dass man auch dann Aussicht auf ein positives Resultat hat, wenn man kontriert wird. Insbesondere in den USA wird hingegen voll riskiert, auch mit einem J9xxxx wird ohne mit der Wimper zu zucken 3 ♣ oder 3 eröffnet.

 

 

Sperransagen sind bei uns in den Edelfarben 7er-Farben (6er-Edelfarben werden über „2 Multi“ lizitiert, ausser man hält 6-5 wie beispielsweise ♠ KQJ10xx x Q108xx ♣ x à „3 ♠“), Unterfarben können ungefährlich zu sechst sein (der Partner geht aber von einer 7er-Länge aus). Sperransagen sind an dritter Stelle sehr aggressiv einzusetzen, an erster Stelle aggressiv, an zweiter und vierter Position hingegen solid. Bei der Frage, wie aggressiv man Sperrgebote einsetzen will, sollte man auch berücksichtigen, ob die Gegner das Kontra informativ oder strafend einsetzen: Spielen sie Strafkontras, ist etwas mehr Zurückhaltung angezeigt. Generell sollte man Sperransagen einerseits gegen eher konservativ agierende Paare einsetzen (sie lassen sich dadurch gerne einschüchtern und überlassen einem das Spiel oder reizen ihr bestmögliches Spiel nicht mehr aus), andererseits gegen sehr aggressiv spielende Gegner, da diese in der Folge dazu neigen, in einem nicht mehr erfüllbaren Kontrakt sich wieder zu finden.

 

 

Sperransagen macht man mit maximal 11 HP, in der Regel mit nicht mehr als 8/9 HP, meist hat man zwischen 6-9 HP. Weiter sollte man relativ wenig Figurenstiche in den Nebenfarben haben.

 

 

Die Figuren sollten sich zum grössten Teil in der Farbe der Sperransage befinden. Das Blatt ist also recht stark, wenn man selber die Trumpffarbe bestimmen kann (also bei einer offensiven Verwendung), verliert aber erheblich an Wert, wenn der Gegner Handspieler wird (also bei defensiver Verwendung). Grund: Zu viele Defensivstiche hindern den Gegner am Erfüllen eines allenfalls angesagten Kontrakts und mindern die Erfolgsaussicht der Sperransage; es genügt, dass oft der Partner schon zu viele „unerwünschte“ Defensivstiche besitzt. Werte in den Nebenfarben würden zudem dem Partner in einem Kontrakt helfen, wenn er selbst ein starkes Blatt hat, bloss rechnet er nach einer Sperransage nicht mehr damit. Dies führt mich zu einer weiteren wichtigen Bemerkung: Egal, welchen Stil man bei den Sperransagen verwendet, ist eines wichtig: Es immer in der vereinbarten Weise zu tun. Disziplin ist auch hier ganz wichtig, denn sonst wird sich die Paarung immer wieder in den falschen Kontrakten wiederfinden, was das Vertrauen innerhalb der Partnerschaft zerstört.

 

In erster und zweiter Position sollte man nicht zwei Asse haben.

 

 

Eine innere Sequenz in der Farbe der Sperransage ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

 

 

Man sollte keine spielbare 4er-Farbe neben der langen Farbe besitzen, schon gar nicht eine spielbare 4er-Edelfarbe. Grund: Diese findet der Partner im Folgelizit nicht mehr heraus. Doch verboten ist deren Besitz nicht, man muss nur die damit verbundenen Gefahren kennen. Daher: An dritter Stelle ist alles erlaubt, Vorsicht ist an erster Position geboten, ausgeschlossen ist eine vernünftige 4er-Farbe an zweiter Stelle.

 

 

Und als Idee noch dies: Versucht man, einen gegnerischen Schlemm zu verhindern, sollte man nicht das Ass in der Barragefarbe besitzen, denn oft hat der Partner in dieser Farbe einen Singleton und kommt – wenn man das Ass besitzt – zu einem Schnapper in dieser Farbe – womit wir die Gegner nicht daran hindern sollten, den Schlemm anzusagen, schliesslich fallen sie ja. Generell gilt das Ass in der Farbe der Sperransage als Nachteil. Auch der Besitz einer Chicane ist unerfreulich, denn oft landet der Gegner nach einer Sperransage in einem „Ohne“-Kontrakt und man kann keinen Schnapper mehr machen.

 

Bei Sperrgeboten an dritter Stelle ist alles erlaubt! Aggressivität an erster Stelle kann sehr wirksam sein.

 

 

„3 §“ und „3 ¨“ versprechen an zweiter und vierter Stelle zwei der drei Topfiguren, an erster und dritter Stelle aber nicht. Dies ermöglicht es dem Partner, mit einem Fit (möglichst die dritte Topfigur zu zweit oder zu dritt) und genügend Stärke (Stopper in den anderen Farben) „3 NT“ anzusagen. Bei Eröffnungen an erster und dritter Stelle hingegen ist alles erlaubt. In Gefahr braucht es für die Eröffnung 7 Karten, ungefährlich genügt eine solide 6er-Farbe. Wir orientieren uns an der Regel „2-3-4“:

 

            à Grün gegen rot: Wir versprechen fünf Stiche

            à Gleiche Gefahrenlage: Wir versprechen sechs Stiche

            à Rot gegen grün: Wir versprechen sieben Stiche

 

In den Nebenfarben sollte man maximal ein Ass oder einen König haben.

 

Bei unseren Eröffnungen „3 “ und „3 ♠“ orientieren wir uns ebenfalls an der Regel „2-3-4“. Hier besitzen wir mindestens 7 Karten, an dritter Stelle und ungefährlich kann es mal eine solide 6er-Farbe sein. Auch hier sollte man in den Nebenfarben maximal ein Ass oder einen König haben. Solche Eröffnungen werden mit Händen gemacht, die in einem „Ohne-Kontrakt“ oft wertlos sind, der Partner sollte ein Farbspiel anstreben. Bietet er dennoch „3 NT“, darf dies vom Eröffner nicht korrigiert werden. 

 

Um entscheiden zu können, in welcher Höhe wir unsere Sperransagen platzieren möchten, müssen wir also zuerst die Anzahl der mutmasslichen Stiche zählen. Dabei zählen wir zuerst die Stiche, die aus Figurenkonstellationen realisierbar sind, zusammen: 

 

A

1 Stich

 

AKQ

3 Stiche

Kx

½ Stich

 

AKJ

2 ½ Stiche

AK

2 Stiche

 

AQJ

2 ½ Stiche

AQ

1 ½ Stiche

 

KQJ

2 Stiche

KQ

1 Stich

 

QJ10

1 Stich

 

Weiter findet die Länge der potentiellen Trumpffarbe Berücksichtigung. Ab (und inklusive) der vierten Karte zählen wir pro in der Farbe enthaltenen Karte einen Stich. 

 

Der Partner des Barragierenden weiss, dass er vis à vis kaum Asse finden wird. Dementsprechend sollte er mit „Ass-losen“ Blättern Zurückhaltung üben. Bei den Antworten orientieren wir uns einerseits am „law of total tricks“, andererseits bewerten wir unser eigenes Blatt mit seinem Stichpotential und addieren dies zu den versprochenen Stichen dazu. Priorität geben wir dem „Gesetz der totalen Stiche“, wonach die Gesamtzahl der Stiche, die mit einer Austeilung zu erzielen sind, in etwa dem Gesamttotal der vorhandenen Trümpfe entspricht. Bei defensiv schwachen Blättern errechnet der Antwortende die Summe der Trumpfkarten und bietet auf der Stufe, die der Anzahl der Trümpfe entspricht.

 

 

 

Die Bewertung beim Antwortenden:

 

 

Stiche innerhalb der Trumpffarbe: 

 

- Das Ass, der König und die Dame zählt als ein Stich

- Verfügt man über mehrere Trümpfe sowie ein Singleton, ergibt dies einen Stich

- Verfügt man über mehrere Trümpfe sowie eine Chicane, ergibt dies zwei Stiche

 

 

Stiche ausserhalb der Trumpffarbe: 

 

AKQ

3 Stiche

 

A oder KQ

1 Stich

AK

2 Stiche

 

Kxx

½ Stiche

AQ

1 ½ Stiche

 

Qxx

0 Stiche

 

 

Die Ansage einer Farbe ist nach einer Sperransage rundenforcing. Die Hebung ist barragierend. „3 NT“, „4 ©“ oder „4 ª“ ist zum spielen. Das Lizit der am günstigsten lizitierbaren Unterfarbe fragt die Qualität der Trumpffarbe ab.

 

 

3 §

pass:

Keine bessere Spielmöglichkeit (wegen Schwäche oder fehlender Farbe)

 

3 :

Trumpf Asking-bid

 

3 ©/ª:

Natürlich, rundenforcing, 5+ Karten bei schöner Eröffnung, bei normaler Eröffnung mindestens 6 Karten (Partner lizitziert immer wie vis à vis einer 6er-Farbe)

 

3 NT:

Zum spielen, in der Regel Anschluss in § (mindestens Topfigur zu zweit)

 

4 §:

Verlängerung der Barrage

 

4 ¨:

Splinter im §-Fit, Schlemminteresse

 

4 ©/ª:

Zum spielen

 

4 NT:

Ass-Frage RKCBW 41/30

 

5 §:

Barrageverlängerung

 

 

3 §

3 ¨

Bedeutung der Ansagen

3 ©:

 

Nur die Dame in ♣ (oder noch schlechter)

3 ª:

 

Ass oder König in ♣

3 NT:

 

Ass und Dame oder König und Dame in ♣

4 §:

 

Ass und König in ♣

4 ¨:

 

Ass, König und Dame in ♣

 

 

3 §

3 ©

Bedeutung der Ansagen

3 ª:

 

Singleton (oder Chicane) ª, 3+ Karten in ©

3 NT:

 

Zum spielen, Stopper in ª

4 §:

 

Kein Fit in ©, zum spielen

4 ¨:

 

Singleton (oder Chicane) ¨, 3+ Karten in ©

4 ©:

 

3+ Karten oder Grossfigur zu zweit in ©, aber keine Kürze

 

 

3 §

3 ª

Bedeutung der Ansagen

3 NT:

 

Zum spielen, Stopper in ©

4 §:

 

Kein Fit in ª, zum spielen

4 ¨:

 

Singleton (oder Chicane) ¨, 3+ Karten in ª

4 ©:

 

Singleton (oder Chicane) ©, 3+ Karten in ª

4 ª:

 

3+ Karten oder Grossfigur zu zweit in ª, aber keine Kürze

 

 

 

3 ¨

pass:

Keine bessere Spielmöglichkeit (wegen Schwäche oder fehlender Farbe)

 

3 ©/ª:

Natürlich, rundenforcing, 5+ Karten bei schöner Eröffnung, bei normaler Eröffnung mindestens 6 Karten (Partner lizitziert immer wie vis à vis einer 6er-Farbe)

 

3 NT:

Zum spielen, in der Regel Anschluss in ¨ (mindestens Topfigur zu zweit)

 

4 §:

Trumpf Asking-bid

 

4 ¨:

Verlängerung der Barrage

 

4 ©/ª:

Zum spielen

 

4 NT:

Ass-Frage RKCBW 41/30

 

5 §:

Natürlich, zum spielen

 

5 ¨:

Barrageverlängerung

 

 

3 ¨

3 ©

Bedeutung der Ansagen

3 ª:

 

Singleton (oder Chicane) ª, 3+ Karten in ©

3 NT:

 

Zum spielen, Stopper in ª

4 §:

 

Singleton (oder Chicane) §, 3+ Karten in ©

4 ¨:

 

Kein Fit in ©, zum spielen

4 ©:

 

3+ Karten oder Grossfigur zu zweit in ©, aber keine Kürze

 

 

3 ¨

3 ª

Bedeutung der Ansagen

3 NT:

 

Zum spielen, Stopper in ©

4 §:

 

Singleton (oder Chicane) §, 3+ Karten in ª

4 ¨:

 

Kein Fit in ª, zum spielen

4 ©:

 

Singleton (oder Chicane) ©, 3+ Karten in ª

4 ª:

 

3+ Karten oder Grossfigur zu zweit in ª, aber keine Kürze

 

 

3 ¨

4 §

Bedeutung der Ansagen

4 ¨:

 

Nur die Dame in (oder noch schlechter)

4 ©:

 

Ass oder König in

4 ª:

 

Ass und Dame oder König und Dame in

4 NT:

 

Ass und König in

5 §:

 

Ass, König und Dame in

 

 

  

3 ©

pass:

Keine bessere Spielmöglichkeit (wegen Schwäche oder fehlender Farbe)

 

3 ª:

Natürlich, rundenforcing, 5+ Karten bei schöner Eröffnung, bei normaler Eröffnung mindestens 6 Karten (Partner lizitziert immer wie vis à vis einer 6er-Farbe)

 

3 NT:

Zum spielen

 

4 §:

Trumpf Asking-bid

 

4 ¨:

Generelle Schlemmeinladung mit Fit in , fragt den Partner nach einem Cue-bid (Kürze) an (welcher dieser in natürlicher Art und Weise lizitiert oder mit „4 “ verneint)

 

4 ©:

Verlängerung der Barrage oder einfach zum spielen

 

4 ª:

Natürlich, zum spielen

 

4 NT:

Ass-Frage RKCBW 41/30

 

5 §:

Natürlich, zum spielen

 

5 ¨:

Natürlich, zum spielen

 

 

3 ©

3 ª

Bedeutung der Ansagen

3 NT:

 

Zum spielen, Stopper in einer Unterfarbe

4 §:

 

Singleton (oder Chicane) §, 3+ Karten in ª

4 ¨:

 

Singleton (oder Chicane) ¨, 3+ Karten in ª

4 ©:

 

Kein Fit in ª, zum spielen

4 ª:

 

3+ Karten oder Grossfigur zu zweit in ª, aber keine Kürze

 

 

3 ©

4 §

Bedeutung der Ansagen

4 ¨:

 

Nur die Dame in (oder noch schlechter)

4 ©:

 

Ass oder König in

4 ª:

 

Ass und Dame oder König und Dame in

4 NT:

 

Ass und König in

5 §:

 

Ass, König und Dame in

 

 

3 ©

4 ¨

Bedeutung der Ansagen

4 ©:

 

Kein Interesse an mehr, zum spielen

4 ª:

 

Cue-bid ª, Schlemminteresse

4 NT:

 

Kein Cue-bid möglich, aber Interesse an mehr (gute -Farbe, Regel 2-3-4 erfüllt)

5 §:

 

Cue-bid ♣, Schlemminteresse

5 ¨:

 

Cue-bid , Schlemminteresse

 

 

Die Bedeutung der Anfragen mit „4 ♣“ respektive „4 “ bleibt auch nach einem gegnerischen Kontra unverändert; Rekontra zeigt allgemeine Stärke. Auch nach einer Farbintervention behalten „4 ♣“ respektive „4 “ ihre Bedeutung.

 

 

3 ª

pass:

Keine bessere Spielmöglichkeit (wegen Schwäche oder fehlender Farbe)

 

3 NT:

Zum spielen

 

4 §:

Trumpf Asking-bid

 

4 ¨:

Generelle Schlemmeinladung mit Fit in ♠, fragt den Partner nach einem Cue-bid (Kürze) an (welcher dieser in natürlicher Art und Weise lizitiert oder mit „4 ♠“ verneint)

 

4 ©:

Natürlich, zum spielen

 

4 ª:

Verlängerung der Barrage oder einfach zum spielen

 

4 NT:

Ass-Frage RKCBW 41/30

 

5 §:

Natürlich, zum spielen

 

5 ¨:

Natürlich, zum spielen

 

 

3 ª

4 §

Bedeutung der Ansagen

4 ¨:

 

Nur die Dame in ♠ (oder noch schlechter)

4 ©:

 

Ass oder König in ♠

4 ª:

 

Ass und Dame oder König und Dame in ♠

4 NT:

 

Ass und König in ♠

5 §:

 

Ass, König und Dame in ♠

 

 

3 ª

4 ¨

Bedeutung der Ansagen

4 ©:

 

Cue-bid , Schlemminteresse

4 ª:

 

Kein Interesse an mehr, zum spielen

4 NT:

 

Kein Cue-bid möglich, aber Interesse an mehr (gute ♠-Farbe, Regel 2-3 erfüllt)

5 §:

 

Cue-bid ♣, Schlemminteresse

5 ¨:

 

Cue-bid , Schlemminteresse

 

 

Die Bedeutung der Anfragen mit „4 ♣“ respektive „4 “ bleibet auch nach einem gegnerischen Kontra unverändert; Rekontra zeigt allgemeine Stärke. Auch nach einer Farbintervention behalten „4 ♣“ respektive „4 “ ihre Bedeutung.

 

 

Bei Schlemmversuchen ist besonders Vorsicht am Platze. Ein Beispiel:

 

ª Qx

© KQ73

¨ K85

§ AKQJ

 

Der Partner eröffnet in Gefahr „3 ª“. Obwohl man 12 Stiche sieht, ist die Gefahr gross, dass der Gegner 2 Asse besitzt und kassieren kann. Daher ist die Ansage von „4 ª“ angezeigt. Und will man es dennoch versuchen, fragt man zuerst nach den Assen.

 

Interveniert der Gegner, ist Kontra strafend, „3 NT“ verspricht Stopper in der Gegnerfarbe.

 

 

Die Eröffnung „3 Ohne“

 

Mit welchen Händen öffnet man „3 NT“

 

à Gambling, geschlossene Unterfarbe

à (7)8+ Karten

à Kein As oder König in Nebenfarbe

à 4er-Edelfarbe verboten

à Maximal 11 HP, keine sinnvolle Eröffnung 1 in Farbe möglich

à 3./4. Hand: 18-22 HP, ausgeglichen verteilt oder einfach zum spielen

 

 

Lizit nach Erst- und Zweithanderöffnung

 

 

3 NT

pass:

Zum spielen, Stopper in den Nebenfarben und mindestens eine Karte in Partners Unterfarbe

Bsp: ª Axxx  © KJxxx  ¨§ Axx

Bsp: ª  K109  © AJ87  ¨ 53  § J875

 

4 §:

zu passen oder auf Karo zu korrigieren, schwach

Bsp: ª  10x  ©  Jxxxx  ¨  xx  §  AQxx

Bsp: ª  10x  ©  Jxxxx  ¨  AQxx  §  xx

 

4 ¨:

Forcierender Relais (Anfrage nach Kürze)

 

4 ©:

Natürlich, zum spielen

 

4 ª:

Natürlich, zum spielen

 

4 NT:

Kontrollen in allen Nebenfarben in zwei davon Erstrundenkontrolle; zeigt exakt vier Stiche und kleinen Fit. Der Eröffner soll 6 in seiner Farbe lizitieren, wenn er 8 Topstiche hat, mit 7 passt er.

 

5 § :

Zum passen mit §, sonst auf ¨ zu korrigieren, schwach

Bsp: ª  6   © A754  ¨ KQJ63  § 975

 

5 NT :

Erstrundenkontrollen in allen Nebenfarben, exakt 5 Topstiche, der Eröffner lizitiert „6 NT“ mit 7 Topstichen und „7 NT“ mit 8 Topstichen

 

 

Wann lizitiert man „4 §“, wann „5 §“? Klare Regeln gibt es hier nicht, in der Tendenz ist aber „4 §“ eher stärker als „5 §“. Glaubt man, dass der Gegner „4 ©“ respektive „4 ª“ erfüllen kann, lizitiert man „5 §“, hofft man, der Gegner gehe auf Stufe 4 down, versucht man „4 §“. Auch in dieser Situation kann das „Law of total tricks“ gute Hilfe bieten.

 

 

 

3 NT

4 ¨

4 ©:

Cue-bid (= Kürze) in ©

4 ª:

Cue-bid (= Kürze) in ª

4 NT:

Cue-bid (= Kürze) in anderer Unterfarbe

 

 

Interveniert der Gegner, ist Kontra strafend. „5 §“ verlangt „pass“ oder aber eine Korrektur in „5 ¨“. Die restlichen Ansagen sind natürlich.

 

 

 

Lizit nach Dritt- und Vierthanderöffnungen

 

 

In der 3./4. Hand kann die Eröffnung 18-22 HP und eine ausgeglichene Verteilung zeigen; oder man hat wieder eine geschlossene Unterfarbe, daneben aber Werte, man möchte einfach „3 NT“ spielen.

 

 

In der Regel wird diese Eröffnung gepasst. Will man dennoch lizitieren, verhält man sich wie folgt:

 

 

Eröffner

Antwortender

Bedeutung der Ansagen

3 NT

pass:

Zum spielen

 

4 §:

schwacher Unterfarbenzweifärber, in der Regel 10 Karten in den Unterfarben ohne Interesse am vollen Spiel 

 

4 ¨:

Transfer © (entweder um „4 ©“ zu spielen mit 6er-Farbe oder 5er-© mit zweiter 5er-Farbe, die anschliessend gezeigt wird); Bsp: ª xx  © AQxxx  ¨§ Kxxxx

 

4 ©:

Transfer ª (entweder um 4 ª zu spielen mit 6er-Farbe oder 5er-ª mit zweiter 5er-Farbe, die anschliessend gezeigt wird)

 

4 ª :

5-5 in den Unterfarben, mindestens Interesse am vollen Spiel

 

4 NT :

11-12 HP, ausgeglichen verteilt, Einladung zu 6 NT (quantitativ)

 

 

 

 

 

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Die Eröffnungen „4♣/♦“

 

  

 

Was zeigen die Eröffnungen „4 §“ und „4 ¨“:

 

An erster und zweiter Position:

 

à 4 § zeigt eine geschlossene 8er-© (mit oder ohne As/König); ein As in einer Seitenfarbe ist möglich, aber nicht zwingend. Ungefährlich 8 Stiche, gefährlich 9 Stiche.

à 4 ¨ zeigt eine geschlossene 8er-ª (mit oder ohne As/König) ; ein As in einer Seitenfarbe ist möglich, aber nicht zwingend.

 

Daneben sollte ausser einem allfälligen Seiten-As oder einem Seiten-König bei beiden Eröffnungen nichts relevantes vorhanden sein.

 

 

Die Ansage der gezeigten Farbe (also z.B. „4 ©“ nach „4 §“) ist zum spielen, der Relais fragt an.

 

 

4 §

4 ¨:

Frage nach Topfiguren in © und Cue-bids

 

4 ©:

Zum spielen

 

4 ª:

5 As-Blackwood mit ©

 

4 NT:

Partner soll „6 ©“ ansagen, wenn er in der Trumpffarbe vis à vis von Chicane nur einen Verlierer hat, "7 ©" lizitiert er bei keinem Verlierer vis à vis besagter Chicane ©

 

5 ©:

Partner soll „6 ©“ ansagen, wenn er in der Trumpffarbe vis à vis von kleinem Doubleton nur einen Verlierer hat, gar „7 ©“ sagt er an, wenn er vis à vis Doubleton © 0 Verlierer hat

 

 

4 ¨

4 ©:

Frage nach Topfiguren in ª und Cue-bids

 

4 ª:

Zum spielen

 

4 NT:

Partner soll „6 ª“ ansagen, wenn er in der Trumpffarbe vis à vis von Chicane nur einen Verlierer hat, "7 ª" lizitiert er bei keinem Verlierer vis à vis besagter Chicane in ª

 

5 ª:

Partner soll „6 ª“ ansagen, wenn er in der Trumpffarbe vis à vis von kleinem Doubleton nur einen Verlierer hat, "7 ª" sagt er an, wenn er vis à vis Doubleton Pik keinen Verlierer hat

 

 

 

4 §

4 ¨

4 ©:

Ich habe nicht das As und den König in Herz

4 ª:

Ich habe As und König in Herz und Kürze in ª

5 §:

Ich habe As und König in Herz und Kürze in §

5 ¨:

Ich habe As und König in Herz und Kürze in ¨

 

Danach folgen allenfalls Cue-bids.

 

Hat der Eröffner mit „4 ©“ den Besitz von As oder König © verneint und lizitiert der Antwortende weiter, so sind das Cue-bids. Der Eröffner wird aufgefordert, seine Kürze zu zeigen.

 

4 ¨

4 ©

4 ª:

Ich habe nicht das As und den König in Pik

5 §:

Ich habe As und König in Pik und Kürze in §

5 ¨:

Ich habe As und König in Pik und Kürze in ¨

5 ©:

Ich habe As und König in Pik und Kürze in ©

 

Hat der Eröffner mit „4 ª“ den Besitz von As oder König ª verneint und lizitiert der Antwortende weiter, so sind das Cue-bids. Der Eröffner wird aufgefordert, seine Kürze zu zeigen.

 

Sollte der Gegner intervenieren, ist das Kontra strafend. Die restlichen Ansagen sind unverändert.

 

 

An dritter und vierter Position:

 

Hier handelt es sich bei „4 §“ und „4 ¨“ um natürliche Sperransagen gemäss Regel 2/3, was bedeutet, dass man dies ungefährlich auf drei Faller und gefährlich auf zwei Faller lizitiert. Die Farbe ist nicht geschlossen (sonst „3 NT“ lizitieren).

 

Das weitere Lizit ist natürlich.

 

 

 

Die Eröffnung „4 ©“ und „4 ª 

 

à „4 ©“ und „4 ª“ sind Sperransagen

à Eine solche Eröffnung verspricht in der Regel eine 8er-Farbe, in den Nebenfarben besitzt

      man maximal ein Ass oder einen König, ungefährlich sind zwei Verlierer in der Farbe

      möglich, gefährlich maximal ein Verlierer in der Farbe

à Richtet sich nach Regel 2-3 (nicht Regel 2-3-4, da man auf dieser Stufe schon häufiger

      kontriert wird)

à Die Ansage (insbesondere die Farbe) ist schwächer als bei der Eröffnung „4 §

      respektive  „4 ¨

 

In der Regel passt der Partner. Weiter geht er nur, wenn er mindestens 3 ½  Topstiche hat und maximal in einer Nebenfarbe nicht das Ass hat respektive Chicane ist.  

 

Geht man weiter, macht man einen Cue-bid in der Farbe, die unmittelbar unter der schwachen Farbe liegt. Man zeigt also indirekt die schwache Farbe und fragt den Eröffner nach Werten in dieser Farbe an. Hat der Eröffner Zweitrundenkontrolle in jener Farbe, springt er auf 6, hat er gar Erstrundenkontrolle, macht er in jener Farbe einen Cue-bid (vielleicht gehen ja 7!). Ohne Erst- oder Zweitrundenkontrolle schliesst man auf 5 im Trumpf ab.

 

4 ©

4 ª:

Fragt nach Kontrolle in §

 

4 NT:

5-Ass-Blackwood

 

5 §:

Fragt nach Kontrolle in ¨

 

5 ¨:

Fragt nach Kontrolle in ª

 

5 ©:

Frage nach Trumpfqualität; mit schönen Topwerten „6 ©“ sagen

 

5 NT:

Anfrage nach Trumpfqualität für „6 NT“ oder „7 “ (à 6 ♣ = man hat maximal die Dame in Herz, 6 = man hat das Herz Ass oder den Herz König, es fehlt aber die Herz Dame, 6 = man hat entweder das Herz Ass oder den Herz König, weiter die Herz Dame, 6 ♠ = man hat das Herz Ass und den Herz König, nicht aber die Herz Dame, 6 NT = man hat alle drei Topfiguren in Herz) 

 

 

4 ª

4 NT:

5-As-Blackwood

 

5 §:

Fragt nach Kontrolle in ¨

 

5 ¨:

Fragt nach Kontrolle in ©

 

5 ©:

Fragt nach Kontrolle in §

 

5 ª:

Frage nach Trumpfqualität; mit schönen Topwerten „6 ª“ sagen

 

5 NT:

Anfrage nach Trumpfqualität für „6 NT“ oder „7 ♠“ (à 6 ♣ = man hat maximal die Dame in Pik, 6 = man hat das Pik Ass oder den Pik König, es fehlt aber die Pik Dame, 6 = man hat entweder das Pik Ass oder den Pik König, weiter die Pik Dame, 6 ♠ = man hat das Pik Ass und den Pik König, nicht aber die Pik Dame, 6 NT = man hat alle drei Topfiguren in Pik) 

 

 

Ein Beispiel: 

 

ª 94

 

ª AKQJ5

© AJ1087632

 

© K4

¨ 6

 

¨ 1053

§ 75

 

§ A82

 

 

4 ©

 

5 §

6

 

6

pass

 

 

 

 

Interveniert der Gegner, ist Kontra strafend.

 

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Ein Beispiel:

 

ª 94

 

ª AKQJ5

© AJ1087632

 

© K4

¨ 6

 

¨ 1053

§ 75

 

§ A82

 

 

4 ©

 

5 §

6 ©

 

pass

 

 

Interveniert der Gegner, ist Kontra strafend.

 

 

Die Eröffnung „4 Ohne“

 

Der Eröffner hat mindestens 6-5 in den Unterfarben und maximal 0-1 Defensivstiche.

 

 

Ein Beispiel der Eröffnung:

 

ª x

© -

¨ KQxxxx

§ Jxxxxx

 

 

Aber nicht „ 4 NT“ eröffnen mit:     

 

ª x

© -

¨ KQxxxx

§ Axxxxx

 

Diese Hand ist zu stark!

 

 

Der Partner lizitiert nun auf der Höhe seiner Wahl:

 

 

à Bei gutem Fit 7 bei 0 Defensivstichen

à Bei gutem Fit 6 bei einem Defensivstich

à 5 lizitiert man bei Misfit oder bei 2+ Defensivstichen

 

 

 

Wir

Gegner

Wir

Gegner

4 NT

pass

6 § / ¨

6 ¨ / © / ª

pass:

Kein Defensivstich

 

 

Kontra:

1 Defensivstich

 

 

 

 

 

 

Die Eröffnungen auf Stufe 5

 

à 5 § / ¨ sind Barragen (gelöcherte Farben)

à 5 © / ª zeigen 11 Stiche ohne Trumpf As und K.

 

 

Beim Folgelizit nach „5 §“ respektive „5 ¨“ geht es nur noch um das Abklären von Kontrollen in einer Farbe (den Rest muss der Antwortende sowieso abdecken). Farbansagen sind daher Asking-bid, der Eröffner lizitiert ohne Zweitrundenkontrolle die nachfolgende Stufe, mit Zweitrundenkontrolle die zweite Stufe und mit Erstrundenkontrolle die dritte Stufe.

 

 

Nach 5 © / 5 ª: Ohne As/König Trumpf passt man, mit dem As oder dem König lizitiert man den kleinen und mit beiden Figuren den grossen Schlemm.

 

  

Hinweis: Sie können das Thema "Sperrgebote" hier als Dokument runterladen.

 

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